Fast wie zu Hause im Wohnzimmer saßen die rund 100 Lagerhäusle-Gäste am Samstagabend beim Musikkabarett "Flädlesupp“, nur ein bisschen enger. Denn die erst im vergangenen Jahr formierte Kabarettgruppe „Spätzlesbrett“ aus Melchingen wollten so viele sehen, dass alle Sitzmöglichkeiten ausgereizt werden mussten. Mancher hoffte draußen noch auf reservierte und nicht abgeholte Karten.

Mit Geige, Tenorhorn und Akkordeon enterten Hannegret Bausinger, Uli Barth und Franc Zibert die Bühne des Altheimer Kulturrestaurants. Teils umgedichtete Volksliedweisen wie „Auf de schwäbsche Eisebahne“ luden sogleich zum Mitsingen und legten das Ziel des komödiantischen Spotts frei. Dem Schwaben gern angedichtete Eigenschaften wie Fleiß oder Sparsamkeit aufs Korn zu nehmen, ist zwar nicht unbedingt brandneu, funktionierte aber offensichtlich gut. Die Besucher amüsierten sich zum Beispiel über das dargestellte Verhältnis von Schwaben und „Reigeschmeckten“. „Mir möge zwar fremde Leut, aber dass die zu uns her kommen, geht a bissel weit“, sangen die drei Komödianten.

Den Lagerhäusle-Besuchern gefällt die Schwaben-Comedy von Uli Barth und Hannegret Bausinger mit Direktkontakt.
Den Lagerhäusle-Besuchern gefällt die Schwaben-Comedy von Uli Barth und Hannegret Bausinger mit Direktkontakt. | Bild: Martina Wolters

Die kommen selbst von „dr Alp raa“ und wissen, wovon sie schwätzen. Im Schwabenländle geboren zu sein, heißt demnach noch gar nichts, wenn die Vorfahren etwa aus Baden stammen. „Auch, wenn a Katz im Saustall Junge hat, werden daraus noch lang keine Säue“, frohlockten die Drei. Auf viel Gegenliebe im Publikum stieß die vorgeführte Liebe von Schwob und seinen Arbeitsgeräten wie Laubsauger, Kettensäg' und Dampfstrahler. Denn: „Die eigentliche Schafferei geht ja erst los nach Feierabend.“ Ebenso die Definition von Nachbarschaftlichkeit brachte die Zuhörer zum Lachen. „In Schwaben heißt es Nachbarschaft, weil am Samstag jeder Nachbar schafft."

Zwischendurch lasen Bausinger und Barth selbst gestrickte Gedichte, etwa über eine „ordentliche Flädlesupp“ oder den Wettstreit der Älpler beim Aufhäufen von Schnee. Das volkstümliche Musiktheater mit Wohnzimmer-Atmosphäre fand Gefallen. Die Frickinger applaudierten kräftig. Eugen Trinler aus Bruckfelden resümierte: „Das war ein richtig familiäres Stubenkabarett.“