Es ist genau 60 Jahre her, dass sich Irmgard und Alois Wiedmann das Ja-Wort gaben und am Rande Altheims einen Hof übernahmen. Die junge Braut war damals gerade einmal 19, ihr Zukünftiger 23 Jahre alt. Kennengelernt haben sie sich rein zufällig. Er begleitete Tante und Onkel zu einem Namenstagsfest in Schwäbisch- Gmünd. Sie arbeitete just bei dem Gastgeber.

Hübsche Frau fiel im gleich auf

Die hübsche junge Frau sei ihm gleich aufgefallen, erinnert sich der Jubilar. Beim Verabschieden fasste er sich ein Herz und fragte, was sie am Sonntag vorhabe. Schnell war das erste Treffen abgemacht. Gemeinsam fuhren sie zum Ebni-See, einem beliebten Ausflugsziel im Schwäbischen Wald. Weitere Verabredungen folgten. Nur vier Monate später fand die Trauung statt. Gemeinsam mit den Eltern des Bräutigams zogen die Frischvermählten nach Heimatsweiler, wo das Paar bis heute lebt.

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In dem landwirtschaftlichen Mischbetrieb gab es immer jede Menge zu tun. Kühe und Schweine mussten genauso versorgt werden wie die rund 10 000 Obstbäume nebst Ernte. Später kamen drei Kinder, noch später die Pflege der Schwiegereltern und das zeitweilige Hüten von Enkeln hinzu. Für eine Hochzeitsreise fehlten Zeit und Geld. "Der Ausbau des ersten Stockwerks war unsere Hochzeitsreise", erzählt Wiedmann. Und seine Frau meint lächelnd:" Wenn ich nicht so verliebt gewesen wäre bis über beide Ohren, weiß ich gar nicht, ob ich das alles so gemacht hätte."

In mehreren Chören aktiv

Angst vor der Zukunft habe sie aber von Anfang an keine gehabt, versichert die Jubilarin. "Ich habe immer viel Vertrauen in meinen Mann gehabt", unterstreicht sie. Der habe trotz der vielen Arbeit sogleich Kontakt hergestellt zu den Nachbarhöfen. "Nach einem Jahr habe ich schon im Kirchenchor mitgesungen", erzählt der passionierte Sänger. Bis heute ist er dabei. Auch im Leustetter Brunnenchor ist er aktiv. Nachdem er zum Ende der 80er Jahre den Posten eines Bauamtsgärtners im Überlinger Straßenmeisterei übernommen hatte, kam noch der dortige Betriebschor dazu. "Auch in der Dorffasnet war und ist er mit von der Partie", weiß Bürgermeister Jürgen Stukle.

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Heutzutage hat das Jubelpaar endlich Zeit. Seit einem Jahr ist Irmgard Wiedmann im örtlichen Turnverein. Gemeinsam pflegen sie Kontakte zu einer Nachbarclique und zu Ehemaligen des Straßenbauamts. Auch, wenn die mittlerweile 79-jährige Ehefrau nicht mehr gerne Koffer packt, lädt ihr Mann sie zu einer ganz kleinen Reise im Anschluss an die Feierlichkeiten zur diamantenen Hochzeit ein. Es soll an den Ebni-See gehen.