„Es gibt viel zu tun, aber wir werden das zusammen packen“, fasste Matthias Seibert den Ausblick auf das neue Feuerwehrjahr bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Frickingen zusammen. Der 27-Jährige hatte im Februar in Nachfolge von Josef Kessler das Kommandantenamt übernommen. Für 2023 versprach Seibert neben dem normalen Einsatzbetrieb wichtige Neuerungen. Die von seinem Vorgänger stets betriebene Mitgliederwerbung wolle er weiter vorantreiben. Zusammen mit dem örtlichen Lebensmittelmarkt seien Sticker ähnlich der „Paninisticker“ aus dem Fußballergeschäft angedacht. Statt Fußballergrößen sollen Bilder der Feuerwehrler die Sticker zieren.

Nur zu gerne legen Kommandant Matthias Seibert (rechts) und sein zweiter Stellvertreter Tobias Matt ihrem scheidenden ...
Nur zu gerne legen Kommandant Matthias Seibert (rechts) und sein zweiter Stellvertreter Tobias Matt ihrem scheidenden Kommandantenkollegen Michael Bode die Schulterklappen als Oberbrandmeister an. | Bild: Martina Wolters

Konzept für Kinderwehr in Arbeit

Gerne möchte der junge Kommandant auch eine Kinderwehr ins Leben rufen. Feuerwehrfrauen mit pädagogischer Ausbildung könnten interessierte Kids zwischen sechs und neun Jahren betreuen. Ein entsprechendes Konzept sei in Arbeit und soll noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Weiterhin soll Erste Hilfe 2023 ein Schwerpunktthema bleiben. Christian Knapp, Bereitschaftsleiter des DRK Salemertal, beglückwünschte Seibert zu dem Vorhaben. Die geplanten Schulungen sollen von den medizinisch vorgebildeten Feuerwehrfrauen Anna-Lena Schatz und Sandra Barth geleitet werden. Ferner soll auf Anregung von Tobias Matt eine Schulung für Lebenspartner angeboten werden. Entsprechend geschult könnten die Partner künftig besser erkennen, wenn ihre Partner mit schweren Einsätzen psychisch nicht gut zurechtkommen und sie unterstützen.

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„2022 war das Jahr mit den bisher meisten Einsätzen“, resümierte Matthias Seibert. Seinen Einstieg habe er sich leichter vorgestellt, meinte er mit Blick auf die Pandemiesituation. Zusammen mit seinen beiden Stellvertretern Michael Bode und Tobias Matt hätten sie aber trotz Coronapandemie „zu jeder Zeit die Einsatzbereitschaft gewährleisten können“. Insgesamt seien 4158 Stunden ehrenamtlich geleistet worden. Heruntergebrochen auf die Mannschaft bilanzierte der Kommandant 74 Einsatzstunden pro Kopf.

Die Übersicht über insgesamt 35 Einsätze gab es von Schriftführer Philipp Ellmer. Die Einsatzursachen reichten von einer zu löschenden Fasssauna auf einem Hänger über Unwetter und brennende Hecken bis hin zu einer in einem Badezimmer eingeschlossenen hilflosen Person, die per Säbelsäge gerettet werden musste. Ein Verkehrsunfall im Oktober, an dem ein Bus plus zwei Autos beteiligt waren, sei Gott sei Dank nur eine Katastrophenübung zusammen mit Salemer, Überlinger und Friedrichshafener Wehren gewesen. Von den Übungen der Jugendwehr berichtete deren stellvertretender Sprecher Jannik Holstein. Demnach haben sich die Youngsters damit beschäftigt, wie wichtig es ist, Einsatzstellen abzusichern, sowie den Ausbildungsnachweis Jugendflamme erfolgreich absolviert.

Anna-Lena Schatz, David Matt und Frederik Kellner wurden als Feuerwehrfrau beziehungsweise als Feuerwehrmänner auf Probe aufgenommen.
Anna-Lena Schatz, David Matt und Frederik Kellner wurden als Feuerwehrfrau beziehungsweise als Feuerwehrmänner auf Probe aufgenommen. | Bild: Martina Wolters

“Es ist sehr, sehr viel geleistet worden“, wertschätzte Bürgermeister Stukle das ganzjährige Engagement der Feuerwehrleute. Insbesondere bei der Katastrophenschutzübung habe die Wehr „hohe fachliche Qualität“ gezeigt. Einsatzleiter Michael Bode gebühre große Anerkennung, so Stukle. „Ihr schafft für eure Gemeinde, seid stolz darauf“, unterstrich Claus Mecking, Schriftführer des Kreisfeuerwehrverbands, die Leistungen der Frickinger. An den Bürgermeister gerichtet betonte er, Frickingen habe „keine Freiwillige Feuerwehr, sondern vielmehr ein Amt für Brand- und Katastrophenschutz“. Viel Lob für den ehrenamtlich geleisteten Dienst gab es auch von Andreas Fahrni. Der mit einer Abordnung aus der Partnerstadt Frick angereiste Kommandant erklärte, er und seine Fricker Kollegen arbeiteten alle mit Besoldung. Er ziehe den Hut vor so viel Einsatzbereitschaft, lobte Fahrni seine Frickinger Kameraden.