Für Feuerwehr-Kommandant Josef Kessler ist das vergangene Jahr geradezu ruhig verlaufen, wenn er es mit dem Katastrophenjahr 2016 und dessen gigantischen Unwetterereignissen vergleicht. Mit dieser Feststellung eröffnete er die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Frickingen im Feuerwehrgerätehaus. Bei den insgesamt 21 Einsätzen wurde die Wehr zu sieben glimpflich verlaufenen Brandfällen gerufen, bei den übrigen 14 handelte es sich um Technische Hilfen wie dem Zersägen querliegender Bäume, der Beseitigung von Ölspuren oder bei übergelaufenen Bächen. Darüber berichtete Schriftführer Philipp Elmer in seinem ausführlichen Tätigkeitsbericht. Kassierer Axel Carli konnte in seinem Kassenbericht ein leichtes Plus vorweisen.

Julia Benz und Joshua Wiedemann stellten in ihrem launigen Bericht die Aktivitäten der Jugendfeuerwehr vor. Deren 18 Mitglieder im Alter zwischen sieben und 18 Jahren bereiteten sich intensiv auf die gemeinsame Hauptübung mit den Aktiven vor. Mit viel Freude erinnerten die beiden an den erlebnisreichen Zeltlageraufenthalt im Allgäu.

Gratulation für 40 Jahre Tätigkeit in der Feuerwehr (von links) Kreisbrandmeister Henning Nöh, die Geehrten Johann Müller und Franz Fügner, Kommandant Josef Kessler, und Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Günter Laur, stellvertretender Kommandant Tobias Matt und Hubert Kienzle, ausgeschiedener stellvertretender Kommandant.
Gratulation für 40 Jahre Tätigkeit in der Feuerwehr (von links) Kreisbrandmeister Henning Nöh, die Geehrten Johann Müller und Franz Fügner, Kommandant Josef Kessler, und Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Günter Laur, stellvertretender Kommandant Tobias Matt und Hubert Kienzle, ausgeschiedener stellvertretender Kommandant. | Bild: Albert Mayer

Bürgermeister Jürgen Stukle bedankte sich bei den Feuerwehrleuten für ihren selbstlosen Einsatz und freute sich mit ihnen, dass sie im Juni in der neuen Ausgehuniform das neue Löschfahrzeug 10 einweihen können. Dem Kommandanten Josef Kessler machte er ein großes Kompliment ob seiner intensiven und beharrlichen Bemühungen in Sachen Mitgliederwerbung.

Leider zeigte sich nach der groß angelegten Werbeaktion im Herbst nicht der erwünschte Erfolg, wie der Kommandant sehr bedauerte: „Von 400 angeschriebenen Adressen kam nicht eine einzige Rückmeldung!“ Er macht sich deshalb ernste Zukunftssorgen, zumal sechs ausgeschiedenen Kameraden nur zwei Neuaufnahmen entgegenstünden. Trotzdem soll die Werbung um neue Mitglieder unbeirrt weiter fortgesetzt werden.

Verabschiedet wurden (von links): Johannes Riegger, Franz Fügner, Lukas Baader. Rechts Kommandant Josef Kessler
Verabschiedet wurden (von links): Johannes Riegger, Franz Fügner, Lukas Baader. Rechts Kommandant Josef Kessler | Bild: Albert Mayer

Auch im Feld der Ausbildung wurde in allen Bereichen wieder erheblich investiert. Kreisbrandmeister Henning Nöh konnte die Sorgen des Kommandanten bestätigen. Sei es früher eine Ehre gewesen, bei der Feuerwehr zu sein, so habe sich heute die Gesellschaft gewandelt, man zahle ja schließlich Steuer: „Dass die Sicherheit auf dem Ehrenamt beruht, ist noch nicht bei allen angekommen.“ Henning Nöh befürchtet, dass hauptamtliche Feuerwehren die Zukunft sein werden, wobei die Qualität und das zeitnahe Wirken dann nicht mehr die gewohnte Sicherheit bieten dürften.

Für 40-jährige Tätigkeit zeichnete der Kreisbrandmeister die Feuerwehrkameraden Franz Fügner und Johann Müller mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold aus. Gerne kam Kommandant Kessler der Aufgabe nach, fünf Beförderungen vorzunehmen und zwei Neuaufnahmen bekannt zu geben. Weniger erfreulich war es für ihn, langjährige Kameraden verabschieden zu müssen. Johannes Riegger hatte in seinen 44 Feuerwehrjahren auch 27 Jahre das Amt des Kassiers inne. Franz Fügner, Erwin Degen und Peter Briemle verlassen ebenfalls aus Altersgründen die Feuerwehr und Lukas Baader wechselt zur Feuerwehr nach Heiligenberg.

Bei den Wahlen wurde Kommandant Josef Kessler einstimmig bestätigt. Für den ausscheidenden langjährigen ersten stellvertretenden Kommandanten Hubert Kienzle rückt Michael Bode nach. Wiedergewählt wurden auch die Jugendfeuerwehrwartin Anjouli Besancon und Max Jörg als Leiter der Altersabteilung. Zu Beisitzern wurden Dominik Ellmer und Bennet Otzen bestimmt.

Für den langjährigen Einsatz für das leibliche Wohl bei den verschiedensten Feuerwehranlässen bedankte sich Kommandant Josef Kessler bei den Damen des „Küchengeschwaders“. Von links: Andrea Barth, Elly Bode, Christa Michel, Siegrid Kienzle. Im Hintergrund Kommandant Josef Kessler und Kreisbrandmeister Henning Nöh.
Für den langjährigen Einsatz für das leibliche Wohl bei den verschiedensten Feuerwehranlässen bedankte sich Kommandant Josef Kessler bei den Damen des „Küchengeschwaders“. Von links: Andrea Barth, Elly Bode, Christa Michel, Siegrid Kienzle. Im Hintergrund Kommandant Josef Kessler und Kreisbrandmeister Henning Nöh.

Major Andreas Fahrni von der befreundeten Feuerwehr der schweizerischen Partnergemeinde Frick, der zusammen mit Rolf Amsler und Sabina Cafaro nach Frickingen gekommen ist, berichtete von den Einsätzen in Frick und zeigte den Werbefilm, wie dort neue Mitglieder motiviert werden sollen. Auch bedankte er sich für die Ehrung, die er im vergangenen Oktober erfahren durfte. Für seinen wesentlichen Beitrag zur nationenübergreifenden Freundschaft zweier Feuerwehren verlieh ihm der Deutsche Feuerwehrverband die „Medaille für Internationale Zusammenarbeit“, die ihm im Beisein von Bürgermeister Stukle und Kommandant Josef Kessler durch den Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzenden Günter Laur überreicht wurde.

 

Ehrungenund Co.

  • Geehrt wurden: Franz Fügner und Johann Müller für 40 Jahre.
  • Befördert wurden: zur Feuerwehrfrau Michaela Riegger. Zu Feuerwehrmännern: Gabriel Maier, Luca Wiedemann, Florian Unger. Zum Hauptfeuerwehrmann: Klaus Hamburger.
  • Neu aufgenommen wurden die Feuerwehrmänner Martin Hoog und Florian Unger.
  • Verabschiedet wurden: Lukas Baader, Peter Briemle, Erwin Degen, Franz Fügner und Johannes Riegger.
  • Zur Feuerwehr gehören derzeit 50 Aktive, 18 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und 18 Angehörige der Altersmannschaft.