Eva Hesse lebt in der Toskana. Vor drei Jahren hat sie in Beuren gelebt. Doch ihren Katzen wurde es im harten Winter 2013 zu kalt. So zog sie wieder nach Italien, wo sie schreibt und malt. Aber der kurze Aufenthalt hatte ausgereicht, dass sich Dodo Wartmann und Eva Hesse kennenlernten. Dodo Wartmann hat den Linzgau-Literatur-Verein (Lilive) mitgegründet. Was lag es da näher, als die Autorin Eva Hesse zu einer Lesung einzuladen. Die Enkeltochter vom berühmten Schriftsteller und Nobelpreisträger Hermann Hesse kam nun zum dritten Mal in die Drei-Museen-Gemeinde Frickingen. Und auch diesmal blieb kein Stuhl im Alten Schulhaus zu Leustetten unbesetzt. Hesse las Gedichte aus den großväterlichen Werken "Herbst" und "Freude am Garten". Ihre ganz persönliche Auswahl zum Thema Herbst. Eine Jahreszeit des Übergangs und des Wechsels. Die Farben der Natur ändern sich. Die Menschen stellen sich auf den Winter ein. Ruhe kehrt ein. Die Zuhörer wurden eingestimmt, den Herbst bewusster zu erleben.

Musikalische Unterstützung erhielten sie von Chiaki Nagata am historischen Piano. Nagata musste sich sehr auf das über 100 Jahre alte Zimmermann-Piano aus Leipzig-Mölkau einstellen. Spielt sie doch als Konzertpianistin sonst auf perfekt gestimmten Konzertklavieren. Dankbar nahm das Publikum ihre Stücke von Tschaikowsky und Glinka auf. Nagata spielte passend zum Thema Oktober und November aus den "Vier Jahreszeiten". Von Michael Glinka spielte Nagata "La Seperation", also den "Abschied". Abschied mochte man aber noch nicht nehmen. So las Hesse noch einige Verse ihrer Gedichte als Zugabe. Dies obwohl sie ungern aus eigenen Werken vorliest, wie sie den Zuhörern gestand.

Die Organisatorinnen Dodo Wartmann und Ulrike von Bennigsen vom Literaturverein waren mit dem Zuspruch sehr zufrieden. Sie haben sich mit ihren Mitstreitern im Lilive die Förderung der deutschen Sprache in Wort und Schrift auf die Fahnen geschrieben. So werden neben der jährlichen Anthologie auch Erstdrucke von Neuautoren herausgegeben.