In fröhlichen Bögen jubeln Instrumente auf, eine eingängige Melodie schwingt in den Saal. Kurz gehen die Linien nachdenklich zurück, um gleich wieder Anlauf zu nehmen. „Politherias – The Hymn“ heißt das Werk, der jugendliche Komponist dirigiert die Uraufführung im Graf-Zeppelin-Haus selbst.

Präzise gibt Richard Amadeus Mukasa den Einsatz

Richard Amadeus Mukasa ist 18 Jahre alt, er absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an der Musikschule und spielt selbst Schlagzeug. Präzise gibt er dem Jugendsinfonieorchester den Einsatz, das ihm engagiert bis zum Schlussakkord folgt. Im Anschluss widmet sich die Streicherfraktion des Orchesters, wieder unter dem Dirigat seines Leiters Andres Schreiber, dem „Palladio“ von Karl Jenkins und beweist viel Sinn für Rhythmus und Klangfarben.

Pianisten machen den Anfang

Die erste Hälfte des Musikschulkonzerts gehört den Pianisten. Zwischen zehn und 16 Jahren sind sie jung, haben sich bei „Jugend musiziert“ bewährt und zeigen Klaviermusik in unterschiedlichen Facetten. Gelassen breitet Marlon Schätzle Rachmaninows Prélude cis-Moll zwischen wuchtigen Akkorden und Melancholie aus. Leyi Li bringt Beethovens G-Dur-Sonate frisch und ohne Pathos auf die Tasten, dem „Presto“ der Mondscheinsonate verleiht Justin Bauer Chen energischen Ausdruck. Um die freundliche Melodie der „Engelssimmen“ von Friedrich Burgmüller lässt es Maja Knesevic hell glänzen. Mit Reife und Feingefühl interpretiert Elias Bayha zwei Sätze aus einer C-Dur-Sonate von Mozart.

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Den krönenden Abschluss bildet das Jugendsinfonieorchester mit Beethovens erster Sinfonie. Von den ersten, durch präzise pizzicati der Streicher akzentuierten fragenden Akkorden der Holzbläser bis zum lebhaft ausgespielten Schluss zeigen sich die jungen Musiker nicht nur spielfreudig und temperamentvoll, sondern hoch konzentriert und sorgfältig.

Musikalischer Humor des Komponisten

Punktgenau setzen Querflöten Akzente oder leuchten die Themen aus, in klarer Souveränität eröffnen die zweiten Geigen das Andante, Hörner singen, Celli tanzen, dabei lachen die Musiker einander immer wieder zu. Sie folgen ihrem Dirigenten nicht nur durch tänzerische oder aufbrausende Passagen. Sie verstehen auch den musikalischen Humor des Komponisten, wenn etwa musikalische Themen wie Bälle durch die Stimmen hüpfen oder die ersten Geigen sich in aller Ruhe an die Tonart des Finales herantasten.