Die Situation des Waldes kreisweit und die des Frickinger Gemeindewaldes hat Kreis-Forstamtsleiter Michael Strütt in der jüngsten Gemeinderatssitzung dargelegt. Zusammen mit Revierleiter Walter Städele stellte er den Betriebsplan für das Waldwirtschaftsjahr 2020 vor und blickte rechnerisch auf die Vorjahre zurück. Ferner informierte Strütt über den Start der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberschwaben und den daraus resultierenden genossenschaftlich organisierten Holzverkauf. 

Dürreschäden und Borkenkäferbefall häufen sich

„Die klimabedingten Waldschäden haben sich im Jahr 2019 noch einmal verstärkt“, sagte Strütt. Sein Resümee zur Schadenssituation in den Wäldern im Bodenseekreis fiel ernüchternd aus. Etwa 90 000 Festmeter (Raummaß für Rundholz) Borkenkäfer-und Dürrholz seien im vergangenen Jahr angefallen. Etwa 58 Prozent der Holzernte in Frickingen war sogenanntes Kalamitätsholz – infolge von Insektenbefall oder Dürreschäden.

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Das vorläufige Wirtschaftsergebnis 2019 für den Frickinger Wald fiel dabei weitgehend ausgeglichen aus. Grund hierfür waren unter anderem höhere Einnahmen aus Energieholzverkäufen. Die Summe der Einnahmen aus dem Vorjahr bewegten sich mit 238 300 Euro nur 3000 Euro unter dem Planansatz. Insgesamt rechnen Strütt und Städele mit einem Betriebsergebnis von 26 700 Euro für 2019.

„So ein schlechtes Ergebnis, wie das geplante, hatten wir noch nie.“
Michael Strütt, Kreis-Forstamtsleiter

Im Planergebnis für 2020, das auf nur 5000 Euro Gewinn ausgerichtet ist, spiegelt sich laut Strütt die aktuelle Schadenssituation wider. „So ein schlechtes Ergebnis, wie das geplante, hatten wir noch nie.“ Allein bei der Holzernte rechnet er mit 200 Festmetern weniger als im Jahr zuvor. Das Preisniveau beim Kalamitäts- Holzverkauf sinke.

Zukunftslösung könnte Mischwaldform sein

Von Michael Baader (FWV) nach Ersatzholzarten für stark geschädigte Nadelbäume gefragt, antwortete Strütt vorsichtig. Er sagte, es müsse geschaut werden, welche Arten klimaresistent seien. Künftig könnten fremdländische Nadelbaumarten wie die Douglasie, sowie eine Mischwaldform sinnvoll sein.

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