Friedrichshafen – Seit 55 Jahren gibt es die Bächlesfischer (Bäfi) in Fischbach. Den Schnapszahl-Geburtstag werde man aber nicht so groß feiern wie den 50er, erklärt Gruppenführer Bernd Wolferseder, den alle Bäfis nur Eder nennen: "Wir packen das Jubiläum in den Zunftmeisterempfang und den Fischbacher Samstag. Wir hatten ja schon vor fünf Jahren unsere große Ausstellung in der Sparkasse."

Eder ist seit 1979 ein Bäfi. "Offizielles Mitglied wurde ich aber erst 1981, mit zwölf Jahren." Damals führte Karle Ströhle die Bäfis, 15 Jahre tat er das insgesamt. "Er war der Gruppenführer schlechthin", sagt Eder über sein großes Vorbild. Ströhles Maske hat dessen Familie der Gruppe übergeben. "Sie wird, genau wie die Maske Nummer 1 von Erwin Wicker, von uns in Ehren gehalten und nicht mehr getragen", erklärt Eder. Dass Maske Nummer 1 nicht mehr getragen wird, liegt auch daran, dass sie noch keine Mundöffnung hatte. Eder hat sie einmal bei einem Umzug getragen und festgestellt: "Jucken kann man damit nicht – man bekommt kaum Luft." Vielleicht waren die ersten beiden Bäfis, Otto und Erwin Wicker, auch deshalb bei ihrem ersten Umzug nicht zu Fuß, sondern auf einem Wagen unterwegs. Wenn auch nur dieses eine Mal. Die Maske von Karle Ströhle hat zwar eine Mundöffnung, aber ihre Augenöffnungen sind sehr klein: "Man kann vielleicht einen Meter vor sich den Boden erkennen." Inzwischen gibt es die sechste Generation der Masken. Jede ist von Hand gemacht und hat ihren eigenen Charakter, auch wenn alle einem Fischbacher Original, dem Fischer Peter Enzenmüller, nachempfunden sind.

Wie ihr Häs aussehen sollte, davon hatten die 19 Fischbacher eine genaue Vorstellung, als sie sich am 29. November 1962 im Gasthaus Traube zur Gründung der Narrengruppe versammelten: Ein Fischer sollte es sein, der eine Holzmaske, Südwester, Stiefel, Lederwams mit aufgemaltem Fisch, Hemd und Hose aus grobem Stoff und Armstulpen trägt. Auf einem Foto von 1963 sind Otto und Erwin Wicker beim Bürgerball bereits in solchen Häsern zu sehen. Schaut man das heutige Bäfi-Häs an, findet man nur wenige Unterschiede. "Früher war das Wams aus Kunstleder und es war nicht wichtig, was für ein Fisch drauf gemalt war", erklärt Eder. "Die neuen Wämser sind aus Leder und es sind Bodenseefische darauf – ein Angler würde erkennen, welche." Nach ziemlich bunten Jahren wurde festgelegt, dass Hemd und Hose entweder blau oder grün sein müssen.

Seit ihrer Gründung organisieren die Bäfis, später zusammen mit den Schalmeien, die Fischbacher Fasnet. Seit 1963 gehört der Eröffnungsball dazu und der Fischbacher Samstag ist traditionell im Häfler Westen der Fasnetstag schlechthin. Dann wird in vielen Häusern, beim Umzug durch die Straßen, an Ständen am Umzugsweg, in der Festhalle und in Gaststätten Dorffasnet gefeiert.

Dieses Jahr fällt der Fischbacher Samstag auf den 18. Februar. Vertreter vieler befreundeter Narrenzünfte werden sich morgens beim Zunftmeisterempfang treffen. Auch zum Umzug werden noch mehr Gäste erwartet als sonst: 39 Startnummern wurden vergeben. Zehn Musikgruppen sind dabei, auch die badische Nachbarschaft ist gut vertreten.

 

Bächlesfischer

Die Bächlesfischer wurden 1962 gegründet und kamen 1963 als sechste Maskengruppe zur Seegockel-Zunft. Der Bächlesfischer lässt sich weder den schaurigen und Furcht einflößenden Wintermasken, noch den fröhlichen Frühlingsmasken zuordnen, sondern gehört zu einer Maskengruppe, die Elemente von beiden enthält. Gruppenführer ist seit 2001 Bernd Wolferseder, zur Maskengruppe gehören knapp 50 Erwachsene und etwa 30 Kinder und Jugendliche. Ihr Narrenruf ist "Fischbach A-Hoi".

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