Lärm, Sicherheit, Autos und auch Fahrräder: Das sind Themen, die Anwohner im Friedrichshafener Kern besonders bewegen. Das wurde bei der jüngsten Veranstaltung des Altstadtforums deutlich. Dazu konnte der Sprecher Alfred Eger als Referenten dieses Mal Hans-Jörg Schraitle begrüßen, den Leiter des Amts für Bürgerservice, Sicherheit und Umwelt in der Stadtverwaltung – einem der "öffentlich wirksamsten Ämter", wie Schraitle dazu eingangs erläuterte.

In der Tat erscheint die Fülle der Aufgaben groß, die das BSU, wie Schraitle sein Amt bezeichnete, bewältigen muss. Die Feuerwehr kommt darin vor, das Standesamt spielt eine Rolle und auch der Umweltschutz, und Schraitle spannte einen Bogen bis zum Naturausgleich für Baumaßnahmen. Aktuell befassen sich einige der 80 Mitarbeiter auch mit der geplanten B 31-neu: Da muss der Boden nach Bombenblindgängern abgesucht werden. Auch die Märkte werden über sein Amt organisiert, und da wusste Schraitle den gut 25 Teilnehmern der Versammlung Neues von Schlemmer- und Wochenmärkten zu berichten. So bekommt der Schlemmermarkt neue Tische, Schirme und Stühle. Denn diese Samstagveranstaltung solle nicht nur Markt sein, sondern auch ein Ort, "wo man sich trifft, wo man einfach mal gemütlich zusammensitzt". Auch eine Plattform für Vereine soll der Schlemmermarkt sein, für den in diesem Jahr wieder 19 Programmpunkte im Veranstaltungsreigen geplant seien. Etwas Kummer bereite der Wochenmarkt am Charlottenhof: Da habe die Frequenz nachgelassen. Dafür wusste Schraitle von den großen Häfler Veranstaltungen wie dem Seehasenfest oder dem Kulturufer Positives zu berichten.

Das Seehasenfest erfreue sich unter Schaustellern auch wachsender Beliebtheit, weil es eine Eigenart habe: "Die Friedrichshafener kommen bei Wind und Wetter." Es gebe fast 25 Prozent mehr Bewerbungen von Ausstellern. Ähnlich beim Weihnachtsmarkt: Auch da gibt es mehr Nachfrage. In diesem Jahr soll der 40. Weihnachtsmarkt stattfinden. "Vielleicht machen wir da was Besonderes."

Besonderes Interesse aber rief das Thema Lärm hervor, zu dem Schraitle den Gehalt des Lärmaktionsplans vorstellte, "ein ganz heißes Thema". 48 Kilometer Straßennetz seien für eine Kartierung "häusergenau" untersucht worden. Ein Ergebnis seien die Strecken mit dem 30er-Tempolimit. Doch lasse sich das nicht ausdehnen, weil viele Straßen klassifiziert seien: als Kreis-, Landes- oder Bundesstraßen. Da könne die Stadt nicht handeln, wie sie will. Diskussionen löste dabei auch die Umgebung des Hinteren Hafens aus, wo Anwohner schon länger über nächtliche Raser klagten. Diese Leute müssten schon auf frischer Tat ertappt werden, klärte Schraitle auf.

Den manchmal gewünschten Schwellen in der Fahrbahn erteilte er eine Absage: Die dadurch verursachten Geräusche seien häufig mehr störend "am Tag und in der Nacht". Als "ein ganz, ganz, heißes Thema" bezeichnete er auch die Fußgängerzone im Spannungsfeld zweier Interessen: nach mehr Autos, die mehr Frequenz bringen sollen, und dem Wunsch nach einem möglichst verkehrsfreien Raum. An der Grundidee, wie sie vor 13 Jahren erdacht wurde, wolle er nicht rütteln, stellte der Amtsleiter fest. Aber er versprach, es werde verstärkt darauf geachtet, dass tatsächlich nur jene Fahrzeuge in die Fußgängerzone kommen, die eine Ausnahmegenehmigung haben.

Mehr Kontrollen

Fußgängerzone und Verkehr: Diese Themen erregen nach wie vor die Gemüter, wobei auch wieder die Forderung nach Pollern aufkam, wie sie jüngst erst von der Stadt abgelehnt wurden. Nach wie vor gebe es zu viele Autos in der Fußgängerzone. Und noch eine Gruppe Verkehrsteilnehmer hatten Besucher im Visier: Radfahrer, die im Sommer wider alle Verbote über die Promenade fahren.

Der Ruf nach mehr Kontrollen kam auf. Und Schraitle stellte fest, dass Schilder nicht viel nutzen. Die zu missachten, das sei heute "ein gesellschaftliches Problem". Deshalb wünschten Teilnehmer des Altstadtforums, das die Stadt durchgreift: mit Bußgeldern für Radfahrer. Einmal dabei, kamen auch Beschwerden über noch eine Gruppe flotter Verkehrsteilnehmer auf: die Skater, die oft noch flotter als Radler unterwegs seien. (aep)