Sechs Prozesstage lang überließ der wegen versuchten Mordes angeklagte 22-Jährige aus Friedrichshafen das Reden seinem Verteidiger. Sogar als die Anfang März im Fallenbrunnen mit mehr als 40 Messerstichen schwer verletzte 17-jährige Ex-Freundin als Zeugin auftrat, zeigte er keine Reaktion.

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Gestern aber ein emotionaler Auftritt: Als Richter Veiko Böhm vom Ravensburger Schwurgericht nach langer Beratungspause den Antrag seines Anwalts Klaus Martin Rogg ablehnte, einen weiteren psychiatrischen Gutachter aus München zuzuziehen, reagierte der Angeklagte laut und aggressiv. Er forderte „ein professionelles Gutachten“, nannte die Aussagen der zuvor vom Gericht bestellten Sachverständigen Roswita Hietel-Weniger „Vermutungen“.

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Und weiter: „Es soll doch professionell und gerecht laufen.“ An den Richter gewandt: „Das ist meine einzige Bitte. Was haben Sie zu verlieren?“ Verteidiger Rogg hatte zuvor von einer möglichen Affekthandlung oder einer seelischen Störung zur Tatzeit seines Mandanten gesprochen. Durch ein Darlehen seines Bruders hat der Angeklagte inzwischen 15 000 Euro Schmerzensgeld an seine Ex-Freundin überweisen lassen und ihr übermittelt: „Du musst nie mehr Angst vor mir haben.“ Ein Urteil könnte am 19. November fallen.

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