Einen Tag lang steht das Ringhotel Krone in Schnetzenhausen Kopf: Das Personal trägt zwar seriös schwarze Hosen und weiße Hemden, dazu aber Glitzerkrawatten und Ringelstrümpfe, die angesteckten Namensschilder sind umgedreht. Das Besteck fürs Galadiner ist verkehrt gedeckt und die Speisekarte enthält zwar das für die Krone typische Wild, es versteckt sich aber in einer Frühlingsrolle. Die Auszubildenden haben Familien, Lehrer und Ehemalige eingeladen.

„Wir wollen vieles anders machen. Die Karten zum Beispiel sind schlicht gehalten: klare Linie, keine blumige Beschreibung. Und wir haben die Gastronomie aufgefrischt“, sagt Tobias Woserau, der ein duales Studium für Hotel- und Gastronomiemanagement absolviert. Seit er 15 Jahre alt war, hat er in der Gastronomie gearbeitet. „Mir macht es Spaß, Kunden zu beraten und ihnen ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern. Menschen glücklich machen, das ist das wichtigste.“ Heute hat er als Restaurantleiter die Veratwortung für den Ablauf. Der Azubitag ist von der Konzeption über die Einladung bis zur Verwirklichung selbst gestaltet, Chefs und Ausbilder durften nur helfen. Im Oktober ging es mit ersten Ideen los, verschiedene Teams planten die Umsetzung. Das Dekoteam hat den Saal geschmückt, Luftballons weisen den Gästen den Weg zu ihren Plätzen. Dort steht auf selbstgemalten Kärtchen „danke“, „auf dein Wohl“ oder „schön, dass du da bist“. Das Kreativteam hat eine Zeitung und Schaukästen erstellt. Für die Cocktails am Abend ist das Rebkellerteam zuständig, das Weinteam stellt den diesjährigen Azubiwein vor. Die Krone unterhält eine Kooperation mit dem Weingut Gierer in Nonnenhorn.

„Das Besondere an dem Wein ist, dass wir von der Blüte bis zur Lese mitgeholfen haben“, sagt Lisa Volz. Die Azubis haben geholfen, Trauben auszuschneiden, damit der Stock genügend Kraft behält. Besonderen Spaß hat die Weinlese gemacht. Danach gab es noch eine Führung: „Bei der Kellertechnik können wir nicht viel tun“, sagt Volz. Der Azubi-Wein in diesem Jahr ist ein Grauburgunger, Jahrgang 2016, Lage: Nonnenburger Seehalde. „Er hat eine dezente Säure, und schmeckt etwas nach Quitte, grünem Apfel und Honig – aber probieren muss jeder selbst.“

Chefkoch für einen Tag ist David Leonardi. „Ich habe schon immer gern gekocht, mit der Mama oder mit der Oma, da war es für mich klar, dass ich die Ausbildung mache“, sagt er. „Für das Menü haben wir versucht, das zu nehmen, wofür die Krone steht, und das kreativ umzusetzen.“ So gibt es als Amuse-Bouche ein Stück gebratenen Zander – zu Currylinsen. Auf eine Suppe aus gelben Beten kommt ein Espuma aus roter Bete, wegen des Farbkontrasts. Die Rinderhüfte für den Hauptgang ist seit dem Vormittag im Ofen. „Sie wird bei 58 Grad ganz langsam gegart und kommt nur kurz auf den Grill“, sagt Leonardi. Lena Wesener führt die Familien durch das Haus. Nach einer halben Stunde treppauf, treppab, am Innen- und Außenpool vorbei und durch die diversen Stuben des Restaurants sagt ein Vater: „Da braucht man ja ein GPS!“ „Am Anfang war es für uns auch schwer, sich zurechtzufinden“, sagt Wesener. Wie gut sie sich heute auskennen, haben die Azubis an ihrem Tag bewiesen.