Nachdem die Grillhütte in Kluftern am Standort Holzgasse schon mehrfach teilweise zerstört worden ist, zuletzt Ende Februar dieses Jahres, hat sich der Ortschaftsrat im März mit Bürgerinnen und Bürgern vor Ort ein Bild von der Situation gemacht. Eine nicht angemeldete, unbekannte Gruppe hatte einen Teil der Einzäunung abgerissen und die Hölzer auf dem Grill angezündet, sodass die Flammen bis in die Überdachung schlugen und diese beschädigten.

Der Bauhof sei fast nach jedem Wochenende damit beschäftigt, Verschmutzungen und Müll, die nach exzessiven Partys hinterlassen wurden, zu beseitigen. Das berichtete Ortsvorsteher Michael Nachbaur während des Ortstermins. Anwohner klagten trotz einiger Entfernung der Hütte zu den Wohngebieten über massiven Lärm durch extrem laute Musik und Radau. "Einfach alles wieder aufzubauen, ergibt keinen Sinn", erklärte Nachbaur. Die Alternativen: abreißen, erhöhte Schutzmaßnahmen oder ein neues Konzept. "Weg damit und der Natur übergeben", lautete eine Wortmeldung aus der Runde, "an diesem Platz gibt es keine Lösung" eine andere. Die Stimmung der Mehrheit der rund 35 Besichtigungsteilnehmer: den Standort aufgeben.

„Wir wollen nichts übers Knie brechen, sondern in Ruhe eine passende Entscheidung finden.“ Klufterns Ortsvorsteher zum Thema Grillhütte.
„Wir wollen nichts übers Knie brechen, sondern in Ruhe eine passende Entscheidung finden.“ Klufterns Ortsvorsteher zum Thema Grillhütte. | Bild: Michael Nachbaur

Die Polizei könne den Platz aufgrund ihrer Personalsituation am Wochenende nicht regelmäßig kontrollieren, stellte Nachbaur während der Besichtigung fest: "Die wollen ja kontrollieren, haben aber nicht die Möglichkeiten, um das zu leisten." Ein Klufterner sagte, seiner Beobachtung nach würde eine Streifenwagen-Besatzung bei dem Aggressionspotenzial der Störenfriede nicht ausreichen, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

Die Klufterner Grillhütte entstand 2007 in Zusammenarbeit von Agenda-Gruppen, Freiwilligen, Ortsverwaltung und örtlichen Unternehmen. "Sie ist ein tolles Objekt, das mit viel ehrenamtlicher Hilfe erstellt wurde", sagte Nachbaur im April.

Das Thema werde intern in den Fraktionen beraten, informierte der Ortsvorsteher in einer Sitzung des Ortschaftsrates Mitte Mai. Außerdem werde bei Gruppen und Vereinen in der Ortschaft der Bedarf abgefragt.

"Wir sind immer noch in der Findungsphase", hat Ortsvorsteher Nachbaur in einem Telefonat Auskunft gegeben. Er ergänzte: "Das ist keine einfache Entscheidung. Wir wollen alles abklopfen und fragen beispielsweise bei Vereinen und Gruppierungen nach. Wir wollen nichts übers Knie brechen, sondern in Ruhe eine passende Entscheidung finden." Das Thema Grillhütte werde nach der Sommerpause in einer Sitzung des Ortschaftsrates beraten.