Seit etwa vier Monaten ist die Teilstrecke der B 31-neu zwischen Fischbach und Schnetzenhausen in Betrieb. Und seitdem hat die Stadt den Verkehr auf und um den Straßenabschnitt genau unter die Lupe genommen. Mithilfe von Seitenradargeräten wurden Autos gezählt, ein weiterer Fokus lag auf dem Unfallgeschehen. Die Ergebnisse der Beobachtungen stellte Bürgermeister Dieter Stauber am Montagabend im Finanz- und Verwaltungsausschuss vor.

Mehr Verkehr nach Teilfreigabe, aber weniger als prognostiziert

Im Zentrum der Befunde stand die Verkehrszählung. An zwölf Standorten im Bereich der B 31-neu-Anschlussstellen Friedrichshafen-West, Friedrichshafen-Nordwest und Friedrichshafen-Nordost wurden Autos und Lastwagen gezählt – vor der Freigabe und nach der Freigabe.

Dieter Stauber betonte: „Der Verkehr rund um die Anschlussstellen der B 31-neu ist nach der Teilfreigabe zwar gestiegen, aber nicht so stark wie erwartet.“ So wurden beispielsweise in der Hochstraße durchschnittlich am Tag 8528 Autos gezählt. Die Prognose rechnete mit etwa 13 600 Autos am Tag. Vor der Teilfreigabe zählten die Radargeräte im Durchschnitt 6931 Autos täglich.

Dieter Stauber, Bürgermeister Friedrichshafen: „Der Verkehr rund um die Anschlussstellen der B31-neu ist nach der Teilfreigabe gestiegen, aber nicht so stark wie erwartet.“
Dieter Stauber, Bürgermeister Friedrichshafen: „Der Verkehr rund um die Anschlussstellen der B31-neu ist nach der Teilfreigabe gestiegen, aber nicht so stark wie erwartet.“ | Bild: Samuel Groesch

Die Verkehrszählung hat auch ergeben: Der Lastwagen-Verkehr ist teilweise erhöht. „Wir vermuten, dass ein Grund dafür der Baustellenverkehr rund um die Baustelle im Fallenbrunnen sein könnte“, sagte Stauber. In Sparbruck zum Beispiel wurden nach der Teilfreigabe täglich 420 Lastwagen gezählt, prognostiziert wurden nur etwa 300. Vor der Teilfreigabe waren es in diesem Bereich durchschnittlich circa 250 Lastwagen am Tag.

Fischbacher Ortsdurchfahrt durch Teilfreigabe entlastet

Auch die Ortsdurchfahrt Fischbach war Thema im Vortrag von Dieter Stauber. „Bis auf anfängliche Staurückbildungen ist die Teilfreigabe in Fischbach gut angelaufen“, bilanzierte er. „Der neue B 31-Abschnitt wird von Autofahrern nach unserem Eindruck gut genutzt und so wird die Ortsdurchfahrt wie erwartet entlastet.“

Nach Angaben von Bürgermeister Dieter Stauber wird der neue Abschnitt der B31 zwischen Fischbach und Schnetzenhausen von Autofahrern „gut genutzt“.
Nach Angaben von Bürgermeister Dieter Stauber wird der neue Abschnitt der B31 zwischen Fischbach und Schnetzenhausen von Autofahrern „gut genutzt“. | Bild: Mona Lippisch

Diesen Eindruck bestätigt Dietmar Nützenadel, Vorsitzender der Fischbacher Runde, auf Nachfrage des SÜDKURIER. „Man merkt eine deutliche Entlastung in der Ortsdurchfahrt“, sagt er. Anfangs sei es im Bereich der Ampelanlage an der Anschlussstelle in Fischbach teilweise zu Stau gekommen. „Doch die Ampelschaltung wurde angepasst und jetzt ist alles in Ordnung.“ Nützenadel lobt die „gute Zusammenarbeit“ mit der Stadtverwaltung. Gebe es rund um die B 31-neu Probleme für die Verkehrsteilnehmer, werde zeitnah nach einer Lösung gesucht.

Dietmar Nützenadel von der Fischbacher Runde sagt, der Durchgangsverkehr in Fischbach habe sich seit der Teilfreigabe der B31-neu verringert. Das Bild entstand im September.
Dietmar Nützenadel von der Fischbacher Runde sagt, der Durchgangsverkehr in Fischbach habe sich seit der Teilfreigabe der B31-neu verringert. Das Bild entstand im September. | Bild: Fabiane Wieland

So sieht die Unfallbilanz auf der B 31-neu und den Nebenstrecken aus

Nicht nur der Verkehr wurde seit Inbetriebnahme der B 31-neu beobachtet. Auch auf das Unfallgeschehen auf dem neuen Teilabschnitt der Bundesstraße und den Nebenstrecken wurde geachtet. Laut Auswertung der Stadt gab es vom Zeitpunkt der Teilfreigabe am 5. August bis 30. Oktober zwei Unfälle auf der B 31-neu.

Einer davon sei auf überhöhte Geschwindigkeit sowie das Missachten der geltenden Verkehrsregeln zurückzuführen. Der zweite Unfall sei durch einen Sattelschlepper verursacht worden, der an der Anschlussstelle in Fischbach trotz Hinweisschildern falsch abgebogen ist. Dabei habe der Lastwagen Autos übersehen und gestreift, heißt es in der Auswertung der Stadt.

Dieter Stauber erklärte, dass für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer bereits nachjustiert wurde: Ein neuer Blitzer steht seit wenigen Wochen an der Anschlussstelle Fischbach und soll Autofahrer dazu bringen, sich an die geltende Geschwindigkeit zu halten.

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Neben den zwei Unfällen auf der neuen Bundesstraße gab es bis Ende Oktober zwölf weitere Unfälle in den Zufahrtsbereichen der B 31-neu. Dabei seien acht Menschen leicht verletzt worden, meist waren Autos in die Unfälle verwickelt. Auch drei Fahrradfahrer seien alleinverschuldet gestürzt. „Mich freut es ganz besonders, dass im Rahmen der Teilfreigabe keine Fahrradunfälle verzeichnet wurden, die von Autofahrern verschuldet wurden“, sagte Stauber.

Verkehr in der Hochstraße sorgt für Diskurs

Für eine kleine Diskussion führte im Anschluss an den Vortrag der Verkehr in der Hochstraße, der in den vergangenen Monaten zugenommen hat. Regine Ankermann (Bündnis 90/Die Grünen) merkte an, dass die stark befahrene Straße eine Schwierigkeit für Fußgänger und Fahrradfahrer darstelle.

Regine Ankermann, Bündnis 90/Die Grünen: „Es ist gefährlich geworden mit der steigenden Anzahl der Verkehrsteilnehmer.“
Regine Ankermann, Bündnis 90/Die Grünen: „Es ist gefährlich geworden mit der steigenden Anzahl der Verkehrsteilnehmer.“ | Bild: SK-Archiv

„Man kommt zu Fuß oder mit dem Fahrrad kaum mehr über die Hochstraße. Es ist gefährlich geworden mit der steigenden Anzahl der Verkehrsteilnehmer“, sagte Ankermann. Dieter Stauber setzte dem entgegen: „Es gibt ohne Frage mehr Verkehr in der Hochstraße. Aber zu einer Gefährdung von Fahrradfahrern oder zu Unfällen ist es in der Zeit nicht gekommen.“

Oberbürgermeister: „Ein Kompromiss für alle Verkehrsteilnehmer“

Bis zur endgültigen Freigabe der B 31-neu möchte die Stadt mit der Teilfreigabe weiterhin an einem Kompromiss festhalten. „Wir werden auch in den kommenden Monaten den Verkehr beobachten und gegebenenfalls dort etwas unternehmen, wo es nötig ist. Bis dahin bleibt es ein Kompromiss für alle Verkehrsteilnehmer“, sagte Oberbürgermeister Andreas Brand.

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