Um welchen B-31-Abschnitt geht es? Ab Montag lässt das Regierungspräsidium (RP) Tübingen den rund 3,4 Kilometer lange Bundesstraßen-Abschnitt zwischen Friedrichshafen-Kitzenwiese und der Abfahrt Eriskirch-West erneuern. Für die Sanierungsarbeiten muss dieser Bereich voraussichtlich bis Freitag, 15. Juni, halbseitig gesperrt werden. Außerdem werden die Auf- und Abfahrten der Anschlüsse Kitzenwiese und Friedrichshafen-Ost mit einer Gesamtlänge von 3,2 Kilometern erneuert.

Wer wird umgeleitet? Mehr Fahrzeit einplanen sollte, wer von Osten kommend in Richtung Friedrichshafen unterwegs ist. Die Umleitungsstrecke beginnt in Kressbronn an der Abfahrt zur Bundesstraße 467 und führt über Tettnang und Lochbrücke auf die Bundesstraße 30 nach Friedrichshafen und dort zurück auf die B 31. Der Verkehr in Fahrtrichtung Lindau kann zwar auf der Bundesstraße bleiben. Da er an der Baustelle vorbeigeführt wird, sollten aber auch in dieser Richtung Extraminuten einkalkuliert werden. Nach Auskunft von RP-Sprecher Dirk Abel ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Stundenkilometern vorgesehen.

Warum dauert das so lange? Dirk Abel verweist zum Einen auf den Umfang der geplanten Maßnahme und die Unterbrechungen. Um die verkehrlichen Auswirkungen insbesondere zu Messe- und Ferienzeiten "auf ein erforderliches Mindestmaß zu reduzieren" wird die halbseitige Sperrung dem RP zufolge zwischendurch aufgehoben. Die effektive Bauzeit betrage sieben Wochen, sagt Dirk Abel. Nur eine Vollsperrung hätte es ihm zufolge möglich gemacht, deutlich schneller voranzukommen. Dafür fehlen allerdings geeignete, ausreichend leistungsfähige Umleitungsstrecken.

Wann ist die B 31 dann also doch in beiden Richtungen befahrbar? Während der Messe Tuning World Bodensee, die von Donnerstag (Christi Himmelfahrt) bis Sonntag, 10. bis 13. Mai stattfindet, sowie während der beiden Pfingstferienwochen, 19. Mai bis 3. Juni, soll die Hauptfahrbahn der B 31 für den Verkehr freigegeben werden. Ziel ist es Dirk Abel zufolge, die Straße vor jeder Bauunterbrechung verkehrssicher und für alle Fahrzeuge befahrbar zu machen. "Trotz allem handelt es sich weiterhin um einen Baustellenbereich", ergänzt er.

Was wird während der Bauphasen genau gemacht? Das RP Tübingen lässt "die schadhaften Schichten der B 31 erneuern". Auf der gesamten Baulänge von insgesamt 6,6 Kilometern ist laut Mitteilung eine Fläche von rund 48 000 Quadratmetern Straße zu sanieren. Dabei werden rund 30 000 Tonnen Asphalt in drei übereinander liegenden neuen Schichten eingebaut. Für den Abtransport des Asphaltfräsgutes und die Anlieferung des erforderlichen Asphaltmischgutes sind nach RP-Angaben jeweils rund 1200 Sattelzugfahrten erforderlich. Außerdem müssen im Nachgang die Bankette angeglichen, die Schutzplanken höher gesetzt und die Fahrbahnmarkierung aufgebracht werden.

Gibt es Einschränkungen im Bereich der Abfahrten? Während auf der Bundesstraße bis zum 30. April der südliche Fahrstreifen erneuert wird, werden auch die südlich der Straße gelegenen Fahrbahnäste der Anschlussstellen B 30/B 31 "FN-Nordost" (Kitzenwiese) und B 31/L 328a „Friedrichshafen-Ost“ saniert. An der Anschlussstelle Kitzenwiese kann in diesem Zeitraum nur noch von der B 31 ausgefahren werden, teilt das RP mit. An der Anschlussstelle Friedrichshafen-Ost kann nur noch auf die B 31 aufgefahren werden. Voraussichtlich vom 2. Mai bis zum 15. Juni, während der Sanierung des nördlichen B-31-Fahrstreifens, folgt auch die Erneuerung der nördlich der Straße gelegenen Anschlussstellen. Hierbei kann nach RP-Angaben aber an beiden Anschlussstellen sowohl von der B 31 ausgefahren als auch auf diese aufgefahren werden.

Warum ist das Ganze überhaupt notwendig? Die Sanierungsarbeiten an der B 31 werden nach Auskunft des Regierungspräsidiums aufgrund diverser Schäden, wie beispielsweise Rissen im Fahrbahnbelag und fehlendem Verbund zwischen den einzelnen Asphaltschichten, sowie weiteren Schäden in der Fahrbahn erforderlich. Zwar gab es auf dem viel befahrenen Bundesstraßenabschnitt auch in den vergangenen Jahren immer wieder Sanierungsarbeiten – allerdings immer nur stellenweise und provisorisch.

Und wer bezahlt das Ganze? Die voraussichtlichen Baukosten für die Gesamtmaßnahme liegen laut RP bei rund 2,2 Millionen Euro und werden vom Bund getragen.

Gibt es darüber hinaus Einschränkungen? An zwei Terminen ist auch der Riedleparktunnel in Friedrichshafen in diesem Monat gesperrt. Am Samstag, 14. April, findet dort laut Mitteilung des Landratsamtes eine Brandschutzübung statt. Übungsszenario sei ein Brand mit mehreren Verletzten. Der B-31-Tunnel werde dafür von 13 bis spätestens 20 Uhr voll gesperrt, der Verkehr umgeleitet. Wenige Tage später steht laut Landratsamt die nächste reguläre Wartung des Tunnels an. Dafür wird eine Sperrung in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, 19./20. April, 19 bis 6 Uhr, erforderlich.

Muss das denn unbedingt alles gleichzeitig sein? "Die Übung und die Wartung auf einen gemeinsamen Termin zu legen, wäre nicht sinnvoll gewesen, weil der Tunnel dafür mehr als einen Tag lang gesperrt werden müsste", teilt das Landratsamt mit. Alle Sperrungen waren Gegenstand einer jährlich stattfindenden Planungsrunde, bei der Vertreter verschiedener Baulastträger ihre Projekte abstimmen. Und nicht nur sie müssen aneinander vorbeikommen, auch Ferienzeiten, Messen und Feiertage werden mit einbezogen. Die Übung muss zudem an einem Termin erfolgen, an dem alle Beteiligten zur Verfügung stehen, erklärt Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamtes.

Einen Überblick zu weiteren in diesem Jahr absehbaren Straßensperrungen in Friedrichshafen finden Sie hier.