Die vorläufige Haushaltrechnung kann sich in der Tat sehen lassen: Die Stadt hat Mehreinnahmen von rund 28 Millionen Euro gegenüber der Haushaltsplanung. "Rund zwei Drittel davon stammen aus Gewerbesteuer-Einnahmen", begründete es Schuster. Damit sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung in Friedrichshafen auf rund 260 Euro. "Wir sind quasi schuldenfrei", so der Kämmerer.

Doch zu großem Jubel ließ sich Schuster dennoch nicht hinreißen. Schließlich rechne die Stadt ab 2018 mit Mehrbelastungen von 42,6 Millionen Euro. Allein der 2018 anstehende Finanzausgleich schlage mit rund 16,2 Millionen Euro zu Buche. Außerdem seien rund sieben Millionen Euro für neu zu veranschlagende Maßnahmen angesetzt und ab 2020 kostet die B31-Umgehung rund 19,4 Millionen Euro. Doch der Blick in die Zukunft bringt auch Rosiges: Für 2017 schätzt Kämmerer Schuster die Gewerbesteuereinnahmen bei rund 45 bis 48 Millionen Euro.

Schmunzelnd nahmen die Gemeinderäte den recht nüchternen Vortrag des Kämmeres hin. "Dank der sehr konservativen Prognosen sind wir nun in einem Bereich, wo man sich freuen kann", sagt Achim Brotzer (CDU). Nun könne man auch außerplanmäßige Herausforderungen an anderer Stelle stemmen. Kritik kam seitens der Grünen. "Auch die Zunahme des Schwerlastverkehrs trägt zum Gewinn bei, bedeutet aber mehr Belastung für die Bevölkerung", bemerkte deren Fraktionschefin Mathilde Gombert. Oberbürgermeister Andreas Brand erklärte, dass die Schwerlast-Genehmigungen, die die Stadt erstelle, tatsächlich zunehme. "Der kleinste Anteil geht dabei aber von Friedrichshafen aus", erklärte er, "das ist überwiegend eine Handvoll Firmen, die bundeweit fahren."