Der Gemeinderat hat in jüngster Ratssitzung den Feuerwehrbedarfsplan für die nächsten fünf Jahre besprochen und verabschiedet. Die Führungsriege um Feuerwehrkommandant Josef Kessler war zugegen. Den Plan mit konkreten Maßnahmen, um vorhandene Mängel zu beheben, stellte Sven Volk von der Immenstaader Firma Gtv Rettungsingenieure vor.

Vermehrt technische Hilfeleistungen

Volk betonte das stark veränderte Aufgabenspektrum der Freiwilligen Einsatzkräfte von Brandeinsätzen hin zu vermehrt technischen Hilfeleistungen bei Hochwasser, entwurzelten Bäumen oder Verkehrsunfällen. Im Soll-Ist-Vergleich von Technik und Personal zeigt sich gemäß Sicherheitsingenieur, dass Ausbildung und Ausstattung gut sind.

Probleme gebe es bei der geforderten Mannschaftsstärke. Im Gegensatz zu Nacht- und Wochenendeinsätzen werde sie im Tagesalarm nicht erreicht. Interkommunale Zusammenarbeit bei größeren Einsätzen durch Hinzuziehen der Salemer Wehr soll kurzfristig Abhilfe schaffen.

Bei Arbeitgebern vor Ort werben

Mittelfristig setzte Volk auf „Werbeaktionen bei den örtlichen Arbeitgebern“, damit die notwendige Gruppenstärke durch am Ort arbeitende Feuerwehrleute anderer Wehren erreicht werden könne. Die Mannschafts-Werbung der Frickinger bewertete Volk als „durchaus erfolgreich“. Gleichwohl hielt er weitere Mitgliederwerbung für unerlässlich. Volk riet insbesondere dazu, Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund anzusprechen.

Der anwesende Kommandant sagte, ihm gingen langsam die Ideen aus. In Richtung Gemeinderat bat er um kompetente Unterstützung zum Beispiel seitens eines Werbefachmanns. Bürgermeister Jürgen Stukle stellte den Einsatz Kesslers rund um das Rekrutieren von Neumitgliedern heraus.

Das könnte Sie auch interessieren

Neben der Mitgliederstärke weist die Bedarfsplanung auch auf ein Problem im Bereich Gerätewartung hin. Rund 650 Stunden fallen gemäß Rettungsingenieur jährlich an. Aktuell werden sie von Frickinger Gerätewarten und Atemschutzgerätewarten ehrenamtlich gegen pauschale Entschädigung geleistet. Zukünftig solle mindestens ein Gerätewart als Teilzeitkraft eingestellt werden, um das Warten des Materials vorschriftsmäßig und haftungsrechtlich sicher zu gewährleisten.

Was die Jugendfeuerwehr betrifft, könnte eine eigene Kindergruppe beispielsweise in Kooperation mit Kindergärten oder Grundschule hilfreich sein. Im Bereich Fuhrpark soll ein Tragkraftspritzenfahrzeug aus sicherheitstechnischen Gründen durch einen Gerätewagen Technik ersetzt werden.

Die angemahnte Maßnahme zur „Schwarz-Weiß-Trennung“, um zu verhindern, dass krebserregende Stoffe von Einsatzkleidung auf Privatkleidung übergehen, wollte der Bürgermeister in einem Vor-Ort-Termin klären. Stukle nutzte ferner die Gelegenheit, dem Feuerwehrkommandanten und seinen Kollegen für die „24-Stunden Bereitschaft“ zu danken.

Das könnte Sie auch interessieren