Der Klimawandel ist ungerecht. Überflutungen oder ausbleibender Monsunregen schwächen viele Nutzpflanzen wie Kaffee oder Kakao oder zerstören ganze Ernten. Schädlinge und Krankheiten breiten sich auf geschwächten Pflanzen zudem schneller aus. Die Kleinbauern in den Tropen stehen mit dem Rücken an der Wand. Fairer Handel kann dem Klimawandel nicht begegnen, aber gerechte Bezahlung und langfristig verlässliche Partnerschaften schaffen oft den dringend benötigten Spielraum und Sicherheiten. Deshalb ist Corinna Haag, Weltladen Geschäftsführerin in Friedrichshafen, auf die Idee gekommen, den Bürgermeistern der Stadt eine Kaffee-Wette vorzuschlagen, und diese sind die Wette eingegangen.

Kaffee-Wette von 9 bis 13 Uhr

Die Stadtverwaltung wettet, dass der Weltladen es schafft, dass am Samstagvormittag, 29. September, zwischen 9 und 13 Uhr mindestens 2000 Tassen fair gehandelter Kaffee getrunken werden. Sollten es weniger sein, zahlt die Stadt für jede nicht getrunkene Tasse einen Euro, sind es mehr, verdoppelt sie den Wetteinsatz für jede Tasse. "Wir können also nur gewinnen", freut sich Margret Halder. Die Kaffee-Wette markiert das Ende der fairen Woche, die vom Forum Fairer Handel in Kooperation mit TransFair und dem Weltladen-Dachverband immer in der zweiten Septemberhälfte stattfindet. In diesem Jahr steht die Aktion unter dem Motto "Gemeinsam für ein gutes Klima".

Aktionswoche voller Angebote

Im Rahmen der "fairen Woche" findet am 18. September im Ailinger Roncallihaus um 19.30 Uhr zudem ein Vortrag über Wirtschaftsethik statt, am 21. September kann man um 18.30 Uhr faire Weine aus Südafrika und Argentinien im Weltladen verkosten, am 23. September gibt es ab 14 Uhr in Spielehaus und Molke fairen Kaffee, Kuchen und den Film "Fairer Handel für mehr Kinderrechte". Am 29. September spielt zur Kaffeewette auf dem Schlemmermarkt die bolivische Band "Sacambaya – Musiker für Eine Welt".

Kaffee kann auch zu Hause getrunken werden

"Das Schlimmste was passieren kann ist, dass wir die 2000 Tassen grade so schaffen. Aber dann haben wir eine schöne Aktion gehabt. Es geht ja auch nicht nur ums Geld, sondern vor allem darum, das Problem immer wieder ins Bewusstsein zu bringen", sagt Halder. Sie hofft trotzdem, dass an diesem Samstag möglichst viele Häfler fair gehandelten Kaffee trinken und wenn er zu Hause getrunken wird, diesen auch vor 13 Uhr an den Weltladen melden, gerne mit Beweisfoto. Die schönsten Bilder werden dann auf der Homepage des Weltladens veröffentlicht. Wer seinen Kaffee bei den teilnehmenden Partnern trinkt, muss nichts weiter tun.