Der Linzgau-Literatur-Verein, kurz Lilive, mit Sitz in Leustetten, bietet im Jahr 2020 verschiedenste Lesungen. Veranstaltungsorte sind das Fachwerk 11 in Salem und das Alte Schulhaus in Leustetten. Interessierte, die die Lesungen regelmäßig besuchen, finden ihnen bekannte Gesichter auf dem Programm vor.

Avato und Molkenthin erneut dabei

Barbara Avato etwa ist am 4. März zu Gast und präsentiert Märchen für Erwachsene, die junge Ida Molkenthin stellt am 1. Juli ihre neusten Texte vor und auch Mitglieder beziehungsweise Freunde des Linzgau-Literatur-Vereins werden wieder am Rednertisch sitzen.

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Vereinsvorsitzende Dodo Wartmann ist eine von ihnen. Sie hat sich für ihren Vortrag am 4. November die Melancholie und Lyrik des 19. Jahrhunderts vorgenommen, angelehnt an den Schriftsteller Nikolaus Lenau, aus dessen Werk sie den Vers „Hast du schon je dich ganz allein gefunden“ für die Programmankündigung übernahm. Auch Hans Detlef Jenß widmet sich mit Theodor Fontane der deutschsprachigen Literatur.

Das Lilive-Programm für 2020

Menschen wollen Lyrik hören

Dodo Wartmann sagt, dass es explizit Nachfragen gegeben habe, dass die Menschen über Lyrik und Prosa informiert werden wollten. „In der Schule wird kaum noch Lyrik gelehrt. Die Kinder müssen nichts mehr auswendig lernen“, bedauert Wartmann. Gerne würde sie die „schönen alten Gedichte heranziehen“. Nikolaus Lenau hat das Gedicht „Weihnacht“ geschrieben – und auch Eduard Mörike und Ludwig Uhland zählt sie auf. Im Jahr darauf soll dann die deutschsprachige Prosa speziell beleuchtet werden.

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Als weiteren Höhepunkt des Programms nennt die Vereinsvorsitzende den Vortrag von Dieter Joos am 17. Mai. Bekannt ist er von der Sternwarte in Überlingen. „Chaos, Zufall, Liebe – oder vice versa“ lautet der Titel seines Vortrags. Joos schreibt auf seiner Internetseite über seine Arbeit: „Erstaunliches und Verwunderliches habe ich in dieser Welt gesehen, sei es am Himmel, auf der Erde, in der Natur, aber auch im abstrakten Reich der Mathematik oder in der Genealogie. Mein Blick richtete sich vor allem auf jene Orte, wo Chaos und Ordnung sich streitend begegnen.“

Ebenfalls über Antonio Timpano spricht Dodo Wartmann. Laut Programm stellt er am 2. September sein neustes Buch „Fernandos Traum“ vor. Darin beschreibt der Autor mit italienischen Wurzeln, wie er als 15-Jähriger in Markdorf ankam.

Musik gehört zu den Lesungen

Doch nicht nur Texte stehen bei den Lesungen im Mittelpunkt. Es gibt ebenso jedes Mal musikalische Unterhaltung: zum Beispiel mit Thomas Blaser am Klavier. „Da sind wir sehr dankbar“, erklärt Dodo Wartmann, die selbst auch musiziert.