Sie sehen ein Erstarken des Rechtsradikalismus in der Region und wollen dem entgegentreten. Für den Antikriegstag am Sonntag, 1. September, hat sich eine Gruppe aus Gewerkschaften, Kirche und Friedensorganisationen zusammengeschlossen, um mit einem Spaziergang gegen Rechts Farbe zu bekennen.

Jede der drei geplanten Stationen wird einen Schwerpunkt haben, über die Lilo Rademacher von der Vorbereitungsgruppe und Stadtarchivar Jürgen Oellers sprechen werden. Los geht es um 16.30 Uhr am Zeppelin Museum. Dort soll es um die Rolle der Häfler Industrie während des Zweiten Weltkrieges gehen. Am Rathaus steht die Politik während der Nazi-Zeit im Mittelpunkt, bei der St. Nikolaus-Kirche soll es dann um den Widerstand gehen. Um 17.30 Uhr hält der Sozialwissenschaftler Richard Detje von der wissenschaftlichen Vereinigung für Kapitalismusanalyse und Gesellschaftspolitik Ahrensburg im Gemeindesaal St. Nikolaus einen Vortrag, in dem es um die heutige Entwicklung des Rechtsradikalismus geht.

Schon seit zehn Jahren organisiert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mit anderen Gruppen anlässlich des Antikriegstages in Friedrichshafen Vorträge – nun soll das Format erweitert werden. „Das ist das erste Mal, dass wir diesen Spaziergang machen“, sagt Lilo Rademacher. „Wir haben uns gedacht, wir gehen raus, um stärker wahrgenommen zu werden“, ergänzt Inge Jakowlew vom Bürgerbüro der Linken. Denn der Rechtsradikalismus sei auch in der Region stärker und öffentlicher geworden. „Es ist wichtig, dass man ein Zeichen gegen Rechts setzt.“

Sorgen über Störenfriede machen sich die Organisatoren nicht. Der Spaziergang sei angemeldet. Von einer Gegendemonstration sei ihnen bisher auch nichts bekannt. Alle Interessierten sind zu diesem Spaziergang herzlich eingeladen. Zusagen seitens der Stadt oder des Gemeinderates gibt es bisher nicht, wie Lilo Rademacher etwas enttäuscht erzählt. Stadtarchivar Jürgen Oellers tritt bei der Veranstaltung als Privatperson, nicht als städtischer Mitarbeiter auf, wie die Organisatoren betonen.

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