Durch einem Bußgeldbescheid in Höhe von 5 000 Euro, der ihm im März dieses Jahres durch das Landratsamt Bodenseekreis zugestellt wurde, fühlte sich ein Hundetrainer zu Unrecht des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz beschuldigt und legte Widerspruch ein. In einer öffentlichen Hauptverhandlung prüfte das Amtsgericht Tettnang am Freitag die Vorwürfe gegen den 52-Jährigen. Aufgrund der Beweisaufnahme erklärte Richter Christian Pfuhl den Bußgeldbescheid für gerechtfertigt und legte seinerseits den zu zahlenden Betrag auf 4000 Euro fest.

Beschuldigter betreibt Hundepension und -schule

Der 52-Jährige, der gewerbsmäßig eine Hundepension und Hundeschule betreibt, war von ehemaligen Mietern und einer 59-jährigen Hundebesitzerin, die bei ihm eine Ausbildung zur Hundetrainerin machte, angezeigt worden. Die Mieter, die gelegentlich den Keller des Anwesens betraten, berichteten in der Zeugenvernehmung von Hunden, die dort teilweise im Dunkeln, in Transportboxen gehalten wurden oder an kurzen Leinen angebunden ihr Dasein fristeten. Eine Mieterin mit Angst vor großen Hunden wurde Zeugin, wie der 52-Jährige einen angebundenen Jagdhund mit der Schuhsohle trat und anschließend ohrfeigte, nachdem der Hund sie angesprungen hatte.

Hunde seien getreten und geschlagen worden

Auch die Auszubildende, die sich von April bis September 2016 häufig beim 52-Jährigen aufhielt, wollte Zeugin zahlreicher Verstöße gegen die Tierschutz-Hundeverordnung geworden sein. So hätten die Tiere im Keller weder ausreichend Auslauf, noch Zugang zu Wasser gehabt, auch Pensionshunde habe der Mann geschlagen.

Trainer spricht von abgekartetem Spiel

"Die Vorwürfe sind ein inszeniertes Spiel mit dem Ziel, mir persönlich und wirtschaftlich zu schaden", hielt der 52-Jährige dagegen. Mit der Auszubildenden kam es zu Konflikten, da sie auffällig geworden sei, mit den Mietern sei es zu mietrechtlichen Auseinandersetzungen gekommen. Die Anbindehaltung mit unzulässig kurzen Leinen sowie die Unterbringung in Boxen sei jeweils nur kurzfristig erfolgt und Teil von Resozialisierungsmaßnahmen. "Ich erziehe Hunde nach dem Prinzip der Körperlichkeit, da es der Natur entspricht", rechtfertigte der Mann seine Vorgehensweise.

Gutachter bescheinigt Beschuldigtem gute Arbeit

Unterstützung erfuhr der 52-Jährige unter anderem durch einen Gutachter aus München, der einen Wesenstest bei einer von ihm vorbereiteten Hündin durchführte, die Haltungsbedingungen unauffällig fand und dem 52-Jährigen gute Arbeit bescheinigte.

Richter reduziert Anschuldigungen auf sechs Fälle

Zu einer Überprüfung der Verhältnisse vor Ort kam es laut Aussage von Michael Bussek, Leiter des Rechts- und Ordnungsamts, nicht. Der 52-Jährige habe nie geöffnet oder sich in einem Fall, so ein Polizeihauptkommissar, durch Fahrt mit überhöhter Geschwindigkeit vom Hof gemacht. So blieben die Anschuldigungen zeugenlastig und wurden von Richter Pfuhl auf sechs Fälle reduziert, die sich bezüglich Zeitpunkt, Tier und Handlung konkretisieren ließen. "Insgesamt bin ich davon überzeugt, dass sich diese Fälle so zugetragen haben", begründete Pfuhl sein Urteil.