Dass Trennung und Abschied auch von Zuversicht und Vertrauen geprägt sein können, möchte Annika Knor mit ihrem Kinderbuch „Hin und weg mit Taube und Bär“, vermitteln. Es erzählt die Freundschaft zwischen Taube und Bär – und von der Trennung, als es den Bären auf eine weite Reise nach Australien zieht.

„Die Geschichte an sich hatte ich schon länger im Kopf“, erzählt die 29-jährige Autorin. „Ich schreibe und male schon immer sehr gerne.“ Die Entscheidung, die Erzählung auch tatsächlich auf Papier zu bringen, fällt dann im April 2015. Durch Zufall entdeckt sie den Verlag „Papierfresserchen“ in Lindau. Ein Verlag, der sowohl Bücher von Erwachsenen als auch von Kindern verlegt. „Der Gedanke, ein eigenes Buch zu schreiben, hat mich seither nicht mehr losgelassen. Und so ist das Projekt entstanden“, erklärt sie. Dass es ein Kinderbuch werden soll, war von Anfang an klar: „Ich hätte auch ein Buch für Erwachsene schreiben können", sagt Annika Knor, – aber Kindern könne man noch einen anderen Blickwinkel vermitteln: Dass Trennung nicht mit Angst verbunden sein muss. Und Sehnsucht nicht gleichzeitig Schmerz bedeutet.

„Jeder hat etwas in sich – nur die meisten hören nicht hin"

Die Kinder seien begeistert von der außergewöhnlichen Freundschaft zwischen Taube und Bär, erzählt die Autorin: Bei Vorlesungen in Meßkirch und Mengen fieberten die Kinder mit dem ungleichen Paar: „Man kann noch so weit voneinander entfernt sein, in Gedanken und im Herzen ist man immer zusammen.“ Dieser Gedanke scheint nicht nur die Taube zu trösten, als es ihren Freund in die Ferne zieht. Auch die Kinder sind beruhigt, als sich Taube schließlich für den Bären zu freuen beginnt.

Ohne Vorerfahrung beginnt Knor das Projekt: „Die Geschichte war relativ schnell geschrieben. Eine Herausforderung für mich waren tatsächlich die Zeichnungen.“ Schritt für Schritt entstehen die ersten Entwürfe. Die anfänglichen Skizzen entwickeln sich hin zu farbenfrohen Bildern: Liebevoll ist jede Situation, die Taube und Bär erleben, aufgemalt – ob beim Fahrradfahren oder beim Pfannkuchen backen.

Da Annika Knor bei ZG Raiffeisen in Salem-Neufrach arbeitet, kann sie nur am Abend nebenher zeichnen. Als es an die Digitalisierung der Bilder geht, wird sie von Christine und Lena Nöh, Betreiberinnen der Salemer Werbewerkstatt, unterstützt. Auch die Erstellung des Manuskriptes wird von der Salemer Werbewerkstatt begleitet.

Im Rückblick ist Annika Knor froh, das Projekt gewagt zu haben: „Jeder hat etwas in sich – nur die meisten hören nicht hin." Obgleich ihr beruflicher Werdegang in eine andere Richtung führt, geht sie ihrer Begeisterung für das Kreative, Schöpferische, nach.


"Hin und weg mit Taube und Bär" wird sowohl zum Vorlesen für Kinder ab vier Jahren, als auch für Grundschulkinder zum Lesen üben, empfohlen. Seit Dezember 2016 erhältlich.


Zur Person

Annika Knor ist geboren und aufgewachsen in Sigmaringen-Laiz. Nach ihrer Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau arbeitet die 29-Jährige bei ZG Raiffeisen in Salem-Neufrach. Seit 2011 lebt Annika Knor in Frickingen-Leustetten. Ihr Erstlingswerk "Hin und weg mit Taube und Bär" ist im Dezember 2016 erschienen.