Wo heute noch Kirschbäume an der Möwenstraße stehen, sollen in naher Zukunft acht Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 48 Wohnungen entstehen. So zumindest sehen es die Pläne von Michael Kling für das Projekt „Kirschgarten Seemoos“ vor. Am Dienstag wird sich der Technische Ausschuss des Gemeinderats damit befassen. Denn für diese Baupläne muss der bestehende Bebauungsplan aus dem Jahr 1968 geändert werden. Der Gemeinderat soll am 18. Juni beschließen, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan im sogenannten vereinfachten Verfahren für die rund einen Hektar große Fläche aufzustellen, also ohne öffentliche Beteiligung oder Umweltprüfung. Nach dem Beschluss soll eine öffentliche Informationsveranstaltung stattfinden.

Eigentümer-Familie Kling plant Überbauung seit zehn Jahren

Erste Überlegungen der Eigentümer-Familie Kling, die eigene Obstanlage zu überbauen, gab es schon vor über zehn Jahren. Damals war sie aber noch nicht im Besitz aller nötigen Flächen, wie in der Ratsvorlage zu lesen ist. Mit dem Erwerb dieser Grundstücke wurde das Architekturbüro Oberschelp beauftragt, Pläne für die Überbauung zu entwickeln. Variante 1 wählte der Technische Ausschuss im Februar aus, um auf dieser Basis den Bebauungsplan zu entwickeln. Dieser soll im Vergleich zu heutigem Baurecht eine „maßvolle Verdichtung“ des Gebiets zulassen, wünscht sich der Bauherr. Am Reihenweg und entlang der neu angelegten Privatstraße an der Bahnlinie bis zum Schwanenweg sind vierstöckige Gebäude mit jeweils drei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss vorgesehen. An der Möwenstraße sollen die Häuser ein Stockwerk weniger haben. Eine zentrale Tiefgarage mit einer Ein- und Ausfahrt soll ausreichend Stellplätze schaffen.

Frage der Sozialquote noch offen

Keine Aussage findet sich in den Ratsunterlagen zur Sozialquote. Nach den vor einem Jahr vom Gemeinderat beschlossenen Richtlinien müssen 25 Prozent der neu geschaffenen Geschossfläche Sozialwohnungen sein, wenn Baurecht neu geschaffen oder wesentlich geändert wird. Dem Bauherrn stehen allerdings weitere Möglichkeiten zur Wahl, um der Sozialquote gerecht zu werden, wie eine Ausgleichszahlung.