Ein Stück Grün in Seemoos wird wohl schon im Frühjahr 2019 überbaut. Der Technische Ausschuss hat in seiner Sitzung am Dienstag den Plänen zur Überbauung zugestimmt, endgültig entscheidet der Gemeinderat am 18. Juni. Das Projekt „Kirschgarten-Seemoos“ sieht den Bau von acht Mehrfamilienhäusern vor – darin sollen 48 Wohnungen entstehen.

Eigentümer Michael Kling erläuterte den Ratsmitgliedern in der Sitzung die Pläne. „Schon seit vielen Jahren überlegt meine Familie, was wir mit dem Grundstück machen“, so Kling. Nun sei der Plan gereift, darauf Wohnhäuser zu bauen. „Das Gelände soll durchgrünt bleiben und es soll mit einer besonderen Architektur gearbeitet werden, um den Charakter des Kirschgartens zu erhalten“, erläuterte Kling. Die Hofstelle, die derzeit noch auf dem 9600 Quadratmeter großen Grundstück steht, werde auf ein anderes Grundstück in der Stadt verlegt. Kling möchte selbst in eines der Gebäude einziehen, „dort soll vielleicht auch eine Schaubrennerei entstehen“, erklärt er.

Keine Ferienwohnungen

Kling betonte, dass auf dem Gelände keine reine Ferienwohnanlage entstehen werde. „Die Stadt braucht Wohnraum – die 48 Wohneinheiten sollen teilweise verkauft, aber auch vermietet werden“, erläuterte der Eigentümer. Zudem seien davon 25 Prozent sozialgebundender Wohnraum, so wie es die Stadt Friedrichshafen bei Neubauvorhaben fordere, was SPD-Stadtrat Heinz Tautkus ausdrücklich lobte.

Als zuständiger Architekt erläuterte Daniel Oberschelp die derzeitigen Entwürfe. Unter den Häusern soll eine Tiefgarage entstehen, die begrünt werden soll. „So entsteht zwischen den Häusern eine Grünfläche“, erklärte Oberschelp. Die Zufahrt zur Tiefgarage wird über eine neu anzulegende Privatstraße erfolgen, die parallel zur Bahnlinie, also im nördlichen Teil des Geländes geplant ist.

Diskussionen um den Baumbestand

Diskutiert wurde im Ausschuss ausgiebig die Möglichkeit des Erhalts der Bäume, die derzeit auf dem Kirschgarten-Gelände stehen. Ulrich Heliosch von den Grünen plädierte dafür, dass möglichst viele Bäume stehen gelassen werden sollten, auch Annedore Schmid (Ödp) äußerte den Wunsch, das möglichst viele Kirschbäume stehen gelassen werden sollten.

Bernadette Siemensmeyer, die das Projekt als Landschaftsplanerin begleitet, erläuterte dazu, dass alle Hochstämme auf dem Gelände demnächst vermessen und kartiert würden. „So haben wir dann eine genau Baumliste, mit der wir arbeiten können“, erklärte sie. Der große Birnbaum, der am Ende des Geländes steht, solle auf jeden Fall erhalten bleiben. „Dieser Baum ist tatsächlich ortsbildprägend – ich werde alles dafür tun, damit dieser erhalten bleibt“, so Siemensmeyer. Was die Kirschbäume angehe, so warnte sie davor, diese unbedingt teilweise erhalten zu wollen. „Kirschbäume werden höchstens 100 Jahre alt, die bestehenden sind bereits 60/70 Jahre und würden eh in der Zukunft ersetzt werden müssen“, erläuterte die Landschaftsplanerin. Die Grünfläche über der Tiefgarage könne auch mit Sträuchern oder kleineren Bäumen bepflanzt werden. Siemensmeyer betonte auch, dass nach gültiger Rechtslage keine Ausgleichsfläche geschaffen werden müsse. „Wir bleiben deutlich unter der Grenze von 20¦000 Quadratmetern, bei der dies nötig wäre“, erklärte sie.

So geht es weiter

Der Gemeinderat wird nun am 18.¦Juni beschließen, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan im sogenannten vereinfachten Verfahren für die Fläche aufzustellen. Eine öffentliche Beteiligung oder Umweltprüfung ist nicht vorgesehen. Danach soll eine öffentliche Informationsveranstaltung stattfinden. Wenn das beschleunigte Verfahren eingehalten wird, könnte der Bebauungsplan bereits im ersten Quartal 2019 rechtskräftig sein.