Die Verträge von mehr als 260 befristeten Mitarbeitern werden zum 1. Juli in unbefristete Arbeitsverhältnisse umgewandelt. Wie es aus ZF-internen Kreisen heißt, wurde die Nachricht darüber hausintern am Standort Friedrichshafen veröffentlicht. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigt dies auf SÜDKURIER-Anfrage und spricht von einer guten Lösung für das Unternehmen und seine Mitarbeiter, macht dazu aber keine weiteren Angaben.

Viele gehören seit Jahren zur Stammbelegschaft

Die 260 befristet Beschäftigten würden zum Teil seit Jahren zur Stammbelegschaft gehören, heißt es in der Information an die Mitarbeiter, die dem SÜDKURIER vorliegt. Obwohl die wirtschaftliche Situation auf dem Weltmarkt noch immer von der Pandemie sowie den Auswirkungen des Lockdowns betroffen sei, die schlechte Verfügbarkeit von Mikrochips und die Störung von Transportketten außerdem die Produktion von Zulieferern und Kunden beeinflusse, gebe es doch auch Lichtblicke.

„So ist zurzeit die Auslastung in weiten Teilen der Produktion in Friedrichshafen besonders hoch und soll es auch bis 2024 oder 2025 bleiben“, erläutert ZF im hausinternen Schreiben. Man spüre eine starke Nachfrage aus China nach den Nutzfahrzeuggetrieben und erwarte, dass es künftig einen Nachholeffekt bei der weltweiten Bestellungen geben wird. Um die dafür nötigen Kapazitäten zu schaffen, bekommen die befristeten Mitarbeiter aus der Produktion ein Angebot zur Übernahme.

So kommentiert die IG Metall die aktuellen Entwicklungen

„Für die mehr als 260 Mitarbeiter ist es eine großartige Nachricht. Damit können sie ihren Familien eine sichere Existenz geben“, sagt Helene Sommer, Geschäftsführerin der IG Metall Bodensee-Oberschwaben, erklärt aber auch: „Der Schritt war überfällig.“ Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften hätten lange darum gekämpft. „Die Verträge wären am 30. Juni ausgelaufen und die Betroffenen hätten sich – um Fristen einzuhalten – sonst morgen arbeitslos melden müssen“, betont Helene Sommer.

Helene Sommer, IG Metall Bodensee-Oberschwaben
Helene Sommer, IG Metall Bodensee-Oberschwaben | Bild: Katy Cuko

Ein Warnstreik der Betroffenen habe zuletzt deutlich gemacht, dass ZF auf die Kollegen angewiesen sei. „Ohne sie geht es nicht“, betont Helene Sommer: „Und wir haben deutlich gemacht, dass wir es nicht akzeptieren werden, wenn ein prekäres Arbeitsverhältnis durch ein anderes prekäres Arbeitsverhältnis ersetzt wird. Die Menschen brauchen eine langfristige Perspektive, das erwarten wir von einem Stiftungsunternehmen“, sagt die IG-Metall-Chefin. Natürlich sei die Freude groß, dass es für die Menschen nun diese positive Wendung genommen habe.

Das steckt hinter dem Tarifvertrag Transformation

ZF schreibt, dass die Einigung nach intensiven Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften möglich geworden sei, „weil sie sich am vergangenes Jahr geschlossenen Tarifvertrag Transformation orientiert und die jetzt geschlossene Vereinbarung flexible Arbeitszeitmodelle sowie Möglichkeiten zur Mehrarbeit, Zusatzschichten und Kapazitätsanpassungen beinhaltet“.

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