Eriskirch – Am Ende der Abschiedsfeier in der voll besetzten Wilhelm-Schussen-Halle gab es gestern für den scheidenden Eriskircher Bürgermeister Markus Spieth stehenden Applaus von den Bürgern und die Wappennadel in Gold als höchste Auszeichnung der Gemeinde aus der Hand des stellvertretenden Bürgermeisters Bernhard Vesenmayer. Landrat Lothar Wölfle nannte Spieth einen Bürgermeister, der Spuren hinterlasse. Als Beispiele nannte er die neue Ortsmitte, die Sporthalle und die Uferrenaturierung. "Hier hat sich einiges bewegt, aber es ist auch wichtig, wie jemand etwas tut", sagte Wölfle. Sehr besonnen reagiert habe Spieth auch, wenn es schwierig wurde, sei es bei der Verhängung des Badeverbots oder bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Als erste Gemeinde im Bodenseekreis habe Eriskirch seine Halle zur Verfügung gestellt. "Das Zusammenstehen in Ihrer Gemeinde nötigt mir allergrößten Respekt ab", lobte der Landrat und bezeichnete Spieth als Kämpfer und Brückenbauer mit positiver Ausstrahlung, der immer das Wohl der Gemeinschaft im Auge habe.

Als Vertreter der Bürgermeister im Bodenseekreis sprach Bürgermeister Reinhold Schnell aus Neukirch: "Markus Spieth füllte sein Amt mit Leib und Seele. Wir haben ihn leidenschaftlich und hoch engagiert erlebt." Er habe keine Diskussion gescheut und die Belange seiner Gemeinde und der Region mit Nachdruck vertreten. Für die Zweckverbände sowie den Gemeindeverwaltungsverband dankte Meckenbeurens Bürgermeister Andreas Schmid dem Amtskollegen. Er bezeichnete Spieth als hervorragenden Teamplayer und als produktiven und kritischen Geist.

Ehre für einen besonderen Bürger: Bei der offiziellen Verabschiedung von Eriskirchs Bürgermeister Markus Spieth gab es in der Wilhelm-Schussen-Halle keinen freien Platz.
Ehre für einen besonderen Bürger: Bei der offiziellen Verabschiedung von Eriskirchs Bürgermeister Markus Spieth gab es in der Wilhelm-Schussen-Halle keinen freien Platz. | Bild: Claudia Wörner

Als Vertreter der Vereine, Organisationen und Kirchengemeinden trat Hans Sailer ans Mikrofon: "Er hatte immer ein offenes Ohr für alle Belange und viel Wertschätzung für das Ehrenamt." Vor seinen Dank setzte Vesenmayer die Worte "Bürgermeister a.D. – die Zeit mit dir war schee".

Hauptamtsleiterin Claudia Rebholz war anzumerken, wie ungern sie und ihre Kollegen im Rathaus den Chef ziehen lassen. "Aber wir gönnen dir deinen Neubeginn." Mit seiner Entscheidung sei sich Spieth treu geblieben. Auch für ihn seien die Mitarbeiter wie eine zweite Familie gewesen, sagte er in seiner bewegenden Abschiedsrede. Die von ihnen zu seinem Amtsantritt selbst gefertigte Amtskette habe er nur einmal bei seinem Amtsantritt getragen und ein zweites Mal bei seinem Abschied. Am Ende reichte er sie Hans Bertele für das Gemeindearchiv. "Diese Kette gehört zur Geschichte der Gemeinde und darf irgendwann auch mal Geschichte erzählen, deren Teil ich sein durfte", sagte Spieth.