Die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) veranstaltet am Pfingstmontag, 21. Mai, den 25. Deutschen Mühlentag. Mehr als 1100 Mühlen nehmen deutschlandweit teil – darunter das Gerbermuseum Lohmühle im Frickinger Ortsteil Leustetten. Das sei bereits Tradition, sagt Sylvia Hummel, die mit ihrem Mann Rolf das Gerbermuseum betreibt: Am Deutschen Mühlentag nehmen die Frickinger seit rund zehn Jahren teil. Am Pfingstmontag werden die Wasserkraftbetriebenen Maschinen von 11 bis 16 Uhr in Gang gesetzt. Die Museumsmitarbeiter stehen während dieser Zeit den Besuchern mit all ihrem Wissen zur Verfügung. Neben dem handwerklichen Erfahrungsaustausch sorgen die Riedweg-Musikanten für Unterhaltung – und auch für Speis und Trank ist gesorgt.

Rolf und Sylvia Hummel hatten das einsturzgefährdete technische Kulturdenkmal, die Lohmühle, im Jahr 1994 erworben, um es zu erhalten. "Unser vorrangiges Ziel bestand darin, das Wasserrad und die vorhandene Mühleneinrichtung wiederherzustellen", erzählt Sylvia Hummel. Im Jahr 1999 eröffneten sie in der Lohmühle das Gerbermuseum, wo die Besucher viel Wissenswertes über den uralten Beruf und die Herstellung von Leder erfahren. Vor allem lernen die Besucher, wie in der Mühle aus Eichen- und Fichtenrinde Lohe hergestellt wurde, die als Gerbmittel diente.

Für den Deutschen Mühlentag lassen sich Rolf und Sylvia Hummel jedes Jahr einen besonderen Programmpunkt einfallen. "Wir schauen immer, dass wir speziell zum Thema Gerben etwas zeigen." Einst war ein Rindenschäler da, ein anderes Mal wurde die Fassgerbung vorgeführt. Und dann wurde in einem Jahr eine eingeweichte Haut enthaart und entfleischt. "Da konnte man sehen, wie schwer diese Arbeit eigentlich ist", so Hummel. Für kommenden Montag haben die Hummels Markus Klek aus Schramberg eingeladen. Er wird die Hirngerbung – auch indianische Gerbung genannt – vorstellen. Wie der Name schon sagt, wird hierbei das Hirn des Tieres als Gerbmittel verwendet.

Neben dem Gerben steht aber auch die noch funktionierende Mühle im Mittelpunkt des Interesses. Sylvia Hummel: "Für viele ist natürlich die Mühlentechnik interessant, die hier in der Lohmühle noch zusammenhängend funktioniert. Mittels Wasserkraft werden durch ein Mühlrad Zahnräder und Transmissionen, eine Rindenmühle, ein Walkfass und eine Lederwalze angetrieben."