Ein großer Teil des Frickinger Hochwasserschutzkonzeptes ist mit der Anlieferung eines Regenüberlaufs nun abgeschlossen. Per Autokran wurde das 55 Tonnen schwere Bauwerk in die vorgefertigte Baugrube an der Mühlenstraße gehoben. Zuvor war die Betonvorrichtung, die rund 9 Metern lang, 4,60 Meter breit und 2,60 Meter hoch ist, mit einem Schwertransport angeliefert worden.

Das 55 Tonnen schwere Entlastungsbauwerk wird mit einem Autokran in die vorgefertigte Baugrube an der Mühlenstraße gehievt.
Das 55 Tonnen schwere Entlastungsbauwerk wird mit einem Autokran in die vorgefertigte Baugrube an der Mühlenstraße gehievt. | Bild: Martina Wolters

Bürgermeister Jürgen Stukle, Kämmerer Florian Keller sowie die Gemeinderäte Gottfried Grundler, Albert Mayer und Walter Städele verfolgten den Einsatz vor Ort zusammen mit den Planern vom Owinger Ingenieurbüro Reckmann sowie den Tiefbauarbeitern der Firma Villieber.

Gespannt verfolgen Bürgermeister, Ingenieure und Gemeinderäte das Einsetzen des neuen Herzstücks der Hochwasserschutzmaßnahmen.
Gespannt verfolgen Bürgermeister, Ingenieure und Gemeinderäte das Einsetzen des neuen Herzstücks der Hochwasserschutzmaßnahmen. | Bild: Martina Wolters

Wie eine Badewanne

Der neue Regenüberlauf soll bei einem zehnjährigen Regenereignis die zusätzlichen Wassermengen abschlagen. Das bedeutet: Überschüssiges Wasser im Regenüberlaufbecken wird durch eine neue Leitung aus dem Ort herausgeführt und über den Gaiswinkelgraben abgeleitet. Bauingenieurin Stefanie Konrad erklärte, der Betonkoloss funktioniere ähnlich wie eine Badewanne. "Wenn zu viel Wasser reinkommt, läuft die Wanne über und entlastet unterirdisch durch die nebenliegende Apfelplantage und in Richtung Gaiswinkelgraben."

Das Entlastungsbauwerk sieht nicht nur aus wie eine Badewanne, sondern funktioniert auch ähnlich.
Das Entlastungsbauwerk sieht nicht nur aus wie eine Badewanne, sondern funktioniert auch ähnlich. | Bild: Martina Wolters

Im Falle eines Jahrhunderthochwassers mit einem Wassereintritt von 7,3 Kubikmetern pro Sekunde würde das Becken überlaufen, die überschüssigen Wassermengen würden abgeschlagen werden, da der Abfluss nur auf 1,2 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ausgelegt sei. Das ist nach Angaben von Stefanie Konrad genau so viel, wie vom Kanal vor Ort aufgenommen werden kann. So sollen künftig Schäden im Ort durch austretendes Wasser verhindert werden. In dem neuen Entlastungsbauwerk werde im Fall eines sogenannten Wasserüberfalls außerdem gemessen und dokumentiert, wie lange und wie viel Wasser überläuft.

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Herzstück der Hochwasserschutzmaßnahmen

Vor Beginn der Gewitterzeit im Mai kommenden Jahres soll der Hochwasserschutz Dorfbach endgültig fertiggestellt sein. Danach müsse allerdings noch die Mühlenstraße wieder instandgesetzt werden. Bürgermeister Jürgen Stukle und die anwesenden Räte freuten sich sichtlich über die erfolgreiche Anlieferung des Regenüberlaufs. "Es handelt sich hierbei um das Herzstück der gesamten Hochwasserschutzmaßnahmen", unterstrich Stukle.

Gut zwei Jahre ist es her, dass der Weinbach aufgrund von Starkregenfällen über die Ufer getreten ist und den Bereich Frickingen, Altheim und Leustetten überflutet hat. Schlamm- und Wassermassen hatten bei dem Unwetter mehrere Straßenzüge überschwemmt. Die Gemeinde reagierte mit breit aufgestellten Schutzmaßnahmen, die insgesamt rund 2,5 Millionen Euro kosten.