Mit neuen Grabfeldern und neuen Möglichkeiten der Urnenbestattung auf dem Friedhof im Ortsteil Altheim hat die Gemeinde auf die neue Bestattungskultur reagiert. Der Gemeinderat beschloss eine neu gefasste Friedhofssatzung und stimmte zu, die Gebühren entsprechend anzupassen. Satzungsänderungen betreffen unter anderem die Bestattungsvorschriften, die Ruhezeiten sowie die Gestaltungen der neu hinzugekommenen Urnenrasen- und Urnenstelengräber in verschiedenen Ausführungen als Reihen- oder Wahlgräber.

Mit neuen Grabfeldern und zusätzlichen Möglichkeiten der Urnenbestattung trägt die Gemeinde der neuen Bestattungskultur Rechnung.
Mit neuen Grabfeldern und zusätzlichen Möglichkeiten der Urnenbestattung trägt die Gemeinde der neuen Bestattungskultur Rechnung. | Bild: Martina Wolters

Bisher war es in Altheim nur erlaubt, sich im Sarg oder in einer Urne bestatten zu lassen. Die überarbeitete Satzung erlaubt jetzt erstmalig, Verstorbene in Tüchern zu beerdigen. Voraussetzung ist, dass die Religionszugehörigkeit dies vorgibt und gesundheitliche Gefahren ausgeschlossen werden. Allerdings muss der Leichnam bis zur Grabstätte im geschlossenen Sarg transportiert werden, wie Hauptamtsleiter Markus Vollstädt betonte.

Für die neu hinzugekommenen Urnengrab-Angebote ist Grabschmuck nur begrenzt gestattet. Lediglich innerhalb von vier Wochen nach der Beerdigung sind Blumenschmuck und Kränze erlaubt. Dass sich die Ruhezeiten für Aschen "gravierend" reduzieren, von vormals 25 auf 15 Jahre, ließ Michael Baader (FW) aufhorchen. Auf seine Frage hin erläuterte der Amtsleiter, die Ruhedauer lasse sich ausschließlich im Bereich der Wahlgräber erweitern.

Der zuständige Sachgebietsleiter Florian Keller stellte die vom Büro Allevo Kommunalberatung kalkulierten Gebührenänderungen vor. Bei den Grabnutzungsrechten gebe es einen "merklichen Sprung", sagte er. So kostet zum Beispiel ein Doppelwahlgrab statt 900 Euro jetzt 1890 Euro. Die Kosten für die Überlassung eines Reihengrabes steigen von 275 Euro auf 970 Euro. Bei Urnenbestattungen erhöht sich der Überlassungsbetrag von 175 Euro auf 420 Euro, wie beim Urnenrasenreihengrab. Das Stelenreihengrab ist zehn Euro günstiger. Mit den höheren Gebühren sollen die Gesamtkosten laut Florian Keller zumindest um 30 Prozent gedeckt werden.