Die letzte Sitzung des Gemeinderats in diesem Jahr war am Dienstagabend geprägt von der Beratung des Vermögenshaushalts 2018. Mit 4,2 Millionen Euro erreicht dieser ein Rekordvolumen. Trotzdem kann auf eine Kreditaufnahme verzichtet werden. Bürgermeister Jürgen Stukle hob dies als besonderes und erfreuliches Kennzeichen hervor. Der Vermögenshaushalt 2018 liegt 59 000 Euro über dem bisherigen planerischen Höchstwert aus dem Jahr 2017 und 2,8 Millionen Euro über dem Rechnungsergebnis von 2016.

Der Schwerpunkt der geplanten Investitionen liegt, wie Gemeindekämmerer Florian Keller erläuterte, auch im kommenden Jahr auf den dringlich erforderlichen Hochwasserschutzmaßnahmen. Dafür werden in einem zweiten Bauabschnitt 1,1 Millionen Euro investiert. "Der Hochwasserschutz ist uns nach den katastrophalen Erfahrungen im Sommer 2016 ein primäres Anliegen", betont Bürgermeister Stukle. Weitere bedeutende Investitionen sah Kämmerer Keller im Grunderwerb für die weitere gewerbliche Entwicklung und der Sanierung der Felderstraße in Bruckfelden. Diese drei Vorhaben machen über die Hälfte des Vermögenshaushaltes aus. Allerdings erfolgt dafür eine beträchtliche Refinanzierung durch Grundstückserlöse und Landeszuweisungen.

Bürgermeister Stukle sprach von einem ambitionierten, aber dennoch solide durchfinanzierten Vermögenshaushalt. Dazu trägt auch der recht üppige Überschuss bei, der im Verwaltungshaushalt erwirtschaftet und dem Vermögenshaushalt zugeführt werden kann. Zudem helfen bei der Finanzierung des Vermögenshaushalts die in den zurückliegenden Jahren gebildeten Rücklagen. Daraus werden nun 970 000 Euro entnommen. Dennoch verbleiben annähernd 400 000 Euro auf der hohen Kante.

Neben der Zuführungsrate und der Rücklagenentnahme wird der Vermögenshaushalt durch Landeszuschüsse (1,5 Millionen Euro) und Grundstücksveräußerungen (830 000 Euro) sowie durch Erschließungsbeiträge von Grundstückseigentümern (384 000 Euro) gespeist.

Da für 2018 keine Darlehensaufnahme vorgesehen ist, wird der Schuldenstand der Gemeinde aufgrund der laufenden Tilgungen weiter sinken. Den Ausführungen von Kämmerer Keller zufolge wird die Pro-Kopf-Verschuldung im Kernhaushalt, also ohne die Eigenbetriebe Wasser und Abwasser sowie der Nahwärmeversorgung, von 369 auf 343 Euro zurückgehen. Damit liege man unter dem Landesdurchschnitt, erklärte Keller.

 

Die größten Investitionen

  • Hochwasserschutz: 1,1 Millionen Euro
  • Grunderwerb: 650 000 Euro
  • Sanierung Felderstraße Bruckfelden: 463 000 Euro
  • Kreisverkehrsplatz im Zuge der Sanierung der Kreisstraße 7785 Frickingen/Leustetten: 300 000 Euro
  • Restfinanzierung Löschfahrzeug für die Feuerwehr: 255 000 Euro
  • Sanierung Gemeindeverbindungsstraße Golpenweiler: 160 000 Euro
  • Sanierung Mühlestraße/Rickenwiesen: 150 000 Euro
  • Restfinanzierung Erschließung Baugebiet "Am Dorfbach": 105 000 Euro
  • LED-Beleuchtung in der Graf-Burchard-Halle: 100 000 Euro