Frickingen – Im Februar dieses Jahres trat Winfried Weigelt mit seinem ersten Buch an die Öffentlichkeit. Mit schonungsloser Kritik brachte er auf 234 Seiten seine Erfahrungen zu Papier, die er bei seinem Krankenhausaufenthalt machen musste. Eine unglückliche Verkettung von Umständen und unglaublichen Verhaltensweisen schrieb das Drehbuch für einen medizinischen Krimi. In seinem Buch „Ich war noch nicht dran“ fasste er die dramatischsten Monate seines Lebens zusammen. Nun legt Winfried Weigelt sein zweites Buch vor. Mit dem Titel: „Die unfreiwilligen Erlebnisse eines Handlungsreisenden“ erinnert er sich an die über 30 Jahre, in denen er als Exportleiter für einen Küchenhersteller in vielen Reisen weltweit unterwegs war.

Der Leser wird mit überwiegend lustigen und amüsanten Geschichten kreuz und quer durch die ganze Welt mit ihren unterschiedlichsten Menschen geführt. Es spielt in der Zeit, als viele Länder gerade erst im Industriezeitalter angekommen sind und eine Nachfrage nach deutschen Möbeln einsetzte. Aber auch von einer Zeit, in der man noch telefonierte, Briefe schrieb und Fernschreiben verfasste. Und ohne Handy und E-Mail trotzdem schwarze Zahlen erzielte.

Der SÜDKURIER besuchte ihn in seinem schönen Zuhause. Natürlich stellte sich auch die Frage, welche Beweggründe ihn zum Schreiben geführt haben. Winfried Weigelt hatte eine ganz unspektakuläre Antwort parat: „Eigentlich habe ich mich nie zum Schriftsteller berufen gefühlt. Aber nach meinem Eintritt in den Ruhestand wurde ich von vielen Seiten bedrängt, meine vielen Erlebnisse, Abenteuer und Geschichten niederzuschreiben. Das gab mir letztlich den Anstoß, zur Feder zu greifen.“

Doch bevor es soweit kam, erwischte es ihn dramatisch: „Mit einer nicht ganz optimal durchgeführten Magenspiegelung begann für mich im Januar 2010 eine Odyssee, die mich für sechs Monate zwischen Leben und Tod ans Bett fesselte und 36 Vollnarkosen bescherte. Die Folgen daraus werden mich für den Rest meines Lebens begleiten“. Für Winfried Weigelt war es wichtig, diese dramatische Zeitspanne auch psychisch hinter sich zu bringen. Und da erwies sich das Schreiben mehr als hilfreich. Er verarbeitete die unsäglichen Geschichten und Vorgänge um seine Krankheit zu einem Buch.

Nachdem er sich die schlimmste Zeit seines Lebens solchermaßen „von der Seele geschrieben“ hatte, brannte es in ihm, die Erlebnisse und Episoden aus seinem Berufsleben zu Papier zu bringen. So entstand sein zweites Buch mit den „unfreiwilligen Erlebnissen als Handlungsreisender“, welches nun frisch erschienen ist. Wer nun aber glaubt, dass Winfried Weigelt jetzt seine Hände in den Schoß legen wird, kennt den umtriebigen Unruheständler schlecht. Mit seiner ungetrübten Schaffensfreude nahm er sich eines weiteren Themas an.

Denn zwischenzeitlich sieht schon das Manuskript für sein drittes Buch seiner Verwirklichung entgegen. Dabei steht steht die Geschichte der Vertreibung seiner Familie aus Niederschlesien und ihr mühsamer Weg in die neue Heimat in Frickingen im Vordergrund. „Und ein viertes Buch ist bereits im Entstehen“ verriet Winfried Weigelt am Ende des Gesprächs.

Zur Person

Winfried Weigelt kam 1948 in Schlesien zur Welt und wohnt seit 1958 in Frickingen. Nach seiner kaufmännischen Lehre und dem Wehrdienst begann er seine Laufbahn beim Pfullendorfer Küchenmöbelhersteller Alno. Dort bekleidete er 30 Jahre als Exportleiter eine Führungsposition. Vor elf Jahren ging er in den vorgezogenen Ruhestand. Als leidenschaftlicher Musiker leitete er 13 Jahre lang die Musikkapelle Frickingen als Dirigent. Danach spielte er in weiteren Formationen Musik und leitet heute eine Polka-Band. Auch steht er der Bürger-Selbsthilfe Organisation „Miteinander“ vor und beschäftigt sich nebenbei noch mit Familienforschung. Winfried Weigelt ist verheiratet, hat zwei Kinder und drei Enkelkinder.

Informationen im Internet:www.persimplex.de