Wer eine hitzige, emotionale Debatte erwartet hatte, wurde überrascht: Die digitale Sprechstunde mit der CDU-Landtagskandidatin des Bodenseekreises, Dominique Emerich, und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, zu der die CDU-Kreisgeschäftsstelle am Samstag eingeladen hatte, verlief in ruhigem, freundlichen Ton.

„Wir sind alle wundgescheuert und die Nerven liegen blank“

49 Teilnehmer hatten sich um 12 Uhr mittags eingewählt, als Jens Spahn sagte: „Wir sind alle wundgescheuert und die Nerven liegen blank.“ Gleichzeitig versprach der Gesundheitsminister, es werde das zweite und „nach menschlichem Ermessen auch das letzte Frühjahr“ in der Pandemie sein. Seine Strategie, um das zu erreichen, laute: testen und impfen. Dazu hatten die Teilnehmer aus dem Bodenseekreis einige Fragen.

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„Wo sind die drei oder vier Millionen Dosen Biontech-Impfstoff?“ wollte Dominique Emerich wissen und auch Jörg Frankenreiter hakte nach: „Wer kriegt welchen Impfstoff und wo sind Moderna und Biontech versackt?“ „Die sind nicht versackt, die sind verimpft“, lautete die kurze Antwort des Gesundheitsministers. Landrat Lothar Wölfle sprang ein: „Im Kreis wird Biontech geimpft.“ Später ergänzte der Landrat, dass hier in der vergangenen Woche mit über 700 Impfungen am Tag zum ersten Mal Volllast gefahren worden sei.

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Was Sorge mache, seien die Aussagen der Landessozialministers, der jeden Tag neue Gruppen melde, die in die erste Kategorie hinein sollten – was für Ärger vor Ort sorge. Im April, so Gesundheitsminister Spahn, werde man auch in den Hausarztpraxen impfen können. „Noch ist der Impfstoff zu knapp um die Priorisierung aufzuheben, aber es wird immer pragmatischer“, vertröstete er den Landrat.

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Jens Spahn erklärte die bundeseinheitliche Software für Gesundheitsämter, „Sormas“, und beruhigte den Landrat, dass er die Daten dort nicht händisch einpflegen müsse. Er lächelte, als Uwe Dickreiter fragte, wie er eigentlich mit Anfeindungen umgehe. „Eine Pandemie ist für einen Gesundheitsminister kein Schonwaschgang, aber es kommt nicht darauf an, wie es mir geht, sondern darauf, dass wir alle gemeinsam gut aus dieser Pandemie herauskommen“, antwortete Jens Spahn.