Wiedersehen macht Freude. Und wenn man sich dabei wie in einer großen Familie vorkommen und dabei in herrlichen Erinnerungen schwelgen kann: umso besser. "Ich erinnere mich noch gut an das Donautal-Lager 1986. Schon damals wurde Inklusion bei uns im besten Sinne gelebt. Jugendliche mit und ohne Behinderungen waren in gemeinsamen Zelten untergebracht. Das war für mich eine sehr positive Erfahrung", berichtet etwa Ralf Schupp aus Meckenbeuren. "Das soziale Miteinander gefällt mir nach wie vor", sagt der 41-Jährige. "Deshalb gehört auch meine achtjährige Tochter Annika zum Pfadfindernachwuchs des Stammes Buchhorn. Dafür nimmt man die wöchentliche Fahrt nach Friedrichshafen zu den Gruppenstunden gerne in Kauf." Peter Mohr hat sogar seine alten Pfadfinderausweise mitgebracht. "Dass es in den 1960ern Begrifflichkeiten wie Führerausweis oder Führerversprechen gab, ist heute, Gott sei Dank, undenkbar", betont der 67-Jährige im Austausch mit den nachgewachsenen Pfadfinder-Generationen.

"Alle meine Kumpels waren bei den Pfadfindern – also war es für mich selbstverständlich, auch dazuzugehören", erzählt der 50-jährige Peter Sauter. Dass daraus nachhaltige Freundschaften entstanden sind, werde durch die Tatsache belegt, dass man sich immer noch bei den "Ehemaligen-Lagern" treffe. Darüber freuen sich auch Ramona und Steffen Scholl. "Peter Sauter und ich haben damals die erste reine Mädchen-Gruppe gegründet", sagt Ramona Scholl stolz. "Es gab Jahre mit mehr als 100 Mitgliedern. Wir waren damals sogar in Norwegen und Argentinien", berichtet Steffen Scholl. Peter Sauter denkt gerne an das Weltpfadfindertreffen 1983 in Kanada zurück.

Michael und Ulrike Zeller haben nicht nur ihre Pfadfinderkarriere zusammen erlebt: "Innerstammliche Ehen funktionieren gut", sagen sie lächelnd. Nichts Neues in der Familie Zeller. Auch die Eltern Franz und Ursula Zeller waren gemeinsam bei den "Pfadis". Grund genug zum Danken beim Gottesdienst am Abend in der Columbankirche und zum weiteren Feiern bei Musik am Lagerfeuer, wo der Gesprächsstoff ebenfalls nicht ausging. Und zwei Neuanmeldungen gibt's auch schon, wie Vorstandsmitglied Dominik Paul mit großer Freude registriert.