Die Krippenbaukurse des Leustetter Krippenbaumeisters Rudi Matt sind über 14 Jahre hinweg zu einer Art Institution geworden. Ein Alleinstellungsmerkmal nicht nur der Gemeinde Frickingen, sondern der nördlichen Bodenseeregion. 22 Teilnehmer, die im Laufe der zurückliegenden elf Monate im Rahmen von Kursen ihre Krippen gebaut haben, stellen jetzt am Wochenende des dritten Advents ihre ganz individuellen Unikate im Alten Schulhaus Leustetten aus.

Unikate sind alle Krippen. Es gibt keine zwei Krippen, die gleich aussehen. Dafür spiegelt jede Krippe die ganz individuelle Vorstellung eines jeden Krippenbauers wieder, wie die Szenerie der Geburt Christi auszusehen hat. Rund die Hälfte der Kursteilnehmer baut Krippen im heimatlich-alpenländischen Stil, mal mit oder ohne Schnee, Kapelle, Felsen, Bach und in der Regel mit Schindeln gedeckt. Die andere Hälfte empfindet mit Bethlehem als Geburtsort Christi orientalisch geprägte Landschaften und Bauten authentischer. Jeder kann seine Vorstellungen, Ideen und Fantasien verwirklichen, auch was die Größe der Krippe betrifft. Die ist zwar einerseits von der Größe der Figuren abhängig, da müssen die Proportionen schon stimmen. Andererseits hängt es auch von der Anzahl und Größe der Gebäude und der Landschaft ab. So entstehen riesige Weihnachtskrippen mit einer Breite von 160 Zentimetern, wie die von Bernd Auer aus Owingen. Aber auch ganz kleine Krippen, die in einer Laterne Platz finden, werden gebaut, wie die von Helmut Jung.

Als Ingenieur ist <strong>Heinz Junginger aus Salem-Neufrach </strong>eher ein Kopf- und Computermensch. Für ihn war der Bau der Krippe ein toller Ausgleich zum Beruf. „Wir haben schon seit Jahren orientalische Krippenfiguren und als ich vor Jahren die Krippenausstellung in Leustetten besuchte, kam die Überlegung, dass eine Krippe eine schöne Kulisse für die Figuren wäre“, erzählt Ingenieur Junginger. Obwohl heimatliche Krippen auch sehr schön sind, hatte er sich damals zusammen mit seiner Frau für den orientalischen Stil entschieden. „Aus unserer Sicht finden wir, dass der orientalische Stil eher mit Christi Geburt verbunden ist, als der heimatländische Stil“, meint Junginger. Seine Figuren sind 13 Zentimeter hoch. „Nachhinein hätte ich doch eher kleinere Figuren gekauft und damit die Krippe auch etwas kleiner gemacht“, erläutert Junginger. Vom Krippenbau inspiriert will Jungingers Frau vielleicht noch eine Laternenkrippe bauen.
Als Ingenieur ist Heinz Junginger aus Salem-Neufrach eher ein Kopf- und Computermensch. Für ihn war der Bau der Krippe ein toller Ausgleich zum Beruf. „Wir haben schon seit Jahren orientalische Krippenfiguren und als ich vor Jahren die Krippenausstellung in Leustetten besuchte, kam die Überlegung, dass eine Krippe eine schöne Kulisse für die Figuren wäre“, erzählt Ingenieur Junginger. Obwohl heimatliche Krippen auch sehr schön sind, hatte er sich damals zusammen mit seiner Frau für den orientalischen Stil entschieden. „Aus unserer Sicht finden wir, dass der orientalische Stil eher mit Christi Geburt verbunden ist, als der heimatländische Stil“, meint Junginger. Seine Figuren sind 13 Zentimeter hoch. „Nachhinein hätte ich doch eher kleinere Figuren gekauft und damit die Krippe auch etwas kleiner gemacht“, erläutert Junginger. Vom Krippenbau inspiriert will Jungingers Frau vielleicht noch eine Laternenkrippe bauen. | Bild: Bernhard Conrads
<strong>Joachim Wiedmann aus Überlingen</strong> ist handwerkliches Arbeiten gewohnt, aber solche Tricks wie das „Weißeln und Schwärzeln“ hat er erst in Rudi Matts Krippenbaukurs gelernt. „Für mich muss eine Krippe ganz einfach sein, deshalb habe ich einen Stall gebaut, der kaputt ist und die damalige schwierige Situation widerspiegelt“, erklärt der Überlinger. Für ihn ist es wichtig, dass für den Betrachter die ärmliche und einfache Situation von Josef und Maria bei der Geburt Christi herüberkommt. Gewöhnungsbedürftig war für Wiedmann der Zwischenschritt des weißen Anstrichs, wie im Bild zu sehen ist. „Oi, oi, oi, das muss ja einen Grund haben“, schildert Wiedmann. Inzwischen weiß er, dass dieser Anstrich mit folgendem Schwärzen und Abwaschen der schwarzen Farbe den Konturen der Krippe räumliche Tiefe verleiht. „Das ist eines von vielen Beispielen, was man in Matts Krippenbaukurs lernen kann“, erläutert Wiedmann.
Joachim Wiedmann aus Überlingen ist handwerkliches Arbeiten gewohnt, aber solche Tricks wie das „Weißeln und Schwärzeln“ hat er erst in Rudi Matts Krippenbaukurs gelernt. „Für mich muss eine Krippe ganz einfach sein, deshalb habe ich einen Stall gebaut, der kaputt ist und die damalige schwierige Situation widerspiegelt“, erklärt der Überlinger. Für ihn ist es wichtig, dass für den Betrachter die ärmliche und einfache Situation von Josef und Maria bei der Geburt Christi herüberkommt. Gewöhnungsbedürftig war für Wiedmann der Zwischenschritt des weißen Anstrichs, wie im Bild zu sehen ist. „Oi, oi, oi, das muss ja einen Grund haben“, schildert Wiedmann. Inzwischen weiß er, dass dieser Anstrich mit folgendem Schwärzen und Abwaschen der schwarzen Farbe den Konturen der Krippe räumliche Tiefe verleiht. „Das ist eines von vielen Beispielen, was man in Matts Krippenbaukurs lernen kann“, erläutert Wiedmann. | Bild: Bernhard Conrads
Stolz präsentiert <strong>Bernd Auer aus Owingen </strong>seine große Weihnachtskrippe. Auer ist vor Jahren kam vor Jahren zufällig in Leustetten an der Krippenausstellung vorbei, ging spontan hinein und wird, wie er selbst sagt, nie das Erlebnis beim Betreten des Ausstellungsraums vergessen. Er sah die Krippen, drehte sich um und sagte zu seiner Frau: „So muss eine Krippe aussehen, das ist das, was ich will.“ Jahre später wurde der Wunsch Realität. In 24 Werkstattbesuchen mit insgesamt 96 Arbeitsstunden ist ein stattlicher, 1,60 Meter breiter Bergbauernhof mit Wohn- und Ökonomiegebäude, Kapelle und kleinem Bach entstanden, ganz aus der eigenen Fantasie heraus. Gereicht hat ihm das freilich noch nicht. „Parallel zum Kurs habe ich daheim noch eine kleinere, orientalische Krippe mit Berghöhle und Beduinenzelt gebaut“, schildert Auer.
Stolz präsentiert Bernd Auer aus Owingen seine große Weihnachtskrippe. Auer ist vor Jahren kam vor Jahren zufällig in Leustetten an der Krippenausstellung vorbei, ging spontan hinein und wird, wie er selbst sagt, nie das Erlebnis beim Betreten des Ausstellungsraums vergessen. Er sah die Krippen, drehte sich um und sagte zu seiner Frau: „So muss eine Krippe aussehen, das ist das, was ich will.“ Jahre später wurde der Wunsch Realität. In 24 Werkstattbesuchen mit insgesamt 96 Arbeitsstunden ist ein stattlicher, 1,60 Meter breiter Bergbauernhof mit Wohn- und Ökonomiegebäude, Kapelle und kleinem Bach entstanden, ganz aus der eigenen Fantasie heraus. Gereicht hat ihm das freilich noch nicht. „Parallel zum Kurs habe ich daheim noch eine kleinere, orientalische Krippe mit Berghöhle und Beduinenzelt gebaut“, schildert Auer. | Bild: Bernhard Conrads
Noch fehlt das Dach der Krippe von <strong>Helmut Jung aus Heiligenberg</strong>, dann wird sie in eine große Laterne eingebaut. „Rudi Matt ist seit vielen Jahren ein sehr guter Freund von mir, mit dem ich zusammen in die hohen Berge zum Klettern gehe“, schildert Jung seinen ungewöhnlichen Weg zum Krippenbau. Bei einem Besuch einer der Krippenausstellungen zusammen mit seinem Sohn Tobias eröffnete dieser seinem verblüfften Vater, dass er sich angemeldet hat. „Das war die Initialzündung für meine eigene Anmeldung“, erinnert sich Jung. Jetzt hat er eine Laternenkrippe gebaut und kam dabei hin und wieder an seine handwerklichen Grenzen. Aber Rudi Matt hilft stets behutsam, über diese Hürden hinwegzukommen. Bis zur Ausstellung wird sie fertig sein. „Bei Rudi und Theres ist man nicht nur fachlich bestens betreut, sie sind Seelen von Menschen“, sagt Jung begeistert.
Noch fehlt das Dach der Krippe von Helmut Jung aus Heiligenberg, dann wird sie in eine große Laterne eingebaut. „Rudi Matt ist seit vielen Jahren ein sehr guter Freund von mir, mit dem ich zusammen in die hohen Berge zum Klettern gehe“, schildert Jung seinen ungewöhnlichen Weg zum Krippenbau. Bei einem Besuch einer der Krippenausstellungen zusammen mit seinem Sohn Tobias eröffnete dieser seinem verblüfften Vater, dass er sich angemeldet hat. „Das war die Initialzündung für meine eigene Anmeldung“, erinnert sich Jung. Jetzt hat er eine Laternenkrippe gebaut und kam dabei hin und wieder an seine handwerklichen Grenzen. Aber Rudi Matt hilft stets behutsam, über diese Hürden hinwegzukommen. Bis zur Ausstellung wird sie fertig sein. „Bei Rudi und Theres ist man nicht nur fachlich bestens betreut, sie sind Seelen von Menschen“, sagt Jung begeistert. | Bild: Bernhard Conrads

 

Ausstellung und Kurs

  • Die Ausstellung ist am Samstag, 16. Dezember, von 14 bis 20 Uhr sowie am Sonntag, 17. Dezember, von 13 bis 17 Uhr im Alten Schulhaus Leustetten zu sehen. Am Samstag spielt ab 18 Uhr die Jugendkapelle Weildorf vor dem Alten Schulhaus weihnachtliche Musik zu Glühwein, Punsch, Hefezopf und Butterbrezeln. An beiden Tagen werden Kaffee und Kuchen angeboten. Der Erlös kommt einem sozialen Zweck zugute.
  • Derzeit ist die Warteliste für Kursinteressenten voll. Kontakt: Rudi Matt, Telefon 0 75 54/86 77.