Friedrichshafen – Es geht weiter voran im Bebauungsplanverfahren Allmannsweiler Südost. Noch in diesem Herbst ist mit einem Satzungsbeschluss seitens des Gemeinderats zu rechnen, so dass voraussichtlich im kommenden Jahr die ersten Bagger anrücken können. Das vermeldete Robert Waibel vom Stadtplanungsamt bei der gut besuchten Informationsveranstaltung im Bewohnertreff Brennnessel.

Für Unruhe unter den rund 50 anwesenden Anwohnern sorgte allerdings Waibels Mitteilung, dass nach neuester Sachlage die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) "je nachdem, wie groß die Wohnungen ausfallen" 120 bis 160 Wohnungen bauen wolle. Bisher sei immer von einer Maximalzahl von 120 Wohnungen gesprochen worden, so der mehrfach formulierte Protest aus den Reihen der Bürgerversammlung. Wann die neu entstehenden Wohnungen denn bezugsfertig seien, wollte ein anderer Fragesteller wissen. "Kann ich nicht sagen", lautete die Antwort von Robert Waibel. Auch die zeitliche Abfolge der verschiedenen Bauabschnitte ist demnach noch nicht festgelegt. Sicher sei aber, dass es mehr als zwei Bauabschnitte geben werde, sagte Waibel. "Die Frage ist nicht, wann der erste, sondern wann der letzte Bagger kommt", so eine weitere besorgte Wortmeldung. Klar scheint die städtische Aussage bezüglich der künftigen Parkplatzsituation. So sollen pro neues Wohngebäude maximal sieben Stellplätze oberirdisch ausgelegt werden. Die überwiegende Mehrheit der Autos soll also in Tiefgaragen Platz finden.

Die städtebauliche Entwicklung rund um die Eintrachtstraße ist seit Jahren in der Diskussion. Die vorhandenen Wohnblöcke der SWG befinden sich nach Ansicht der Experten in einem Zustand, der ein wirtschaftliches Renovieren unmöglich macht. Das Plangebiet beinhaltet die bestehenden Gebäude Eintrachtstraße 17, 18, 19 und 22, das Bürgerhaus Brennnessel, den Bolzplatz sowie die Wiese zwischen SC-Gelände und Messestraße. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren zwölf zwei- und dreigeschossige, teilweise mit zusätzlichen Attica-Geschoss ausgestattete Neubauten realisiert werden. Sobald die ersten Gebäude bezugsfertig sind, können die ersten Bewohner aus den anderen Wohnblöcken einziehen, im Anschluss werden deren Häuser abgerissen. Lärmschutzmaßnahmen sollen die zu erwartende Geräuschentwicklung in Grenzen halten. Für Kinder und Jugendliche ist ein moderner multifunktionaler Sport- und Spielbereich angedacht.

Zufrieden sind Anwohner damit, dass auch die Brennnessel eine neue, verbesserte Bleibe finden soll. Nach Auskunft von Georg Behrendt, Vorsitzender des Allmannsweiler Bürgerforums, wird das neue Bürgerhaus auf einer maximalen Grundfläche von 285 Quadratmetern mit einem etwa 100 Quadratmeter großen Veranstaltungssaal, auch mit Büro und Küche mit Durchreiche ausgestattet sein.

Ein weiterer Punkt hat für das Bürgerforum hohes Gewicht. "Es muss auf eine durchmischte Wohnstruktur geachtet werden. Wir sind nicht an weiteren sozialen Brennpunkten in Allmannsweiler interessiert", sagt Vorstandsmitglied Udo Piram.

Allmannsweiler Südost

Ein Workshop-Verfahren für die städtebauliche Entwicklung im Bereich Eintrachtstraße, Wittenwiesenstraße und Neulandstraße wurde im Sommer 2015 beschlossen. Im April 2016 wurden unter den Wettbewerbsbeiträgen zwei Sieger gekürt. Der Aufstellungsbeschluss erfolgte im Juni 2016. Die Entwurfsplanung ist noch bis 4. Mai 2017 im Technischen Rathaus ausgelegt. Mit einem Satzungsbeschluss wird im Oktober/November gerechnet. Der Baubeginn ist für 2018 avisiert. (ghw)