Mit Thilo Reiss hat in Eriskirch der dritte Kandidat für die Wahl des Bürgermeisters am 9. April seinen Hut in den Ring geworfen. In Eriskirch geboren und aufgewachsen genießt der nicht verheiratete Bankbetriebswirt einen gewissen Heimvorteil. Er hatte nie das Bedürfnis wegzuziehen. "Ganz im Gegenteil", so der 41-Jährige. Seit seiner Jugend ist er aktiv in und für die Gemeinde – erst bei der Feuerwehr und seit 1999 außerdem im Gemeinderat.

"Eriskirch ist mein Lebensmittelpunkt und ich kann mir nicht vorstellen, woanders zu leben", betont Thilo Reiss, der bis zuletzt davon ausgegangen ist, dass sich Amtsinhaber Markus Spieth wieder zur Wahl stellt. Durch seine langjährige Tätigkeit im Gemeinderat kennt er viele Hintergründe und weiß aus erster Hand, warum etwas in der Gemeinde passiert. "Im Rathaus wurde vieles toll gemacht." In seinem Wahlkampf will Reiss den Bürgern nichts versprechen, was sich hinterher nicht verwirklichen lässt. Vielmehr setzt er auf Kompromisse. "Was für den einzelnen gut sein mag, muss noch lange nicht für die ganze Gemeinde gut sein", so seine Erfahrung. Dabei haben die Finanzen für ihn eine hohe Priorität. "Unsere Gemeinde steht finanziell hervorragend da und mein Wunsch ist, dass das auch so bleibt."

In Entscheidungen involviert

Am Amt des Bürgermeisters reizt ihn, dass er dann noch unmittelbarer in Entscheidungsprozesse involviert wäre und die Richtung für weitere Entwicklungen mit vorgeben könnte. Dabei sieht er den Bürgermeister als Mittler zwischen Bürger, Verwaltung und Gemeinderat. Er möchte eine Kultur der offenen Tür pflegen und ein offenes Ohr für die Belange der Bürger haben. "Mein Ziel ist, Bewährtes in Eriskirch zu bewahren und Neues intelligent zu integrieren", kündigt Reiss an. Dabei sei Wachstum für ihn nicht alles, vielmehr sei es sein Wunsch, dass Eriskirch mit seiner gewachsenen Struktur Dorf bleibe. "Hier kennt man sich und hilft sich gegenseitig." Gerade in der heutigen Zeit sehe er in der gelebten Nachbarschaft einen echten Mehrwert.

Um auch die Neubürger mit ins Boot zu holen sei die Arbeit der gut funktionierenden Eriskircher Vereine extrem wichtig. "Sie machen vieles, wozu die Gemeinde allein gar nicht in der Lage wäre." Selbst ist Thilo Reiss seit seiner Jugend aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr. Wenn es zeitlich möglich wäre, würde er sich auch als Bürgermeister gern weiterhin als Ausbilder für neue Feuerwehrleute und Seiteneinsteiger engagieren. "Auch die gute Kameradschaft ist für mich ein Grund, um weiter aktiv zu bleiben", fügt er hinzu.

In seiner Kandidatur bestärkt wurde Thilo Reiss von der CDU-Fraktion im Gemeinderat, deren Vorsitzender er ist, sowie vom Eriskircher CDU-Ortsverband. "Ich bewerbe mich jedoch als freier Kandidat. Meiner Meinung nach sollte der Bürgermeister eine gewisse Neutralität an den Tag legen", begründet er die Entscheidung. Hausbesuche möchte er vor der Wahl nicht machen. Vielmehr hat er vor, alle Ortsteile zu besuchen, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Laut Reiss spreche für ihn eine gewisse Kontinuität. "Mit mir wissen die Leute, was sie bekommen." Als Bürgermeister werde er mit Sicherheit nicht das ganze Dorf umkrempeln.

Weitere Informationen unter: www.thiloreiss.de


Wahlziele

  • Für die Bürger: Eine Kultur der offenen Tür pflegen und für alle Bürger da sein, das Bürgerbüro noch stärker als Dienstleister ausbauen.
  • Wirtschaft: Die sparsame und effiziente Haushaltspolitik der vergangenen Jahre fortführen, attraktive Bedingungen für Gewerbetreibende, Handwerker und Mittelstand schaffen, in guten Jahren generationengerecht und zukunftsorientiert investieren, ohne die Folgekosten aus dem Blick zu verlieren, die Beteiligung am Regionalwerk fördern.
  • Wohnraum: Moderate innerörtliche Nachverdichtung unterstützen, um zusätzlichen bezahlbaren Wohnraum zu gewinnen, den Außenbereich weiterhin als Naherholungsgebiet beziehungsweise als Produktionsfläche für die heimische Landwirtschaft freihalten.
  • Kinder und Jugend: Den Bedarf an zusätzlichen Kindergartenplätzen rasch und mit intelligenten Lösungen decken, Wege zu Kindergärten und Schule noch sicherer machen, eine geeignete Infrastruktur für das Projekt Schulschwimmen schaffen, zusätzliche Angebote für junge Familien schaffen.
  • Senioren: Initiativen und Gruppierungen erhalten, Seniorennachmittag und Reparatur-Café fördern, Kreisseniorenrat unterstützen, das Wohnprojekt "Lebensräume für Jung und Alt" möglichst ausbauen und die zugesagte Bevorzugung von Eriskirchern im Haus St. Iris einfordern.
  • Landwirtschaft: Einsatz für die Belange der Landwirtschaft, damit die Betriebe auch für eine betriebliche Nachfolge attraktiv und zukunftsfähig bleiben, keine Erweiterung des Landschaftsschutzgebiets Tettnanger Wald.
  • Vereine: Ihre Vielfalt erhalten und weiterhin mit den gemeindlichen Freigiebigkeitsleistungen fördern, Hilfe zur Selbsthilfe durch das Rathaus anbieten.
  • Feuerwehr: Ausstattung mit dem benötigten Rüstzeug, Jugendarbeit fördern, um den Feuerwehrnachwuchs zu sichern.