Famos gestimmte Zuschauer freuten sich an dem unterhaltsamen Programm. 70 Akteure rockten, moderiert von Ralf Schrenk und Karsten Liebold, rund vier Stunden die Bühne der Festhalle.

Das Moderatorenduo Karsten Liebold und Ralf Schrenk hat als schrullige Wieber die Lacher auf seiner Seite.
Das Moderatorenduo Karsten Liebold und Ralf Schrenk hat als schrullige Wieber die Lacher auf seiner Seite. | Bild: Martina Wolters

Die gebotene Mischung aus kreativer Show, kommunalpolitisch Scharfzüngigem gewürzt mit einer ordentlichen Prise Humor kam bestens an. Als Dauerbrenner tauchten neben der überfallenen Altheimer Postfiliale, der Supermarkt-Umbau und zu sanierende Straßen immer wieder auf. Der im Herbst erfolgreich gestartete Frickinger Apfellauf inspirierte sogar zu einem Lied. Auch die umliegenden Dörfer und Städte bekamen beim Zunftball von Dreckspringern und Musikverein ihr Fett weg.

Flüchtlinge aus Salem willkommen

Los ging es mit der schelmischen Begrüßungsrede von Narrenvater Michael Baader. Allein gelassen von Narrenmutter Christian Allweiser hieß er die Besucher willkommen. Diejenigen aus Rickenbach grüßte er als „Freilaufende Hennen“, die Salemer als „Flüchtlinge“, weil doch ihr gemeindliches Oberhaupt Manfred Härle eine neue Amtszeit anstrebe. Augenzwinkernd zeigte Baader Verständnis für die anwesenden Heiligenberger, deren Bürgermeister ihnen keinen Neujahrsempfang gönne. Den eigenen Schultes, Jürgen Stukle, hingegen bezeichnete der Schelm als „allerbesten Bürgermeister, der heut Abend do isch“.

Narrenvati Michael Baader begrüßt ohne bessere Hälfte die illustre Gästeschar.
Narrenvati Michael Baader begrüßt ohne bessere Hälfte die illustre Gästeschar. | Bild: Martina Wolters

Politisches bietet Gesprächsstoff

Dass Stukle bei der Kreisratswahl mehr Stimmen als sein Salemer Kollege bekam, hoben die flotten Bienchen Gottfried Grundler und Michael Baader lobend hervor. Die Biene Majas sinnierten nur noch über die wahre Parteizugehörigkeit Stukles (CDU). Sie wüssten „nie so recht, ob Stukle nun ein schwarz angemalter Grüner oder ein grün angemalter Schwarzer ist“.

Als „bester Bürgermeister der Welt“ hat Schultes Jürgen Stukle (vorne rechts) gut lachen.
Als „bester Bürgermeister der Welt“ hat Schultes Jürgen Stukle (vorne rechts) gut lachen. | Bild: Martina Wolters

Bei einem imaginären Flug übers Dorf mokierten sich die Immen mit Solarflügeln über den „Garten des Grauens“ der Firma HSM. Ob der vielleicht von einem Betonwerk geplant worden sei? Das Rathaus in der neuen Salemer Dorfmitte verglichen die beiden Brummer gar mit dem „Stuttgarter Hauptbahnhof“. Bei der Größe hätten die Verwaltungen aus Frickingen und Heiligenberg leicht auch noch Platz, unkten die Solarflügler. Zum letztjährigen Überfall auf die Altheimer Postfiliale gaben nicht nur die munteren Insekten ihren Senf ab.

Die Grundler-Schwestern Veronika und Angelika scherzten ebenfalls darüber. Bei den „kurzweiligen Öffnungszeiten“ habe der Täter es wahrscheinlich mehrmals probieren müssen, ehe er jemanden angetroffen habe. Die Baustelle im Frischemarkt verwirrte ihrer Meinung nach manchen Kunden so, dass er unterwegs seinen Einkaufswunsch vergesse.

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Im feschen Sportdress trainierten die Geschwister für den zweiten Frickinger Apfellauf. Als Disziplinen für einen Triathlon schlugen sie ein „Rennen durch die Au, eine Mountainbike-Tour durch Frickingens Schlaglöcher und Schwimmen im Entlastungskanal“ vor. Ihren mitgebrachten Song “Atemlos durch die Au“ schmetterte das Publikum begeistert mit.

Triathlon statt Apfellauf: Veronika und Angelika Grundler stoßen nach gelungenem Tratsch-Training mit Brot-Gin an.
Triathlon statt Apfellauf: Veronika und Angelika Grundler stoßen nach gelungenem Tratsch-Training mit Brot-Gin an. | Bild: Martina Wolters

Die Jungen vom Frickinger Musikverein entzündeten schon Mal ein olympisches Feuer. In Zeitlupe boxten, rannten und musizierten sie, was das Zeug hielt.

Die jungen Herren vom Musikverein Frickingen entzünden sogar ein olympisches Feuer für den nächsten Apfellauf.
Die jungen Herren vom Musikverein Frickingen entzünden sogar ein olympisches Feuer für den nächsten Apfellauf. | Bild: Martina Wolters

Die Sitzung einer angeblichen Selbsthilfegruppe von „d‘Althommer“ brachte Heiterkeit in den Saal. Gemeinderätin Susanne Zerwes als blond gelockte Therapeutin holte die selbst ernannten „Wochentagsdepressiven“ auf den Boden der Tatsachen zurück. Als schrullige Wieber Hilde und Franzi trieb das Ansagerduo zwischenzeitlich sein närrisches Unwesen. Moderatorentochter Luisa Schrenk assistierte ihnen erstmalig als Nichte im Charleston-Outfit.

Luisa Schrenk gibt ihr Debüt als genervte Enkelin im Charleston-Dress.
Luisa Schrenk gibt ihr Debüt als genervte Enkelin im Charleston-Dress. | Bild: Martina Wolters

Musik und Tänze lockerten den Abend auf. Fetzig fegten Bonndorfer Mädels über die Festhallenbühne. Dreckspringer-Frauen interpretierten die Fastnacht asiatisch bunt als „Cocktailschirmchen“.

Die Frauengruppe der Dreckspringer bezaubert mit asiatisch angehauchtem Fastnachtstanz
Die Frauengruppe der Dreckspringer bezaubert mit asiatisch angehauchtem Fastnachtstanz | Bild: Martina Wolters

Ganz in rosa Glitter gehüllte Tänzerinnen um Gesamtorganisatorin Nadine Mayer boten flotten Augenschmaus und eine Überraschung: Junggemeinderätin Evelyne Eschbach tanzte als singende Trude Herr mit und suchte „Keine Schokolade, sondern lieber einen Mann“.

Die neue Gemeinderätin Evelyne Eschbach (Dritte von links) kann auch Fastnacht.
Die neue Gemeinderätin Evelyne Eschbach (Dritte von links) kann auch Fastnacht. | Bild: Martina Wolters

Das Männerballett setzte mit einem tollen Musical-Potpourri einen gelungenen Schlusspunkt für die 500 Besucher.

Nicht nur als vielfache Rocklegende Freddie Mercury begeistert das 14 Personen starke Männerballett.
Nicht nur als vielfache Rocklegende Freddie Mercury begeistert das 14 Personen starke Männerballett. | Bild: Martina Wolters
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