In der Pfarrkirche Mimmenhausen kamen die Mitglieder des Pfarrgemeinderates der Seelsorgeeinheit Salem-Heiligenberg unter der Leitung von Hilde Schlegel als Vorsitzender zusammen. Es war in der Amtsperiode von 2015 bis 2020 die letzte Sitzung. Das im Frühjahr 2020 neu gewählte Gremium konstituiert sich am 24. Juli. Geschuldet war dieser „ungewöhnliche“ Tagungsort den Versammlungsbestimmungen während der Corona-Krise, die Pfarreien hatten für Liturgiefeiern die „Abstände“ in den Kirchen bereits vorbereitet. Zur Tagesordnung gehörte auch die Verabschiedung der ausscheidenden Gemeinderäte.

Haushaltsplan vorgestellt und genehmigt

Zuerst wurde der im Stiftungsrat Anfang Juni erläuterte Haushaltsplan für die Jahre 2020/2021 vorgestellt und genehmigt. Für 2020 stehen 3 497 720 Euro Einnahmen 4 914 258 Euro Ausgaben gegenüber. Pfarrer Peter Nicola ging für 2020 vor allem auf derzeit zwei große Bauprojekte – Turmsanierung Frickingen (626 000 Euro) und Kirche Altheim (895 000 Euro) – ein. Allein 24 Kirchen und Kapellen gehören in der räumlich großen Seelsorgeeinheit zum Bestand. Hilde Schlegel erwähnte für die letzten Jahre eine Summe von 1,4 Millionen Euro für die Instandhaltung aller Gebäude, um sie „fit für die Zukunft“ (Pfarrer Nicola) zu machen, eine Summe, „die nicht jedes Jahr zu leisten ist“ trotz Zuschüssen aus „verschiedenen Töpfen.“ Mit dem Zugriff auf Rücklagen und auch durch Spenden könne der Fehlbetrag im Haushalt ohne Schulden ausgeglichen werden, denn – so das Lob der Vorsitzenden – „die neun Pfarreien haben in den Vorjahren gut gewirtschaftet für den Aufbau eines Vermögensstocks“ und ihren Haushalt sparsam geführt. Immer wieder stellen sich erst im Sanierungsablauf weitere bautechnische Notwendigkeiten ein. Der genehmigte Plan liegt ab 13. Juli für zwei Wochen im Pfarrbüro (Mimmenhausen, Kirchgasse 1) aus.

Schutzkonzept zur Umsetzung der Präventionsverordnung

Ein wichtiges Thema nahm der Punkt „Verabschiedung des Schutzkonzepts zur Umsetzung der Präventionsordnung“ auf. Im Fokus standen dabei minderjährige und erwachsene Schutzbefohlene. Das von Pfarrer Peter Nicola im Rückgriff auf die Vorlage eines Kollegen vorbereitete institutionelle Konzept, stellt für Termine mit Schutzbefohlenen, angefangen von der Erstkommunionvorbereitung und der Jugendarbeit das „Vier-Augen-Prinzip“ heraus. „Es wird uns mehr und mehr beschäftigen“, betonte Pfarrer Nicola, „und nicht nur die Hauptamtlichen.“ „Die Gemeinde muss ein sicherer Ort sein“, so Nicola. Dazu soll es jährliche Risikoanalysen und Aktualisierungen im Sinne von Fortschreibung geben: Was nicht nötig sei, solle raus, Neues solle hinzugefügt werden. Diese Anregung sei „unabdingbar notwendig“, hob Pastoralreferent Winfried Neumann hervor. In der Diskussion nannte Klaus Pohle das Konzept einen „guten Anfang als Plan und Idee“, die vom neu gewählten Gremium umgesetzt werden müsse.

Vorlage aus Neufrach für andere Gemeindehäuser

Das Papier, „Hygiene-/Infektionsschutzpapier“ von Winfried Neumann am Beispiel des Gemeindehauses St. Peter und Paul Neufrach zur Auseinandersetzung und Beachtung von Corona-Bedingungen in kircheneigenen Räumen an. Das Papier von Neufrach sei als Vorlage für andere Gemeindehäuser zu sehen. Den Schutzkonzepten wurde zugestimmt.

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Dank gab es von Pastoralreferent Winfried Neumann gleich zu Sitzungsbeginn für die ausscheidenden Pfarrgemeinderäte, speziell für Adam Bartosch, Maria Traber, Andrea Streibl, Franz Schiele, Diana Ott, Christine Hornstein und Hildegard Duelli sowie für Valerie Markgräfin von Baden.

Gemischtes Fazit bei Ausgeschiedenen

Hildegard Duelli, hauptberuflich in der Landwirtschaft tätig, zog nach fünf Jahren das Fazit: „Ich komme aus Betenbrunn, die Kirche liegt mir sehr am Herzen.“ Sie sei gespannt gewesen, „wie es aussieht, wenn so viele Pfarreien zusammenarbeiten. Gut finde ich, dass alle Pfarreien, große und kleine, jeweils drei Räte stellen. Die Situation der Kirche ist schwieriger geworden, aber die Austritte haben nicht immer mit Religion zu tun.“

Andrea Streibl aus Neufrach war 15 Jahre Pfarrgemeinderätin. Sie wollte sich vom Glauben her einbringen, als Vorbild für die Kinder und für das Leben in Gemeinschaft. Sie sieht „schwierige Strukturen in der Kirche“, auch im Blick auf Verwaltung und das Leben vor Ort. Die Gemeindeteams seien ihr daher wichtig.