Frickingen – Frauen, die Musik auflegen, gibt es nicht häufig. Angie Taylor aus Frickingen-Leustetten gibt sich mit dem Auflegen aber nicht zufrieden. Sie hat in den vergangenen fünf Jahren ihren ganz eigenen Musikstil entwickelt, den man nur schwer beschreiben kann. Es ist Techno mit Live-E-Bass und Vocal-Effekten. Die Idee kam ihr 2012, als sie bei einem Festival in Ungarn war. „Ich kann mich noch sehr gut an den Auftritt von Faithless erinnern“, sagt sie. „Sie spielten 'Insomnia' und die Leute flippten aus.“

Schon damals verdiente sie ihr Geld als Profi-Musikerin. Angie Taylor, die mit bürgerlichem Namen Angelika Schneider heißt, absolvierte eine Ausbildung zur Musikalienhändlerin. Danach ging sie in St. Gallen in die Jazzschule. Heute lebt sie in Mannheim. Dort heuerte sie bei der Popakademie an und schloss 2015 den Masterstudiengang ab. „Die Popakademie war gut für die Ausbildung, aber noch viel wichtiger zum Netzwerken“, sagt sie rückblickend. In der Mannheimer Zeit stand die 37-Jährige als Bassistin bereits auf großen Bühnen, tourte mit Alex Klaws, spielte in Fernsehshows bei Viva, Pro Sieben und RTL und begleitete Künstler auf ihren Touren nach der Castingshow "Star Search". „Ich spiele auch heute noch sehr gerne als Studio- oder Gastmusikerin“, sagt sie. „Meine Leidenschaft gehört allerdings dem Techno.“

Mit verschiedenen Musik-Software-Programmen begann sie 2012 zu testen und entwickelte zusammen mit ihrem E-Bass und Vocal-Effekten einen ganz eigenen Stil. „Später habe ich dann noch eine Live-Show konzipiert.“ So wurde die Leustetterin zur DJane, zum Live-Act und zu einer Performerin in einem. 2015 stellte sie ihre entstandene Musik erstmals in soziale Netzwerke und erhielt eine enorm positive Resonanz. Die Premiere der Show fand auf dem Fusion-Festival in Lärz statt.

Und dann klopfte Jeff Mills an. Er gilt als der Wegbereiter des Techno. „Zuerst dachte ich, das sei ein Spaß von einem Kumpel“, erinnert sich Angie Taylor. „Dann habe ich aber sofort zugesagt und eine unglaubliche Show mit einem meiner größten Idole in Frankreich erlebt.“ Und ganz nebenbei den Durchbruch mit ihrem Musikstil geschafft. Sie spielte 2016 im Pariser Louvre den Bass, Jeff Mills war an der Drum Machine und der dritte im Bunde war Gerald Mitchell am Keyboard.

Mittlerweile hat Angie Taylor auch schon bei Veranstaltungen gespielt, bei denen Kollegen wie Sven Väth und Richie Hawtin auftraten. Außerdem ist die in vielen Underground-Clubs und Festivals in ganz Europa unterwegs. Sie ist aber regelmäßig in Frickingen-Leustetten und genießt die Ruhe in ihrer Heimat.

An ihrem eigenen Stil schätzt sie es, live mit dem Bass spielen zu können. „Das kommt irgendwie super an“, sagt sie grinsend. „Ich bekomme dadurch jede Menge Energie von den Leuten zurück.“ Sie genießt es, mit ihrer Musik die Menschen aus dem Alltag zu reißen und ihnen eine gute Zeit zu geben. Bei ihren Auftritten geht sie auf die Stimmung und die Atmosphäre ein und improvisiert ganz spontan. „So ist kein Abend wie der andere.“

2017 gründete Taylor mit Panicroom ihr eigenes Label, unter dem sie Projekte veröffentlicht. Im Techno-Radiosender „Evosonic“ hat sie ihre eigene Show „Panicroom On Air“. Die Leustetterin ist in diesem Jahr gut gebucht und wird am heutigen Freitag, 23. März, im Douala in Ravensburg auflegen.

Zur Person

Angie Taylor kommt aus Frickingen-Leustetten und hat die Schule in Salem besucht. Bereits mit sechs Jahren begann sie, Akkordeon zu spielen, später auch noch Klavier. Mit 13 Jahren hatte sie zum ersten Mal einen E-Bass in der Hand. Nach der Schule absolvierte sie eine Ausbildung zur Musikalienhändlerin. Angie Taylor besuchte nach der Ausbildung die Jazzschule in St. Gallen und die Popakademie in Mannheim. Mittlerweile hat sie ihr eigenes Label „Panicroom“ gegründet und tritt mit ihrem eigenen Musikstil in ganz Europa auf. Mehr zu Angie Taylor gibt es im Internet:www.angie-taylor.net www.panicroom.live