Bleibt die 2007 von Ehrenamtlichen erbaute Grillhütte im Waldgebiet an der Holzgasse erhalten oder wird sie abgerissen? Sie ist seit März 2018 gesperrt, nachdem sie zum dritten Mal teilweise zerstört wurde. Der Ortschaftsrat Kluftern beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Thema. Bei einem Ortstermin im April mit hauptsächlich Agenda-Aktiven und Ortschaftsräten war eine Mehrheit für einen Abriss erkennbar.

Die mit viel ehrenamtlichem Engagement gebaute Grillhütte in Kluftern, die mehrfach verwüstet wurde, ist seit März 2018 geperrt. Entschieden ist noch nicht, ob es hier weitergeht.
Die mit viel ehrenamtlichem Engagement gebaute Grillhütte in Kluftern, die mehrfach verwüstet wurde, ist seit März 2018 geperrt. Entschieden ist noch nicht, ob es hier weitergeht. | Bild: Georg Wex

Nun wurde in der Sitzung die Tendenz deutlich, die Grillhütte nach Abwägung aller Kosten und mit neuem Konzept wieder aufzubauen. Die Kosten müssen erst genauer ermittelt werden, könnten aber schnell einige 10 000 Euro betragen. "Wir müssen dann entscheiden, ist es uns das wert, dieses Geld in die Hand zu nehmen", sagte Ortsvorsteher Michael Nachbaur. Auch die Kosten für einen Rückbau werden ermittelt. Wie auch immer dann entschieden wird, Geld ist dafür im Doppelhaushalt der Stadt Friedrichshafen nicht vorgesehen.

Problemfelder sind identifiziert

"Es gibt viele Argumente für und gegen einen Wiederaufbau", erläuterte der Ortsvorsteher die Diskussionen in den vergangenen Monaten in den Ortschaftsratsfraktionen, den Agenda-Gruppen und Vereinen sowie die Rücksprachen mit den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung. "Wir haben dann identifiziert, wo die Problemfelder liegen", sagte Nachbaur. Dies sei der jetzige Grill, der keinen richtigen Kamin und Wärmeabzug habe und eine relativ große Feuerfläche.

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Das unterstrich auch deutlich der zur Sitzung eingeladene Stadtbrandmeister Louis Laurösch, der auch auf die Waldbrandgefahr hinwies. Der freie Zugang zur Grillhütte fördere den Vandalismus, erklärte Nachbaur weiter. Und: "Die Dauer, die Lautstärke und die Begleiterscheinungen führen einfach zu großen Belästigungen in der Umgebung." Der Aufwand des Bauhofs für Reinigung und Reparaturen sei exorbitant hoch. Ein weiteres Problem sei, dass unkontrolliert direkt auf dem Gelände und an der schmalen Holzgasse geparkt werde, obwohl ein Parkplatz vorhanden sei.

Nutzungsordnung und Kontrollen im Gespräch

Die Ortsverwaltung sei deshalb der Meinung, dass ein Wiederaufbau der Hütte mit weiterhin freiem Zugang nicht sinnvoll sei. "Das hat sich nach unserer Ansicht nicht bewährt", betonte Nachbaur. Wenn, dann müsse ein neues, überzeugendes Konzept dahinter stehen. Die Idee sei, den Grillplatz zu umzäunen und abschließbar zu machen, die Grillstelle zu verkleinern und aus der Hütte herauszurücken, was laut Laurösch aber einigen Aufwand erfordert, eine Nutzungsordnung zu erlassen, Nutzungsgebühren mit Kaution einzuführen und für Kontrollen durch Sicherheitsdienste oder ehrenamtliche zu sorgen.

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Der eingeladene Hans-Jörg Schraitle, Leiter des Amts für Bürgerservice, Sicherheit und Umwelt der Stadt Friedrichshafen, machte deutlich, eine Überwachung durch die Polizei sei aufgrund von deren Kapazität illusorisch. Rechtlich bedenklich sei die Idee einer Videoüberwachung. "Eine Videoüberwachung unterliegt immer auch einem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Da stellt sich sofort die Frage, ob jeder, der an der Grillhütte aufkreuzt, videoüberwacht werden darf, jeder Wanderer, jede Familie mit ihren Kindern. Da würde ich ein ganz, ganz großes Fragezeichen dahinter stellen", sagte Schraitle.

Benutzungsordnung könnte helfen

Eine Benutzungsordnung sei ein rechtlicher Ansatz. Grundsätzlich sei aber nicht die Problematik, was ist dort erlaubt und was nicht. Das Problem sei, dass bestehende Verbote von anonymen Personen missachtet würden. In der städtischen Polizeiverordnung und im Landeswaldgesetz ständen die Verbote bereits. Eine Benutzungsordnung wäre aber in einer Stunde gemacht. Es würde helfen, wenn um das Areal ein Zaun wäre, und das diejenigen, die dort hineingingen, eine Genehmigung erhielten und es einen Verantwortlichen gebe. "Wenn es einen Verantwortlichen gibt, hat man automatisch eine viel stärkere Kontrolle", sagte Schraitle. Optimal wäre, wenn auch noch jemand darauf schaue, was dort vor sich gehe.