Das Kleid für den, wie man so sagt, schönsten Tag im Leben, bekommt Frau nun auch in Frickingen. Cosima Böhler hat dort Mitte Oktober einen Laden für Brautmoden eröffnet. Aus einem über mehrere Jahre gehegten Traum wurde mit „Trau dich, Fräulein“ Realität. „Es ging einfach los, ohne große Eröffnungsfeier“, berichtet Böhler. Bereits im November 2018 hatte sie den Entschluss für den Laden gefasst, bei der Suche nach einem Brautkleid für ihre Tochter. „Das wäre die Marktlücke“, hatte sie sich damals gedacht.

Ob Spitze,Tüll oder Satin – Brautkleider können aus den unterschiedlichsten Stoffen gefertigt werden.
Ob Spitze,Tüll oder Satin – Brautkleider können aus den unterschiedlichsten Stoffen gefertigt werden. | Bild: Florian Böhler

Darauf folgten Marktanalyse – zum Beispiel beim Standesamt, wie viele Paare pro Jahr in der Region heiraten, Ladenumbau- und Anpassung sowie Namensfindung. Zudem musste ein Hersteller gefunden werden, der Kapazitäten hat, Hochzeitskleider zu liefern. „50 Kleider habe ich da, aus 100 können die Bräute auswählen“, erklärt Böhler. Erhältlich sind die Modelle der deutschen Marke Frida Claire in den Konfektionsgrößen 32 bis 60 oder auf Maß. „Vier Bräute waren schon da, sieben sind derzeit noch offen. Es macht Spaß“, sagt die 52-Jährige, die auch noch als Kosmetikerin und in einem Unternehmen arbeitet.

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Blumen, Taschentücher, Fell – Die Farben Weiß und Rosa herrschen in Cosima Böhlers Brautmodenladen in Frickingen vor.
Blumen, Taschentücher, Fell – Die Farben Weiß und Rosa herrschen in Cosima Böhlers Brautmodenladen in Frickingen vor. | Bild: Florian Böhler

Der Name „Trau dich, Fräulein“ soll für romantisch-verspielt bis provokant stehen. Böhler selbst gefallen Kleider in leichter A-Linie mit langer Schleppe oder im Fit-and-Flare-Stil. Fit steht dabei für eng anliegend und Flare für ausgestellt. Das heißt: Die Brautkleider schmiegen sich bis zur Hüfte eng an den Körper der Frau und sind nach unten hin weit ausgestellt. Obwohl Böhler längere Zeit in einer Schneiderei tätig war – „Ich habe im Blick, was man machen kann“ – verlässt sie sich beim Abstecken auf die Dienste einer Schneiderin aus Überlingen.

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Den Bräuten bietet Cosima Böhler außerdem das Rundumpaket mit Kosmetik. „Es ist aber kein Muss“, erklärt Böhler. Mit den Frauen sei es immer emotional. „Ich fiebere mit jeder Braut mit“, so die 52-Jährige. Anderen Frauen rät sie, getreu dem Ladennamen „Trau dich, Fräulein“, sich einfach zu trauen, ihre Träume umzusetzen. Schritt für Schritt, von der Gewerbeanmeldung bis zur Eröffnung.

Hier finden Frauen Unterstützung

  • Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt beim Wiedereinstieg in den bisherigen Beruf oder Neustart. Etwa können verschiedene mögliche Wege zur Berufsrückkehr miteinander verglichen werden. Die Bundesagentur legt unter anderem dar, wie eine Ausbildung neben der Familie möglich ist: Arbeitszeit im Ausbildungsbetrieb und Berufsschulunterricht betragen mindestens 25 Wochenstunden oder 75 Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit. Oder es werden 20 Wochenstunden geleistet und die Ausbildung verlängert sich. Generell muss für eine Teilzeitberufsausbildung ein Antrag bei der zuständigen Kammer eingereicht werden. Weitere Informationen gibt es zum Wiedereinstieg nach Weiterbildung in der Elternzeit, Neustart mit Umschulung oder Qualifizierung und vielem mehr. Internet: arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildungarbeitsagentur.de//beruflich-wieder-einsteigen
  • Die Kontaktstelle Frau und Beruf Ravensburg unter dem Dach der Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft Landkreis Ravensburg wird unter anderem vom Landkreis Ravensburg sowie von der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben unterstützt. Auch hier sind die Themen: Wiedereinstieg in den Beruf, auf dem Weg in den Beruf, in der Umorientierung und Unternehmensgründung. Frauen können sich dazu kostenfrei und vertraulich beraten lassen. Eine Terminvereinbarung unter 07 51/3 59 06 63 ist notwendig. Am besten ist die Kontaktstelle am Vormittag erreichbar. Auch in Überlingen und Friedrichshafen sind Treffen möglich. Bei Veranstaltungen werden unter anderem Impulsvorträge und Unternehmenseinblicke geboten. Zusätzlich gibt es ein Mentorinnen-Programm für Frauen mit Migrationshintergrund. Internet: frauundberuf-rv.de
  • Die Handwerkskammer Ulm bietet ein Mentoring-Programm für Frauen im Handwerk. „Rund 20 Prozent der Auszubildenden im Gebiet der Handwerkskammer Ulm sind weiblich“, berichtet die Handwerkskammer. Ein neu gegründetes Mentorinnen-Netzwerk unterstütze nun acht von ihnen in einer Pilotphase über mehrere Monate. „Dabei begleiten die Mentorinnen die Auszubildenden auf dem Weg ihrer Persönlichkeits- und Karriereentwicklung im Handwerk“, heißt es weiter. Acht Frauenpaare aus unterschiedlichen Betrieben und Gewerken arbeiten dabei zusammen. Die Handwerkerinnen und Betriebsinhaberinnen beraten die jungen Frauen in Einzelgesprächen und geben ihnen zusätzlich Hilfestellungen. Internet: hwk-ulm.de
  • Bei der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben finden mehrmals pro Woche Weiterbildungskurse und -Seminare in verschiedenen Bereichen statt. Internet: weingarten.ihk.de