Frickingen – Das Ambiente dieser Veranstaltung war nicht alltäglich. Nicht in einem Rathaussaal, sondern mitten im touristischen Umfeld lauschten etliche Gäste den Ausführungen der Referenten. In der Futterkammer des Lebenshofs Natur und Form in Frickingen-Birkenweiler saßen einige auf rustikalen Strohballen, während erstaunte Tauben mit ihrem Gurren einen passenden Background erzeugten.

Der Abend, der dem Thema „Methode und Ergebnisse der Marktforschung“ am Beispiel der Echt-Bodensee-Card gewidmet war, wurde vom Präsident der veranstaltenden Marketing-Community Bodensee, Torsten Schmitz, moderiert. Er sollte Klarheit über die Marktforschung bei der heiß diskutierten EBC verschaffen, was Thomas Dobbelstein vom Frickinger Marktforschungsinstitut CustomerResearch42 souverän gelang. In seinem spannenden wie launigen Referat erläuterte er die Vorgehensweise und weihte sein Publikum in die vielfältigen Geheimnisse der Marktforschung ein.

Wie wird die Gästekarte angenommen?

Das Hauptziel der Untersuchung war, herauszufinden, wie gut oder wie schlecht die Karte in vier EBC-Gemeinden angenommen wird, was die Touristen darüber denken und wie die Menschen sie sehen. Für die Teilnehmer des Abends war es überaus interessant zu erfahren, nach welch straffen Regeln die Befragung umgesetzt wird, um letztlich eine zuverlässige Aussage treffen zu können. So wurden zur repräsentativen Analyse nach zuvor gebildeten Quoten zum Beispiel nur deutsch sprechende, über 18 Jahre alte touristische Übernachtungsgäste im öffentlichen Raum nach einem breitgefächerten Katalog befragt. Es wurden auch nur die Ergebnisse der befragten Personen ausgewertet, welche die EBC kannten.

Überraschend stellte sich heraus, dass 89 Prozent der Gäste die EBC kannten, wenn sie ihnen gezeigt wurde. Die höchste Bekanntheit hatten die freie Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und die Vergünstigungen bei Freizeitangeboten. Fast ein Viertel der Befragten bestätigte, dass die EBC die Wahl ihres zukünftigen Urlaubsortes am Bodensee beeinflussen würde und dass drei Viertel der Touristen die Karte weiter empfehlen würde.

Franziska Schlitner (von links) und Martin Müller, Betreiber des Lebenshofes und Gastgeber, Marktforscher Thomas Dobbelstein, Torsten Schmitz, Präsident der Marketing-Community Bodensee, Birgit Bergmüller, Kultur und Touristik Frickingen, und Bürgermeister Jürgen Stukle.
Franziska Schlitner (von links) und Martin Müller, Betreiber des Lebenshofes und Gastgeber, Marktforscher Thomas Dobbelstein, Torsten Schmitz, Präsident der Marketing-Community Bodensee, Birgit Bergmüller, Kultur und Touristik Frickingen, und Bürgermeister Jürgen Stukle. | Bild: Albert Mayer

Seriosität der Umfrage

Gegnern des EBC-Projekts stellten in letzter Zeit vermehrt die Studien des Umfrageinstitutes als problematisch infrage, zweifelten aber die Methode der Analyse nicht an. Die Teilnehmer des Abends zeigten sich von den detaillierten Kriterien überrascht und ließen sich von der Seriosität der Umfrage überzeugen.

Bürgermeister Jürgen Stukle und die Kultur- und Touristikbeauftragte der Gemeinde Frickingen, Birgit Bergmüller, nutzten die Gelegenheit, den Gästen die Gemeinde mit ihren vielen Facetten vorzustellen. Frickingen will die EBC im nächsten Jahr einführen.

Zu guter Letzt erläuterte Franziska Schlitner als Gastgeberin die Philosophie des Lebenshofes, auf welchem viele Tiere ihren Lebensabend verbringen dürfen und Kinder und Jugendliche bei ihren Feriencamps und Seminaren mit ethischen Grundsätzen im Umgang mit Tieren vertraut gemacht würden. Den stilvollen Abschluss bildete der von Julius Hiller geschaffene Animationsfilm über das Leben der Tiere auf dem Lebenshof.

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