Der überaus deutliche und in dieser Höhe nicht unbedingt zu erwartende Sieg von Sandra Flucht bei der Bürgermeisterwahl in Wilhelmsdorf, war gestern Tagesgespräch in Ailingen. Die Ortsvorsteherin von Ailingen errang auf Anhieb 66,5 Prozent der abgegebenen Stimmen. Ihr als schärfster Konkurrent gehandelter Mitbewerber Timo Egger landete deutlich abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Der stellvertretende Ortsvorsteher der Ravensburger Teilgemeinde Taldorf und in Personalunion ehrenamtliche Bürgermeister der Nachbargemeinde Fleischwangen kam auf 27,7 Prozent.

Nach einer unruhigen Nacht, vom Wahlabend her noch „aufgewühlt und aufgeregt“, erschien Sandra Flucht gestern etwas später als gewohnt zum Dienst. Sie telefonierte mit Oberbürgermeister Andreas Brand, führte Gespräche mit ihren Mitarbeitern und beantwortete zahlreiche Glückwünsche „von Leuten aus aller Herren Länder“, wie sie unserer Zeitung sagte.

Nachdem die Anspannung vorüber war, führte die neue Bürgermeisterin am Sonntagabend viele Gespräche mit Menschen, die zur Feier in den Bürgersaal gekommen waren. Nach ihrer Verabschiedung als Ortsvorsteherin am 12. Mai in Berg wird sie noch einige Tage Urlaub machen. „Ich will mich sammeln und Abstand gewinnen, um dann die neue Aufgabe angehen zu können“, sagte sie.

Oberbürgermeister Andreas Brand gratulierte den Wilhelmsdorfern zu einer „ausgesprochen guten Wahl“. „Natürlich freue ich mich für unsere Ortsvorsteherin Sandra Flucht, dass sie in Wilhelmsdorf ein so gutes und überzeugendes Ergebnis im ersten Wahlgang holen konnte. Und dazu gratuliere ich ihr sehr herzlich, auch wenn wir sie nur ungern gehen lassen. Sie ist und war ein Gewinn für die Ortschaft Ailingen und die Stadt Friedrichshafen“, erklärte Brand auf Nachfrage.

Ihre Arbeit in den vergangenen fast zehn Jahren, als Ortsvorsteherin von Ailingen, sei ein Empfehlungsschreiben für die Zukunft. Wörtlich erklärte Brand: „Kompetenz, Tatkraft und Durchsetzungsstärke, gepaart mit Freundlichkeit und Zugewandtheit zu den Menschen, dem notwendigen Fingerspitzengefühl und Freude an der Arbeit vor Ort und mit den Menschen, das zeichnet Sandra Flucht aus.“ Dass sie nun den nächsten Schritt auf ihrem persönlichen Karriere- und Lebensweg gehe, darüber freue er sich und wünscht ihr für diesen Weg alles Gute.

„Wir sehen ihren Weggang mit einem tränenden, aber auch einem lachenden Auge“, fasste am Montag Sonja Kramer aus Ailingen-Raderach ihre Gefühle zusammen. „Ich freue mich für Sandra Flucht und ihren Erfolg.“ Sie als Frau ist überzeugt, dass Sandra Flucht mit ihrem Charme die Menschen in Wilhelmsdorf für sich eingenommen hat.

Der noch amtierende Wilhelmsdorfer Bürgermeister Hans Gerstlauer machte eine ähnliche Beobachtung in den Tagen vor der Wahl. „Ich hatte den Eindruck, dass Frau Flucht die Köpfe und die Herzen vieler Wilhelmsdorfer erobert hat.“ Das habe sich auch beim anschließenden Fest nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses im Bürgersaal gezeigt. „Ich bemerkte hier eine große Zustimmung der Bürger zum Wahlergebnis.“ Auch er selbst könne sich über das Wahlergebnis freuen.
 

Abschied und Neubeginn

Die bisherige Ortsvorsteherin von Ailingen, Sandra Flucht, wird ihr neues Amt als Bürgermeisterin der Gemeinde Wilhelmsdorf (Kreis Ravensburg) zum 1. Juni 2016 übernehmen. Die Verabschiedung von Sandra Flucht ist auf Donnerstag, 12. Mai, im Gemeindehaus Berg terminiert. Beginn der Feier wird um 19.30 Uhr sein.

Bis dahin hat der Amtsinhaber Hans Gerstlauer das Heft in der Hand. Er ist seit 19 Jahren in Wilhelmsdorf Bürgermeister. Seine Verabschiedung ist für Dienstag, 31. Mai, ab 18 Uhr geplant.

„Um 24 Uhr verlasse ich das Spielfeld“, erklärte Gerstlauer. Bis dahin will er „mit Freude und großer Energie“ sein Amt ausfüllen. Gerstlauer bietet einen guten und geordneten Übergang für seine Nachfolgerin an.