Am Montag starten Sarah Leberer aus Deggenhausertal und Martin Müller aus Frickingen zu einer anspruchsvollen Kajak-Tour von der Donauquelle bis zur Mündung ins Schwarze Meer. „Nachdem wir seit Herbst des vergangenen Jahres viel Hirnschmalz und noch mehr Arbeit in das Projekt gesteckt haben, sind wir froh, dass es jetzt endlich losgeht“, freut sich Sarah Leberer, die betont, dass man vom „Nichts“ alles planen und organisieren musste. Und ihr Partner Martin Müller ergänzt: „Nach der Gestaltung eines Logos, der Suche nach Sponsoren, Entwicklung der Homepage und Training sowie viel Detailarbeit geht es endlich an die Umsetzung der Idee.“

Martin Müller aus Frickingen und Sarah Leberer aus Deggenhausertal starten zu einer anspruchsvollen Kajak-Tour von der Donauquelle bis zur Mündung ins Schwarze Meer.
Martin Müller aus Frickingen und Sarah Leberer aus Deggenhausertal starten zu einer anspruchsvollen Kajak-Tour von der Donauquelle bis zur Mündung ins Schwarze Meer. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Beide hätten keine Angst ob der enormen Herausforderung. Zumal sie sich vorgenommen hätten, pro Tag eine Distanz von 50 Kilometer zurückzulegen. Es gebe durchaus eine gehörige Portion Respekt von der Aufgabe, aber sie würden beide hinter jeder Entscheidung vor und während der Tour stehen.

Durchaus körperliche Kraft erforderlich

Vom Donautopf bei Donaueschingen, wo Briga und Breg zusammentreffen, wollen sie in etwa 60 Tagen – ihre Semesterferien – die rund 2800 Kilometer bis zum Donaudelta ins Schwarze Meer bewältigen. Dabei sei durchaus körperliche Kraft erforderlich, denn die Donau ist kein reißender Fluss, sondern durch die vielen Staustufen teilweise sehr träge und auch der Jahrhundertsommer mit seiner Trockenheit birgt Probleme.

Wassertand teilweise sehr niedrig

So starten die beiden eigentlich auch schon am Samstag am Donautopf und fahren zunächst die ersten 130 Kilometer mit dem Fahrrad bis Riedlingen, weil der Wasserstand im Naturschutzgebiet „Naturpark Obere Donau“ nur rund 40 Zentimeter beträgt und der Fluss an dieser Stelle erst ab 53 Zentimeter mit Booten befahren werden darf – bei normalem Wasserstand wären sie bei Hausen im Tal gestartet. „Wir haben uns Puffertage eingebaut, damit wir bedeutsame Städte am Flusslauf, wie Wien, Bratislava, Budapest und Belgrad, besichtigen können“, unterstreicht Leberer, denn man wolle auch die Gelegenheit nutzen, kulturelle Höhepunkte zu genießen.

Martin Müller legte 2014 zu Fuß 6200 Kilometer zurück

Und wie kommt man auf die Idee für eine solche Tour? „Ich bin ja im Jahr 2014 zu Fuß 6200 Kilometer vom Norden in den Süden durch Europa gelaufen und da wollte ich mal was anderes machen“, erklärt Müller. Also die Idee einer extremen Tour, entweder mit dem Fahrrad oder paddeln, gab es schon länger. Da der Erlös ihrer Benefiz-Tour dem Rainbow Children Center in Kenia zugutekommt, einer geplanten Einrichtung für Kinder, die nicht laufen können, entschieden sie sich für das Paddeln auf der Donau.

Gemeinsam wollen sie Herausforderung bestehen

Der Hintergrund sei die Neugier, ob die Herausforderung bewältig werden kann und insbesondere das Handicap, die große Strecke mit Armkraft bewältigen zu müssen, wie auch die Kinder im geplanten Projekt in Afrika, die überwiegend auf die Kraft ihrer Arme angewiesen sind, um sich fortzubewegen. „Der menschliche Wille ist zu vielem fähig“, schließt Martin Müller und ist überzeugt, mit seiner Partnerin die Herausforderung zu bestehen. Er hofft, dass viele Menschen sich der Idee anschließen und das Projekt in Afrika auch weiterhin finanziell unterstützt wird.

Die beiden Paddler und ihr Projekt

  • Sarah Leberer studiert Humanmedizin an der Charité-Universitätsmedizin in Berlin und in Trondheim/Norwegen. Jetzt arbeitet sie in Berlin als persönliche Assistentin eines tetraplegischen Patienten und bei der Berliner Stadtmission.
  • Martin Müller verbindet die beiden Studiengänge Maschinenbau und Sportwissenschaften. 2013 gründete er UMWA: "Unlimited Motion With Ambition". Dies bedeutet, sportliche Leistung mit der Unterstützung von Projekten zu verbinden und auf spezielle Problematiken hinzuweisen.
  • Das Rainbow Children Center wurde 2017 von Geert Schröder gegründet. In Zusammenarbeit mit dem entsprechenden Verein in Deutschland wird ein Team vor Ort aus kenianischen Sozialarbeitern und Pädagogen zusammengestellt. Das Projekt umfasst rollstuhlgerechte Schlafsäle und Sanitäreinrichtungen, Schulgebühren, Übernahme der Kosten für Hilfsmittel, medizinische Betreuung und spezielle Förderung von Kindern. In Kenia gibt es kein Versicherungssystem für derartige Kosten.
  • Aktion: Die jetzt von Sarah Leberer aus Deggenhausertal und Martin Müller aus Frickingen startende Aktion haben sie "Do it! – Danube Own Impulse Tour" genannt. Danube nennt man in England und Frankreich die Donau. "Brigach und Breg bringen die Donau zu Weg", so haben es Sarah und Martin als Kinder gelernt. Als Erwachsene werden sie für andere Kinder die 2810 Kilometer befahren: "Zudem fasziniert uns der Gedanke, auf Europas ältester Handelsroute vom Ursprung bis zur Mündung unterwegs zu sein."
  • Spenden: Bei aller anspruchsvollen Abenteuerlust steht bei beiden Akteuren die Hilfe für Kinder in Afrika an erster Stelle und sie erklären die Spendenaktion: Für die Kilometerspende sollten Interessierte eine kurze und informelle Mail mit dem gewünschten Betrag an info@unlimited-motion.de schicken. Nach Abschluss der Tour wird dann anhand unterwegs erfasster GPS-Daten der Betrag berechnet, der dann von den Spendern direkt an das Rainbow Children Center überwiesen wird. Direktspenden gehen mit dem Verwendungszweck "Do it" auf das Konto: Rainbow Children Verein, IBAN: DE 45 4306 0967 6050 6695 00. Spendenbescheinigungen stellt das Partnerprojekt nach Angaben von Sarah Leberer und Martin Müller gerne aus.

Die Tour der beiden Paddler kann über GPS-Daten live im Internet verfolgt werden: http://www.unlimited-motion.de