Frickingen-Altheim – Es ist kein gewöhnlicher Samstagabend im Benvenut-Stengele-Haus in Altheim gewesen, es wurde kräftig gefeiert. Unter dem Motto „Ein Fest für Karin Paukner“ stellte ein Organisationsteam innerhalb von elf Tagen eine Veranstaltung auf die Beine, die ihresgleichen sucht. Mit den Benistobler Musikanten und später DJ Sound gab es jede Menge Musik und Unterhaltung. Doch die Hauptperson war eine andere: Karin Paukner.

Die 53-jährige Frickingerin leidet an der seltenen Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS. Einfach erklärt handelt es sich um eine bislang unheilbare Erkrankung, bei der sich das motorische Nervensystem immer weiter zurückbildet, und das bei vollem Bewusstsein. Die Muskeln werden immer schwächer, bis man irgendwann ganz gelähmt ist. Die Krankheit ist bei Karin Paukner bereits fortgeschritten, dennoch ließ sie es sich nicht nehmen, im Benvenut-Stengele-Haus vorbeizuschauen.

Es war kurz vor 19.30 Uhr, als sie mit einem Rollstuhl in die Halle kam. So wurde es ein Fest für und vor allem mit Karin Paukner. „Es war wirklich beeindruckend, wie sie kam, dass sie kam und dass sie bis zum bitteren Ende gegen 2 Uhr nachts mit dabei war“, erinnert sich Winfried Weigelt, der das Fest zusammen mit einem mehrköpfigen Team auf die Beine gestellt hatte. „Auch wenn sie ihre Freude nicht mehr deutlich ausdrücken kann, hat man gesehen, wie gut es ihr gefallen hat.“ Man habe allein an der Ausdauer gesehen, dass Karin Paukner eine leidenschaftliche Fastnachterin ist.

Der Abend wurde initiiert, weil man im Ort Karin Paukner helfen wollte. Ihre Rund-um-die-Uhr-Betreuung, die mittlerweile notwendig ist, kostet enorm viel Energie und vor allem Geld. Und was das Finanzielle angeht, wollten die Frickinger, allen voran der Verein Bürgerselbsthilfe Frickingen, etwas unternehmen – mit Erfolg. „Ich habe öfter am Abend einfach in die Halle geschaut und gesehen, wie viele Leute gekommen sind, es war einfach unglaublich“, sagt Winfried Weigelt. „Bei einer dermaßen großen Anteilnahme und Hilfsbereitschaft kamen mir hin und wieder die Tränen.“

Immer wieder suchten die Gäste den Kontakt zu Karin Paukner, redeten ihr gut zu und nahmen ihre Hand. Viele wollten damit zeigen, dass sie nach wie vor dazugehört, wollten ihr Mut machen und ihr Kraft geben. „Karin wurde sogar in die Küche geschoben, um auch dort dabei zu sein“, erzählt Winfried Weigelt. „Es war einfach ein rundum gelungener und erfolgreicher Abend.“

Am Ende kam ein guter vierstelliger Betrag zusammen, der Karin Paukner und ihrer Familie ein ganzes Stück weiterhelfen wird. Eines habe der Abend wieder ganz klar gezeigt, sagt Winfried Weigelt: „Miteinander lässt sich viel bewegen.“

Spendenkonto

Für alle diejenigen, die nicht mitgefeiert haben und dennoch helfen wollen, hat die Diakonie Überlingen ein Spendenkonto bei der Sparkasse Bodensee (BIC: SOLADES1KNZ) eingerichtet. Geldbeträge können unter IBAN: DE87 6905 0001 0001 0220 11 überwiesen werden. Bitte als Verwendungszweck „Spende für Karin Paukner“ angeben. Die Diakonie Überlingen kann auf Wunsch auch Spendenquittungen ausstellen.