Arman Aigner, bisher Leiter der Wasserschutzpolizeipostens Langenargen, wird neuer Bürgermeister von Eriskirch. Mit 51,72 Prozent setzte er sich gegen seine beiden Mitbewerber Mirko Meine und Thilo Reiss durch. "Ich bin total überwältigt von dem Wahlergebnis, damit habe ich nicht gerechnet", war seine erste Reaktion. Er vergaß aber nicht, Meinel und Reiss für den fairen Wahlkampf zu danken. Am 1. Juli, passend zum großen Brückenfest, wird er das Amt von Markus Spieth übernehmen, der seit 24 Jahren oder drei Wahlperioden im Amt ist.

Der Wahlabend war bei drei guten Kandidaten allerdings trotzdem spannend. Bei der Briefwahl kam Aigner auf 55,51 Prozent, als das Ergebnis aus Schlatt kam, waren es 56,94 Prozent, dann aber ging es wieder runter. Nach der Auszählung im Wahllokal Eriskirch waren es 53,46 Prozent. "Die Frage ist, bleibt es bei den 53 Prozent oder fällt er noch weiter", meinte Markus Spieth, denn unter 50 Prozent hätte es einer Stichwahl bedurft. Aber Aigner verlor nur sehr wenig. "Ich freue mich, dass es bereits im ersten Wahlgang ein Ergebnis gibt. Ehefrau Susanne Aigner fand das "Super" und "Genial". "Er hat sehr viel gearbeitet", stellte sie fest und er "kann es mit den Leuten". "Die Kollegen werden ihn vermissen", meinte sie mit Blick auf seine bisherige Arbeit. Und auch ihr Mann hatte trotz der Freude ein bisschen Wehmut. "Die Kollegen liegen mir am Herzen", sagte Arman Aigner. Aber auch: "Ich habe es mir gewünscht." Er habe schon mehrfach in seinem Leben die Position gewechselt. "Ich gehe davon aus, dass mein Programm, insbesondere die gößere Bürgerbeteiligung, die Eriskircher überzeugt haben." Ein Stück weit sei es auch Zeit für einen Wechsel.

Den beiden Unterlegenen war die Enttäuschung im Ratssaal, wo die Ergebnisse aus der Briefwahl und den drei Wahlbezirken einliefen, zunächst ins Gesicht geschrieben. Thielo Reiss kam auf 28,17 Prozent und Mirko Meinel auf 19,94 Prozent. Nach der Verkündung des Ergebnisses vor sicher einigen Hundert Eriskircherinnen und Eriskirchern plus aufspielender Musikkapelle konnten beide aber schon wieder lachen. "Ja, ich bin schon enttäuscht. Das Ergebnis ist nicht so ausgefallen, wie ich es erhofft habe", sagte Reiss: "Aber die Eriskircher haben jetzt einfach entschieden." Er wünsche Arman Aigner ein glückliches Händchen für Eriskirch. Reiss ist auch CDU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat. "Das sind zwei Paar Stiefel", meinte er zu dieser Situation: "Ich kann mir vorstellen, dass wir gut zusammenarbeiten. Ich bin da sehr zuversichtlich. Wir beide wollen das Beste für Eriskirch und dafür muss man an einem Strang ziehen." "Ich gratuliere dem Gewinner", sagte Meinel. Er sei sicher im ersten Moment enttäuscht gewesen. Er habe im Wahlkampf alles gegeben, was er hatte, und es habe nicht gereicht. "Morgen gehe ich wieder ganz normal arbeiten", so Meinel. Auf der anderen Seite, habe er auch viel gelernt. "Ich habe Fähigkeiten an mir entdeckt, die ich noch nicht kannte." Es gebe sicher andere Gelegenheiten.