Friedrichshafen/Markdorf – Die letzte Outdoor in Friedrichshafen ist vorbei. Damit geht nicht nur für die Messe Friedrichshafen eine Ära zu Ende. In der Stadt und der Region sind in dieser Zeit Freundschaften gewachsen, wie das Beispiel von Christa und Klaus Maurer aus Markdorf zeigt. Schon vor 20 Jahren hat das Paar die ersten Mitarbeiter des Outdoor-Equipment-Teams von Jack Wolfskin beherbergt. Anfangs noch in ihrer kleinen Ferienwohnung im Häfler Stadtteil St. Georgen. "Damals waren es nur Gerold und Dirk, die sind jeden Tag mit unseren Fahrrädern zur Messe geradelt", erinnert sich Christa Maurer.

Dirk Hondrich ist Senior Produkt-Manager im Bereich Ausrüstung, er war damals neu dabei Chefentwickler Gerold Ringsdorf war sein Vorgesetzter. Inzwischen sind die Maurers in ein Haus nach Markdorf umgezogen, das sie vor zwölf Jahren gekauft haben. Dirk Hondrich und Gerold Ringsdorf sind seit zehn Jahren wieder zu Gast, jetzt mit einem großen Team. "Wir hatten dazwischen Jahre der Dürre. Man denkt ja, dass es noch andere Leute gibt, die super sind und die Appartements vermieten, aber in den Jahren dazwischen haben wir sie nicht getroffen", sagt Dirk Hondrich und lacht.

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"Sie sind die warmherzigsten Menschen"

Dirk Hondrich könnte ein Urlauber sein, wie er in Jogginghosen beim Feierabendbier mit seinen Mitarbeitern, den Gästen und Maurers auf dem Balkon sitzt und den Blick auf den See und das Alpenpanorama von Eiger Mönch und Jungfrau bis zur Zugspitze genießt. Aber die großartige Unterkunft ist es nicht alleine. "Christa und Klaus sind die warmherzigsten Menschen, die ich je getroffen habe, sie sind unheimlich authentisch und geben einem nie das Gefühl, dass man nicht weiß, woran man ist und man kann viel Spaß mit ihnen haben", sagt Dirk Hondrich, der zum Schluss mit 14 Leuten bei den Maurers gastiert.

"Eigentlich hat unsere Ferienwohnung ja nur sechs Betten", sagt Klaus Maurer, "aber die Outdoor-Leute sind pflegeleicht." Sie schlafen einfach auf dem Boden, auch die Chefs und auch die Gäste, die teils Herstellerfirmen mit bis zu 1300 Mitarbeitern haben. Wer in der Ferienwohnung keinen Platz findet, schläft auf mitgebrachten Isomatten im eigenen Schlafsack auf dem abgedeckten Swimmingpool, der eigentlich zu Maurers Wohnung gehört. Kein Problem für Christa und Klaus Maurer, sie haben vollstes Vertrauen zu ihren Gästen, die locker im Vier-Sterne-Hotel residieren könnten. "Wir fänden es schade, die ganze Woche im Hotel zu sein. Wir sind zwar eine Firma, aber eben familiär orientiert", sagt Hondrich.

Wer noch nie Schnee gesehen hatte, wurde in die Berge kutschiert

Familienanschluss gab es bei den Maurers reichlich, zum Beispiel beim gemeinsamen Segeln auf dem eigenen Boot und beim Baden. Christa Maurer kümmerte sich auch rührend um die Gäste aus Fernost, die "Mädle" sind nicht selten Verkaufschefinnen großer Firmen. Wer noch nie Schnee gesehen hatte, der wurde von den Maurers kurzerhand in die Berge kutschiert. "Ich glaube, die Offenheit der Menschen hier hängt mit der Umgebung zusammen", vermutet Schlafsackfabrikant Dennis Tseng aus Kanada.

Dirk Hondrich geht mit einem weinenden Auge. "Es ist unendlich schade, dass wir all das hier nicht mehr genießen werden", sagt er. "Aber wenn ich den Verlauf der Messe in den letzten Jahren betrachte, dann war das eher rückläufig und konzeptionell nichts Neues." Die Schuld sei aber nicht allein bei der Messe zu suchen, auch bei der Organisation habe es Versäumnisse gegeben. München biete jetzt die Chance auf einen Neuanfang.

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Geschenke zum Abschied

Dieser letzte gemeinsame Abend wird etwas melancholisch. Beim Abschied gibt es Gänsehaut. Um den Gastgebern eine Freude zu machen, haben Ringsdorf und Hondrich vom Firmensitz Idsteiner Wein Jahrgang 1998, dem Jahr ihres ersten Besuchs bei den Maurers, mitgebracht. Mit Gesang bei Kerzenschein und Gitarrenklängen verabschieden sich die Gäste in Lagerfeuermanier. "Da dachte ich wieder, was für ein tolles Team das doch ist", sagt Christa Maurer.