Musikalisch und lyrisch haben Weggefährten mit einer Soirée an den vor elf Jahren verstorbenen Komponisten Malte Rühmann erinnert. Der samstäglichen Einladung des Vereins Musik und Kultur Heiligenberg in die St.-Martinskirche folgten rund 80 Besucher. Wegen des freundschaftlichen Bezugs Rühmanns zu der Camphill Dorfgemeinschaft Hermannsberg in Heiligenberg waren auch zahlreiche Menschen mit Behinderung unter den Gästen.

Konzertgäste genießen die Musik

Bevor das Erinnerungskonzert begann, mussten Zuhörer wie Aufführende eine ganze Weile dem mehrstimmigen 18-Uhr-Kirchengeläut lauschen. „Das Geläut hat nicht die selbe Tonart wie das Stück, mit dem wir beginnen“, entschuldigte sich Flötistin Claudia Neckenig für den verzögerten Beginn. Gemeinsam mit ihren Musikerkollegen Klaus-Martin Heinz am Fagott und Regina Heinz am Cembalo startete sie mit einer Flötensonate des Barockkomponisten Antonio Vivaldi. Mit den festlichen Klängen entwickelte sich sogleich eine spürbar entspannte Atmosphäre im Kirchenraum.

Das eine oder andere geflüsterte „Schön“ oder kaum wahrnehmbares Mitsummen zeigte, wie gut es den Konzertgästen gefiel. Neben einer barocken Stückauswahl von Georg Friedrich Händel bis Giovanni B. Pergolesi präsentierten die Musiker vor allem Kompositionen aus der Feder des Organisten Malte Rühmann. Von dem Heiligenberger Dichter Wolfgang Bergemann verfasste Gebetstexte, die der Verstorbene vertont hatte, erklangen in klarem Sopran von der Empore. Die Gesangsstimme Victoria Geigers erfüllte die Kirche.

Dank für das ehrende Andenken

Dass Rühmann eng im christlichen Glauben verhaftet war, ließ sich nicht nur an der Musikauswahl ablesen. Auch die von Bergemann vorgetragenen Erinnerungen und Gedichte sprachen mehrfach von göttlicher Liebe, der sich Rühmann trotz seiner Leiden verschrieben habe. Bergeman bedankte sich bei Künstlern und Besuchern, dass sie seinem Freund Malte ein ehrendes Andenken bewahrten.