Die 15. Auflage des Bruckfelden Open Airs lockt wieder mehrere Hundert Besucher auf das Gelände der Camphill-Schulgemeinschaften Bruckfelden. In herzlicher Atmosphäre feiern Menschen verschiedener Altersgruppen und Herkunft mit und ohne Behinderung zusammen. Vielfalt ist auch beim Musikprogramm geboten. Überall stehen oder sitzen Grüppchen zusammen, die im Laufe des Sommerabends noch häufig wechseln. Es scheint, als ob trotz der Menge an Zuschauern jeder jeden kennt.

Bei bestem Festivalwetter fläzen die Besucher auf der Wiese, hocken an Biertischen zusammen oder rücken näher ran an die extra aufgebaute Bühne mit professioneller Beschallung.

„Hier spielt es keine Rolle, ob jemand eine Behinderung hat oder nicht“, findet die Auszubildende zur Veranstaltungskauffrau, Marlena Riester. „Jeder kann hier so sein, wie er ist“, lobt sie. Sicher ist das auch der Grund, warum die junge Frau ganz spontan einwilligt, die Moderation des Sommerabends zu übernehmen. In der Gemeinschaft leben bis zu 50 Schülerinnen und Schüler mit Behinderung, erfahren die Zuhörer von ihr. „Sie lernen hier und gestalten das Festival.“ Wer sich umschaut, sieht, die behinderten Menschen sind tatsächlich überall mittendrin. Ganz obligatorisch helfen sie bei Auf- und Abbau oder beim Getränke- und Essensverkauf. Bei der zuerst auftretenden Rainbow-Band spielen und singen sie mit. Die Überlinger Band besteht aus Schülern und Mitarbeitern der Schulgemeinschaft. Ihr Musikmix reicht von Rock bis Latin und animiert zum Mittanzen. Ganz zwanglos wird getanzt, egal ob vor der Bühne in den Rängen des Amphitheaters oder auf der Festwiese rundherum.

Neben der Musik wird gespielt und/oder ein Schwätzchen gehalten. Das gesamte Gelände ist weitläufig. Da bleibt Platz für krabbelnde Babys, jonglierende Jugendliche oder Menschen, die etwas mehr Freiraum brauchen.

Am frühen Abend nutzen viele junge Familien die Gelegenheit zu einem Abendessen unter freiem Himmel. Mamas und Papas breiten mitgebrachte Decken aus. An den Zeltständen rundherum versorgen sie sich mit beliebtem Festivalfood wie Pommes, Currywurst oder Süßkartoffel-Gemüseauflauf vom Frickinger „Lagerhäusle“-Team oder entscheiden sich für Flammkuchen beim Bauwagen des Überlinger „Sozialkulturellen Integrationsdienstes“.

An einem Camphill-Stand sind frisch zubereitete Smoothies im Angebot. Ein Schild mit der Aufschrift „Saftladen“ lädt zum Probieren. „Die Jugendlichen lernen hierbei, den kompletten Ablauf zu planen, vom Einkauf über das Zubereiten bis zum Verkauf“, erklärt Benedikt Overhoff das Ziel des Schulprojekts. Der Veranstaltungskaufmann und Ansprechpartner beim Open Air weist auch auf den Stellenwert der Gesamtveranstaltung als Inklusionsprojekt mit regionalem Bekanntheitsgrad hin. Viele ehrenamtliche Helfer und zahlreiche Sponsoren ermöglichten das Fest. Overhoff freut sich an der „entspannt-ruhigen, beinah familiären Atmosphäre“. Für die späteren Stunden verspricht er mit abwechslungsreichen Musikgruppen wie Otto Normal ansteigende Stimmung. Das Gesamtprogramm erweist sich als generationentauglich mit einer Bandbreite von selbstverfassten Soulsongs über 70er-Jahre, Rap, Pop, Punk bis hin zu Reggae. Gesichter und Beifall drücken Zufriedenheit aus.