Eigentlich hätte die Vereidigung des wiedergewählten Bürgermeisters Jürgen Stukle in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend reine Formsache sein können. Schließlich hatten 41 Prozent der Wahlberechtigten am 13. März ihre Stimme abgegeben, Jürgen Stukle war mit 99 Prozent Zustimmung in eine neue Amtszeit gewählt worden.

Doch schon vor der Sitzung zeichnete sich der Festcharakter der Amtseinsetzung ab. Ein übervoller Festhallen-Parkplatz und festlich gekleidete Menschengrüppchen wiesen darauf hin. Feststimmung verbreitete auch das Bläserquintett des Musikvereins Altheim unter Leitung von Stefan Strecker.

Gut 140 Gäste füllten die Festhalle und applaudierten nach der Vereidigung.
Gut 140 Gäste füllten die Festhalle und applaudierten nach der Vereidigung. | Bild: Martina Wolters

Bürgermeister Jürgen Stukle hatte trotz alleiniger Kandidatur einen ausführlichen Wahlkampf betrieben, wofür ihm die Bürger bei der Amtseinsetzung durch zahlreiche Teilnahme offensichtlich ihren Respekt bekundeten. Auch Landrat Lothar Wölfle und die Bürgermeisterkollegen aus dem Bodenseekreis, die bereits am Wahlabend zum Gratulieren gekommen waren, kamen zur Vereidigungszeremonie.

„Wir freuen uns alle, dass wir dich weiter als Gemeindeoberhaupt haben“

Gut 140 Gäste konnte Bürgermeisterstellvertreter Walter Städele schließlich begrüßen. „Sonst sind unsere Sitzungen nicht so gut besucht“, scherzte er ob der großen Besucherzahl. „Wir freuen uns alle, dass wir dich weiter als Gemeindeoberhaupt haben“, richtete Städele zu Beginn das Wort an Jürgen Stukle. Der Redner resümierte dessen erste Amtsperiode, die gekennzeichnet gewesen sei durch sehr viele große Projekte. Der Wiedergewählte habe sich auch bei nicht planbaren Ereignisse wie der Flüchtlingswelle im Jahr 2015, Unwettern oder der Corona-Pandemie als Planer, Motivator und Krisenmanager eingesetzt, unterstrich Städele. Weiter betonte er Stukles Offenheit und Transparenz. Mit den Bürgern agiere der Bürgermeister stets auf Augenhöhe. „Du bist ein verlässlicher Vorsitzender, mit dem es Spaß macht, neue Projekte anzugehen“, fasste Städele das Arbeitsklima im Gemeinderat zusammen.

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Nachdem Jürgen Stukle den Amtseid abgelegt hatte und seine Amtskette wieder trug, setzten die Redner den Reigen der Lobreden fort. Landrat Lothar Wölfle erklärte: „Frickingen hat einen wirklich guten Bürgermeister.“ Dieser sei verlässlich, kompetent, korrekt, pflichtbewusst und ein Teamworker. „Stukle ist einer, der den Kontakt zu den Menschen mag“, sagte Wölfle und verwies auf den von Jürgen Stukle geführten Wahlkampf, der ein Zeichen des Respekts für die Bürger gewesen sei.

Dekan Peter Nicola bescheinigte dem alten und neuen Amtsinhaber eine zielführende, menschliche und freundliche Zusammenarbeit. Wenn es zwischen Rathaus und Pfarrhaus stimme, sei das von Vorteil für alle Beteiligten. Nicola riet Stukle angesichts dessen Arbeitspensums, es auch mal ruhiger angehen zu lassen und vielleicht eine Lesepause einzulegen. Dafür überreichte er dem frisch Vereidigten das Buch „Ausgeheuchelt“ von Stefan Jürgens über notwendige Reformen innerhalb der Kirche.

Bürgermeisterstellvertreter Walter Städele (links) nahm dem wiedergewählten Bürgermeister den Amtseid ab. Damit begann die zweite ...
Bürgermeisterstellvertreter Walter Städele (links) nahm dem wiedergewählten Bürgermeister den Amtseid ab. Damit begann die zweite Amtszeit von Jürgen Stukle auch offiziell. | Bild: Martina Wolters

Der Landrat hatte mit seinem Geschenk ebenfalls die Freizeit Stukles im Blick: Er überreichte ein Tuch, nicht zum Abwischen des Angstschweißes, wie Wölfle scherzte, sondern zum Benutzen beim Radfahren, Jürgen Stukles Lieblingssport. Der Beschenkte selbst erklärte, er führe seinen Wahlerfolg auf das überragende Engagement all derer zurück, die sich für Frickingen eingesetzt hätten. „Die Wiederwahl im März ist längst im Tagesgeschäft vergessen, aber die Erinnerungen an den Wahlabend voller Emotionen werden mir bleiben“, verriet der sichtlich gerührte Bürgermeister, bevor er zum Stehempfang lud.