Mit dem Seniorenzentrum Frickingen ist ein Name eng verknüpft: Karl-Heinz Hofele, Motor, Manager und Vorstand der Seniorengenossenschaft Frickingen seit deren Gründung. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung kündigte er an, etwas kürzer treten zu wollen, und bat um Verständnis für diesen Schritt. Durch sein Leben zieht sich wie ein roter Faden die Tatsache, dass er stets zur Stelle war, wenn sich eine Aufgabe im Dienst der Gesellschaft ergab.

Früherer Schulleiter für Senioren aktiv

Eigentlich hätte sich der vitale und nunmehr bald 76-jährige ehemalige Studiendirektor, der von 1970 bis 2007 das Überlinger Constantin-Vanotti-Wirtschaftsgymnasium leitete, einen ruhigeren Lebensabend gestalten können. Nicht so Karl-Heinz Hofele. Vor fast 30 Jahren zog er von seinem Nußdorfer Haus am See in das eher beschauliche Altheim und beteiligte sich vom ersten Tag an aktiv am Dorfleben. Seine Auftritte an der Fasnacht waren ebenso legendär wie der Rosenmontagsball in seinem Haus im Pirolweg. Beim Aufbau der Interessengemeinschaft Tourismus brachte er sich mit einer Schüler-AG ein, die das erste Heft „Willkommen in Frickingen“ erarbeitete und damit die Grundlage für die Weiterentwicklung des Tourismus in Frickingen schuf. Seit 2008 lenkt er auch die Seniorengemeinschaft „Generation 60+“, die viel für das gesellige Miteinander der älteren Mitbürger leistet.

Hofele übernahm Leitung der Genossenschaft Seniorenzentrum

Just zu dieser Zeit startete auch der Bürgerbeteiligungsprozess „Aktiv im Alter“, an dem Frickingen als Modellgemeinde teilnahm. Karl-Heinz Hofele engagierte sich hier im Arbeitskreis Wohnen im Alter. Daraus ging die Genossenschaft Seniorenzentrum Frickingen hervor, die im November 2011 nicht zuletzt durch seine Tatkraft von 29 Mitgliedern gegründet wurde. Nicht ahnend, welche Flut an Arbeit und Aufgaben über ihn hereinbrechen sollte, übernahm Karl-Heinz Hofele die Leitung. Er wurde zwar beim Bewältigen der immer wieder neuen Probleme von Beratern aus dem sozialen und genossenschaftlichen Bereich und den Gremien der Seniorengenossenschaft unterstützt, aber es blieb an ihm, die alltäglichen Probleme zu lösen.

Seniorenzentrum für 3,7 Millionen Euro

Bürgermeister Jürgen Stukle sagte bei der Laudatio: „Ein Hochbauprojekt für 3,7 Millionen Euro verantwortlich in der Position des Vorsitzenden umzusetzen, ist ein Kraftakt der ganz besonderen Art.“ Er brachte das Wirken von Karl-Heinz Hofele plastisch zum Ausdruck: „So kennen wir ihn: Wenn er etwas macht, dann mit unglaublich viel Herzblut, Zeitaufwand und entsprechendem Erfolg. Er hat in seinem Leben schon sehr viel erlebt und bewegt, aber das Seniorenzentrum ist so etwas wie sein persönliches Meisterstück!“ In diesem „Meisterstück“ fanden im Januar 2017 in den 17 neuen Wohnungen Senioren ein altersgerechtes Zuhause. „So hat er nach konsequentem Kämpfen, Arbeiten und Werben sein Ziel verdientermaßen erfolgreich erreicht“, wie Bürgermeister Stukle lobend bemerkte.

Freizeit für Enkel und Reisen

Nach dem Rückzug als Vorstand der Seniorengenossenschaft bleibt Karl-Heinz Hofele etwas mehr Zeit zum Lesen.
Nach dem Rückzug als Vorstand der Seniorengenossenschaft bleibt Karl-Heinz Hofele etwas mehr Zeit zum Lesen. | Bild: Albert Mayer

Ein Höhepunkt auf seinem Wege war für Karl-Heinz Hofele die Würdigung seines Engagements durch den Bundespräsidenten Joachim Gauck am Tag des Ehrenamts 2014. So ganz ziehe er sich nicht zurück, meinte Karl-Heinz Hofele. Er wird als Mitglied des Aufsichtsrats der Seniorengenossenschaft weiterhin seine Erfahrungen zur Verfügung stellen. In erster Linie will er in seiner gewonnenen Freizeit vermehrt seine Enkel in Sachsen und in der Pfalz besuchen. Auch will er weiter seiner Reiselust frönen und Bilder seiner früheren Reisen ordnen: „Schon lange schiebe ich vor mich hin, meine Reisen nach Indien, Syrien und Äthiopien aufzuarbeiten und Vorträge daraus zu gestalten.“

Kleine Warteliste für Wohnungen im Seniorenzentrum

Die Geschäftsberichte bei der Hauptversammlung der Seniorengenossenschaft Frickingen machten deutlich, dass diese nach wie vor gut aufgestellt ist. Bei einer Bilanzsumme von 3,75 Millionen Euro konnte ein Gewinn von 12 500 Euro verbucht werden. Die Seniorengenossenschaft hatte am Ende des Berichtszeitraums 88 Mitglieder, deren Geschäftsguthaben sich auf 1 Million Euro beläuft. Die 17 Wohnungen sind seit Januar 2017 belegt; eine kleine Warteliste besteht bereits. Einstimmig wurde der Jahresabschluss genehmigt.

Bürgermeister Jürgen Stukle bedankte sich für das Engagement der Verantwortlichen und den Einsatz der Hausbewohner, die durch ihre tatkräftige Mithilfe einen Hausmeister ersetzen. Da sich in diesem Frühjahr Elisabeth Degen in den Vorstand wählen ließ, ergab sich eine Lücke im Aufsichtsrat. Diese wurde durch Karl-Heinz Hofele geschlossen, der sein Amt als langjähriger Vorstand abgab. Turnusmäßig wurde Karl Grundler für weitere drei Jahre im Aufsichtsrat bestätigt.

Breiten Raum nahm die Diskussion um den Tagesordnungspunkt Satzungsänderung ein. Diese war notwendig geworden, weil die Höhe der Pflichtanteile der Gebäudenutzer auf Veranlassung des Genossenschaftsverbandes neu bewertet werden musste. Da in der Debatte konträre Argumente vorgebracht wurden, vertagte Aufsichtsratsvorsitzender Hermann Sommerfeld diesen Punkt. Nach Prüfung der Aspekte sollen in Gesprächen mit den Mitgliedern einvernehmliche Lösungen gesucht und in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen werden. (am)